SK Hynix Aktie: Aufrüstung gegen YMTC
YMTC gewinnt in China NAND-Marktanteile, während SK Hynix und Samsung ihre Fertigung modernisieren und US-Genehmigungen offenbleiben.
Kurz zusammengefasst
- Dalian soll mindestens 240 NAND-Schichten fertigen
- YMTC erreicht 38,5 Prozent Marktanteil
- SK Hynix verliert in China Marktanteile
- US-Lizenzen für Aufrüstung bleiben ungeklärt
SK Hynix und Samsung wollen in ihren chinesischen Werken modernere Speicherchips fertigen. Die Börse honoriert das: Die SK-Hynix-Aktie legte in Seoul zuletzt 6,21 Prozent auf 1.299.000 Won zu, Samsung gewann 5,2 Prozent. Hinter dem Plan steckt ein Wettlauf mit einem chinesischen Rivalen, und Washington hat ein Wort mitzureden.
Dalian soll auf 240 Schichten und mehr
In Dalian will SK Hynix statt der heutigen NAND-Chips mit 192 Schichten künftig Produkte mit mindestens 240 Schichten bauen. Das Werk stammt aus der Übernahme des Intel-NAND-Geschäfts 2021 und ist für die heute als Solidigm firmierende Sparte die einzige Fertigungsstätte. Nach Insiderangaben darf der Konzern dort Chips mit bis zu 240 Schichten herstellen.
Parallel dazu könnte SK Hynix in den USA eine Genehmigung für Entwicklungsarbeiten an Chips mit mehr als 300 Schichten beantragen. Sie wären die Basis für eine mögliche Fertigung in den Vereinigten Staaten. Über ein neues NAND-Werk dort spricht das Unternehmen bereits mit der Regierung von Präsident Trump.
Beide Konzerne bestätigten, dass die Aufrüstungen laufen und eng mit Washington abgestimmt sind. Details nannten sie nicht. Samsung betont zudem, es gebe weder mehr Kapazität noch neue Anlagen.
YMTC erhöht den Druck
Der Anlass liegt in China selbst. Der heimische Hersteller Yangtze Memory Technologies (YMTC) kam im zweiten Quartal 2026 laut Omdia auf 38,5 Prozent des chinesischen NAND-Marktes, nach 28 Prozent im Gesamtjahr 2025. SK Hynix rutschte im selben Vergleich von 20 auf 17 Prozent ab.
Technisch holt YMTC ebenfalls auf. Es fertigt überwiegend Chips mit 160 und 232 Schichten, produziert aber bereits kleine Mengen mit 294 Schichten. Außerhalb Chinas verkauft SK Hynix NAND mit bis zu 321 Schichten. Die China-Werke hinken damit den Heimatfabriken hinterher und neuerdings auch dem lokalen Konkurrenten.
Washington als Unsicherheitsfaktor
Seit 2022 brauchen beide Konzerne jährliche Lizenzen, um US-Maschinen in China zu installieren. Die US-Behörden hatten 2025 erklärt, den Weiterbetrieb zu genehmigen, nicht aber Kapazitätsausbau oder technologische Aufrüstung. Welche Lizenzen für die jetzt nötigen Anlagen tatsächlich erteilt wurden, ist offen.
Das ist das regulatorische Risiko hinter dem Kurssprung. Eine technologische Aufrüstung steht im Spannungsverhältnis zur damaligen Linie der US-Behörden. Ob Washington im Einzelfall lockert, lässt sich aus den öffentlichen Aussagen nicht ablesen.
Ein erster Gradmesser folgt im Dezember 2026. Dann soll bei Samsung in Xi’an die neue Fertigung mit zunächst 5.000 Wafern pro Monat anlaufen. Ob dieser Zeitplan hält, zeigt auch, wie großzügig die Lizenzvergabe für SK Hynix in Dalian ausfallen könnte.
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