SK Hynix Aktie: Barclays-Ziel 330 Dollar
Nach einer volatilen ersten Nasdaq-Woche mit starken Ausschlägen ruft SK-Hynix-Chef Chey Tae-won die Aktionäre zur Gelassenheit auf.

Kurz zusammengefasst
- Heftige Kursschwankungen in der ersten Nasdaq-Woche
- Konzernchef rät zu langfristigem Halten
- Analysten sehen weiteres Kurspotenzial
- Neue gehebelte ETFs auf SK Hynix gestartet
Erst plus 27 Prozent, dann minus 13 Prozent: SK Hynix hat seine erste Woche als Nasdaq-Titel mit einer Berg- und Talfahrt beendet. Konzernchef Chey Tae-won reagierte am Ende der Woche mit einem ungewöhnlichen Appell. Er bat Anleger um Gelassenheit.
Eine Woche der Extreme
Am Mittwoch legten die SK-Hynix-Papiere in Seoul um mehr als 8 Prozent zu. Grund war eine Erholung der US-Halbleiterwerte, die auch die ADRs des Unternehmens in New York über Nacht um mehr als 27 Prozent nach oben trieb. Die Freude hielt nicht lange an.
Bereits am Donnerstag drehte der Kurs. Die Aktie verlor in Seoul 11,5 Prozent und machte damit die gesamte Rally des Vortags wieder zunichte. Zuvor hatte das Papier bereits seinen stärksten Tagesverlust der Firmengeschichte verzeichnet, ausgelöst durch wachsende Sorgen über die KI-Investitionen der Tech-Branche.
Am Freitag ging der Ausverkauf weiter. Die US-notierten ADRs fielen zunächst um 13 Prozent, im vorbörslichen Handel an der Nasdaq gab die Aktie weitere gut 2 Prozent nach. In Seoul stand am Ende ein Minus von 11,53 Prozent zu Buche.
Der Chef bittet um Geduld
Inmitten dieser Schwankungen meldete sich SK-Group-Chairman Chey Tae-won zu Wort. Er sagte, die Aktie werde langfristig wohl steigen, verwies dabei auf die anhaltend starke Nachfrage nach Speicherchips. Wo der Kurs im nächsten Monat stehe, könne er nicht vorhersagen, so Chey. Er riet Anlegern trotzdem, ihre Papiere zu halten statt häufig zu handeln.
Auch Analysten sehen die Kursstürze nicht als Zeichen für schlechtere Geschäftsaussichten. Barclays-Analyst Simon Coles nahm die Coverage der SK-Hynix-ADRs neu auf, mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 330 US-Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von über 100 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Coles rechnet damit, dass die Knappheit bei Speicherchips bis 2027 anhält. Erst 2028 dürfte sich das Angebot merklich verbessern.
Der ganze Sektor wackelte mit
Die Verluste blieben nicht auf SK Hynix beschränkt. Samsung Electronics verlor mehr als 8 Prozent, Seoul Semiconductor gab 5,13 Prozent nach. LG Innotek fiel um 2,91 Prozent, Samsung SDI verlor über 4 Prozent.
Auslöser war ein Ausverkauf bei US-Chipwerten über Nacht. Micron Technology brach um 8 Prozent ein, Intel verlor mehr als 4 Prozent. An der grundlegenden Nachfragesituation ändert das wenig: Cloud-Anbieter bauen ihre KI-Infrastruktur weiter aus, die Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory-Chips übersteigt das Angebot nach wie vor deutlich. Das sichert Herstellern wie SK Hynix und Micron weiterhin Preissetzungsmacht.
Louis Kondratev, Trader bei XFUNDs, ordnet die Kursausschläge in einen größeren Zusammenhang ein. Der Halbleitersektor sei nach der langen KI-Rally inzwischen extrem überlaufen. Chipwerte machen mittlerweile rund 20 Prozent des S&P 500 aus. Zum Vergleich: Während der Dotcom-Blase im Jahr 2000 lag dieser Anteil bei gut 8 Prozent, historisch pendelt er meist zwischen 2 und 5 Prozent.
Neue Hebelprodukte für die Volatilität
Die heftigen Kursschwankungen haben bereits neue Handelsprodukte hervorgebracht. Diese Woche starteten vier gehebelte Single-Stock-ETFs auf SK Hynix, jeweils zwei von Direxion und GraniteShares. Damit können Trader verstärkt auf tägliche Kursbewegungen der Aktie wetten – ein Beleg für das enorme Interesse, das der Nasdaq-Börsengang ausgelöst hat.
Die vergangene Woche war vor allem von Marktstimmung geprägt, weniger von Unternehmensnachrichten. Ob die zugrunde liegende Nachfrage nach HBM-Chips die aktuellen Bewertungen tatsächlich trägt, dürfte sich erst bei den nächsten Geschäftszahlen zeigen. Bis dahin lautet die Devise aus der SK-Konzernspitze: Ruhe bewahren, statt jeder Kursbewegung hinterherzujagen.
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