SK Hynix Aktie: 93,92 Billionen Won Nettogewinn trotz Kurssturz

Trotz bestem Quartalsergebnis der Geschichte fällt der SK Hynix Kurs. Verzögerte HBM4-Lieferungen und fehlende Ausschüttungspläne belasten die Anlegerstimmung.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung einer modernen Halbleiterfertigung mit Fokus auf Silizium-Wafer-Strukturen und High-Tech-Technik. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Rekordnettogewinn von 93,92 Billionen Won
  • Aktie verliert über 5% an einem Tag
  • HBM4-Auslieferungen hinter Zeitplan
  • Investitionsbudget steigt auf 40 Billionen Won

Rekordgewinn, aber die Aktie fällt weiter. Bei SK Hynix klafft gerade eine ungewöhnlich große Lücke zwischen Geschäftszahlen und Kursreaktion. Die Papiere des südkoreanischen Speicherchip-Herstellers schlossen am Donnerstag bei 1.322.000 Won — nach einem Minus von 5,64 Prozent an einem einzigen Tag und fast der Halbierung des Kurses innerhalb eines Monats.

Der Auslöser: verfehlte Umsatzerwartungen im zweiten Quartal. Doch wer genauer hinschaut, findet zwei weitere Gründe für die Nervosität der Anleger. Eine ungeklärte Ausschüttungspolitik und ein Investitionsprogramm, das eher beschleunigt als bremst.

Rekordzahlen ohne Rückkauf-Fahrplan

SK Hynix meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 79,32 Billionen Won und einen operativen Gewinn von 60,54 Billionen Won. Der Nettogewinn kletterte auf 93,92 Billionen Won — mehr als das 13-Fache des Vorjahreswerts. Damit erzielte das Unternehmen das beste Quartalsergebnis seiner Geschichte.

Der Sprung beim Nettogewinn hat einen konkreten Grund. 63,3 Billionen Won stammen aus Investitionsgewinnen, die Analysten auf den kürzlich abgeschlossenen Verkauf der Kioxia-Beteiligung zurückführen. SK Hynix hatte diese Anteile am japanischen NAND-Flash-Hersteller seit 2018 gehalten.

Trotz dieser Rekordzahlen blieb das Management bei einer zentralen Frage vage. Details zu Zeitpunkt, Umfang oder Struktur einer Aktionärsrendite konnte das Unternehmen noch nicht liefern. Man wolle die Pläne später im Jahr vorstellen, hieß es lediglich. Genau dieses Schweigen belastete die Stimmung zusätzlich — mitten im besten Quartal der Firmengeschichte.

HBM4-Lieferungen bremsen den Umsatz

Der eigentliche Umsatzfehlbetrag lässt sich auf einen konkreten Engpass zurückführen. Die Auslieferungen des neuen HBM4-Speichers blieben hinter den Erwartungen zurück. Ein Teil der Umsatzverbuchung verschob sich dadurch in spätere Quartale.

SK Hynix betonte, im zweiten Quartal bereits mit der Massenproduktion von HBM4 begonnen zu haben. Die Fertigung soll in der zweiten Jahreshälfte hochgefahren werden. Firmenpräsident Song Hyun-jong versicherte während der Telefonkonferenz, die Nachfrage der Kunden bleibe robust. Käufer würden weiterhin nach mehr Speicherkapazität fragen.

Das Unternehmen hat inzwischen langfristige Lieferverträge mit rund zehn Kunden fixiert, typischerweise über fünf Jahre laufend. Gespräche mit weiteren großen Branchenakteuren laufen nach Firmenangaben weiter.

Investitionen steigen statt zu sinken

Statt die Märkte mit mehr Kapitaldisziplin zu beruhigen, schlug SK Hynix den entgegengesetzten Weg ein. Das Investitionsbudget für dieses Jahr soll das obere Ende der Spanne von 40 Billionen Won erreichen — deutlich mehr als die 30,2 Billionen Won aus 2025. Der Konzern will zudem den Produktionshochlauf am Werk M15X beschleunigen und die Kapazität nach der geplanten Eröffnung der ersten Reinraum-Phase in Yongin Anfang 2027 ausweiten.

Analysten lesen das nicht als Warnsignal, sondern als Beleg für ein strukturell knappes Angebot. Josh Gilbert, Analyst für die Region Asien-Pazifik bei eToro, verweist auf die Bruttomarge von 83 Prozent. Diese Marge zeige, dass die Preissetzungsmacht intakt sei. „Das gibt es nicht in einem Markt mit schwindender Nachfrage — das gibt es dort, wo Kunden um Lieferungen kämpfen“, so Gilbert.

Der ganze Markt gerät unter Druck

Die Enttäuschung blieb nicht auf eine einzelne Aktie beschränkt. Der koreanische Leitindex Kospi verlor im Monatsverlauf bis zu 33 Prozent und rutschte an einem hektischen Morgen um bis zu 13 Prozent ab. Zum zweiten Mal in Folge griff die Handelsaussetzung, am Ende stand ein Tagesminus von 6 Prozent — macht 16 Prozent Verlust innerhalb von nur zwei Handelstagen.

Unter Privatanlegern in Südkorea machte sich Frust breit, als die Kurse erneut einbrachen.

Der nächste Blick geht auf die Ausschüttung

Die Aktie notiert derzeit rund 56 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 2.987.000 Won, das erst im Juni erreicht wurde. Ein RSI-Wert von knapp 32 signalisiert eine überverkaufte Lage. Der nächste wichtige Impuls dürfte deshalb nicht aus weiteren Quartalszahlen kommen, sondern aus der angekündigten Ausschüttungspolitik.

Solange SK Hynix Umfang und Zeitpunkt dieser Pläne nicht konkretisiert, bleibt die Lücke zwischen Rekordgewinn und gedrücktem Kurs bestehen. Für Anleger heißt das: Der KI-Speicherboom liefert die Zahlen — die Kapitalrückgabe liefert bislang nur Ankündigungen.

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SK Hynix Aktie

1.858.000,00 KRW

+ 18.000,00 KRW +0,98 %
KGV
KUV 6,97
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,08 %
Marktkapitalisierung 1.318,20 Bio. KRW
Ø Kursziel 3.184.025,43 KRW
ISIN: KR7000660001

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