SK Hynix Aktie: KGV überholt Samsung erstmals
SK Hynix übertrifft Samsungs Bewertung erstmals dank HBM-Dominanz und KI-Boom. Analysten sehen einen Speicher-Superzyklus, warnen aber vor Samsungs Rückkehr.

Kurz zusammengefasst
- Historische Bewertungsumkehr bei koreanischen Chipriesen
- HBM-Marktführer profitiert von KI-Speicherknappheit
- Tech-Giganten umwerben SK Hynix mit Investitionsangeboten
- Samsung droht mit HBM4-Produktion ab Juni
Jahrzehntelang galt Samsung Electronics als die unantastbare Benchmark der koreanischen Chipindustrie. Diese Woche hat SK Hynix das Bild verschoben — und zwar dauerhafter, als ein einzelner Kursausschlag vermuten lässt.
Historische Bewertungsumkehr
Am Donnerstag kletterte die SK-Hynix-Aktie um 7,68 Prozent auf 1.976.000 Won und markierte damit ein neues Allzeithoch. Entscheidender als der Kursrekord war jedoch, was die Bewertungsdaten offenbarten: Das 2026er Forward-KGV von SK Hynix überstieg erstmals in der Unternehmensgeschichte das von Samsung Electronics. Laut Finanzdatenanbieter FnGuide lagen die Werte bei 6,79 für SK Hynix gegenüber 6,77 für Samsung — eine Umkehrung, die noch vor drei Monaten undenkbar schien. Damals betrug der Abstand 2,8 Punkte zugunsten Samsungs.
Ein Analyst aus der Wertpapierbranche brachte es auf den Punkt: Das Verschwinden von Samsungs Bewertungsprämie bedeute, von der anderen Seite betrachtet, dass die Neubewertung von SK Hynix abgeschlossen sei.
Der Freitag dämpfte die Euphorie
Der Freitag brachte eine scharfe Korrektur. Die Aktie schloss bei 1.819.000 Won, ein Tagesrückgang von 7,66 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von rund 169 Prozent — getragen von einem Narrativ, das den Markt seit Monaten beherrscht: KI-getriebene Speicherknappheit.
Der RSI liegt nahe 69, der Kurs notiert mehr als 56 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Das zeigt, wie weit die Aktie in kurzer Zeit gelaufen ist.
HBM-Dominanz und die Verzweiflung der Tech-Giganten
Hinter der Bewertungsverschiebung steckt eine außergewöhnliche Angebotssituation. SK Hynix hat öffentlich erklärt, dass DRAM, NAND und HBM vollständig ausverkauft sind — nicht alle Kundenbestellungen lassen sich erfüllen. Goldman Sachs schätzt die DRAM-Angebotslücke auf 4,9 Prozent und bezeichnet sie als die schwerste Knappheit seit 15 Jahren.
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Das Unternehmen kontrolliert rund 54 Prozent des globalen HBM-Markts und hat etwa 70 Prozent der HBM4-Aufträge für Nvidias kommende Vera-Rubin-Plattform gesichert. Die HBM4-Ausbeute liegt bereits bei 80 Prozent — Samsung kommt bislang nicht über 60 Prozent hinaus.
Berichten zufolge planen Microsoft, Google und Amazon, SK Hynix Investitionsangebote zu unterbreiten, um sich Kapazitätszuteilungen für die kommenden Jahre zu sichern. Chipkonzerne finanzieren ihre Expansion üblicherweise selbst — solche Deals sind in der Branche kaum bekannt.
Analysten und strategische Weichen
UBS hob das Kursziel Anfang der Woche auf 1,7 Millionen Won an und erhöhte die Gewinnprognosen für 2026 und 2027 um 22 beziehungsweise 29 Prozent. Die Bank spricht von einem Speicher-Superzyklus, wie er seit fast 30 Jahren nicht mehr gesehen wurde. SK Securities hatte bereits Anfang Mai ein Kursziel von 3 Millionen Won ausgegeben — mehr als 50 Prozent über dem damaligen Niveau.
Strategisch setzt SK Hynix auf breitere Unabhängigkeit: Das Unternehmen testet gemeinsam mit Intel die EMIB-2.5D-Packaging-Technologie als Alternative zum dominanten CoWoS-Verfahren von TSMC, das unter erheblichen Kapazitätsengpässen leidet. Weder SK Hynix noch Intel haben die Berichte offiziell bestätigt.
Risiken bleiben real
Samsung ist nicht aus dem Rennen. Berichten zufolge hat der Konzern die finalen Qualitätstests für HBM4 bei Nvidia und AMD bestanden, eine vollständige Belieferung soll ab Juni beginnen. Sollte Samsung im zweiten Halbjahr 2026 die Massenproduktion von HBM4 hochfahren, könnte SK Hynix‘ Marktanteil auf 50 bis 60 Prozent sinken — mit entsprechendem Druck auf die Bewertung.
Hinzu kommt: Bei Samsung drohen Streiks. JPMorgan schätzt, dass Lohnerhöhungen das operative Ergebnis des Rivalen um sieben bis zwölf Prozent belasten könnten — ein indirekter Vorteil für SK Hynix, solange der Konflikt anhält. Goldman Sachs erwartet, dass der Speichermarkt mindestens bis zur ersten Hälfte 2027 unterversorgt bleibt. Solange das gilt, bleibt SK Hynix‘ Preissetzungsmacht bei HBM intakt — und die neue Bewertungsführerschaft mehr als ein symbolischer Sieg.
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