SK Hynix Aktie: Quartalszahlen am 29. Juli

SK Hynix verzeichnet nach Börsendebüt in New York massive Kursverluste. Gehebelte ETFs und Sorgen um KI-Investitionen verstärken die Volatilität.

Eduard Altmann ·

Kurz zusammengefasst

  • Aktie verliert über 38 Prozent vom Rekordhoch
  • Ausverkauf bei US-Chipwerten löst Abwärtsspirale aus
  • Gehebelte Derivate treiben extreme Schwankungen an
  • Quartalszahlen Ende Juli als wichtiger Stimmungstest

Ein Kurssturz von fast elf Prozent an einem einzigen Tag, nur eine Woche nach dem gefeierten Nasdaq-Listing. SK Hynix zeigt gerade, wie schnell aus Euphorie Nervosität werden kann. Der Speicherchip-Hersteller aus Südkorea steckt in der volatilsten Phase seiner Börsengeschichte.

Am Donnerstag schloss die Aktie bei 1.842.000 Won. Über sieben Handelstage verlor das Papier 15,5 Prozent, binnen 30 Tagen sogar 26,93 Prozent. Vom Rekordhoch bei 2.987.000 Won, aufgestellt am 25. Juni, trennen die Aktie inzwischen 38,33 Prozent.

Ein Rücksetzer nach der Erholung

Der Ausverkauf am Donnerstag traf einen Markt, der sich gerade erst gefangen hatte. Am Vortag war die Aktie um rund acht Prozent gestiegen. Am Donnerstag drehte der Wind: minus 10,95 Prozent in Seoul, ein Rutsch, der den größten Teil der Vortagesrally auslöschte.

Der breitere Ausverkauf bei asiatischen Halbleiterwerten zog den koreanischen Leitindex KOSPI in seinen 37. Sidecar-Handelsstopp des Jahres 2026. Samsung Electronics fiel im selben Zeitraum um 7,33 Prozent. Der Index eröffnete direkt mit einem Minus von 4,45 Prozent.

Der eigentliche Auslöser kam aus den USA: Ein Ausverkauf bei amerikanischen Chipherstellern schwappte nach Asien über. Bereits am Montag hatte SK Hynix seinen bis dahin steilsten Tagesverlust verzeichnet, während Anleger angesichts wachsender Sorgen um KI-Investitionen Gewinne mitnahmen. Samsung verlor an jenem Tag mehr als acht Prozent, Seoul Semiconductor über fünf Prozent, Samsung SDI mehr als zwei Prozent.

Ein überdehnter Markt

Händler sehen hinter der Bewegung keine einbrechende Nachfrage, sondern ein Bewertungsproblem. Ein Trader von XFUNDs beschrieb die Lage so: Halbleiter machen inzwischen rund 20 Prozent des S&P 500 aus. Das sei kaum durchzuhalten.

Zum Vergleich: Während der Dotcom-Blase im Jahr 2000 lag der Halbleiteranteil am Index bei knapp über acht Prozent. Historisch schwankte er meist zwischen zwei und fünf Prozent. Der aktuelle Wert markiert damit ein deutlich höheres Niveau als frühere Übertreibungsphasen.

Bemerkenswert: Der Ausverkauf traf die Branche trotz starker Nachrichten. Der Zulieferer ASML hob seine Jahresprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr an und stellt nun einen Umsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro in Aussicht, über den Erwartungen der Analysten. Der Konzern kündigte zudem an, die Produktion seiner EUV-Lithografiemaschinen weiter hochzufahren.

Gehebelte ETFs verstärken den Ausschlag

Ein Teil der extremen Schwankungen seit dem Nasdaq-Listing hängt mit neu aufgelegten Derivateprodukten zusammen, die die Aktie nachbilden. Südkoreanische Aufsichtsbehörden trafen sich am Donnerstag, um gehebelte Einzelaktien-ETFs auf SK Hynix zu besprechen und deren wachsenden Markteinfluss zu prüfen.

Auch der Optionsmarkt zeigt ungewöhnliche Muster. Die neuen SK-Hynix-Optionen starteten in dieser Woche mit rund 150.000 gehandelten Kontrakten bis zum Mittag. Mehr Calls als Puts wechselten den Besitzer, doch der beliebteste Einzeltrade war der Verkauf von Calls. Die sieben größten Einzeltrades des Tages nach Volumen waren laut Daten von LiveVol allesamt bearish ausgerichtet – ein Hinweis darauf, dass viele Marktteilnehmer auf fallende oder stagnierende Kurse setzen.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Die grundsätzliche Nachfragesituation bei Speicherchips bleibt davon unberührt. Cloud-Anbieter bauen weiter massiv KI-Infrastruktur auf, die Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory-Chips übersteigt das Angebot. Das verschafft Marktführern wie SK Hynix und Micron weiterhin Preismacht.

Mit einem RSI von 40,5 liegt die Aktie im neutralen Bereich, ohne klares Über- oder Unterverkauft-Signal. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 127,39 Prozent zeigt aber, wie nervös der Handel derzeit verläuft.

Am 29. Juli um 9 Uhr Ortszeit in Seoul legt SK Hynix seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor. Der Termin dürfte zeigen, ob die zugrunde liegende Nachfrage die jüngsten Kursausschläge rechtfertigt – oder ob die Volatilität der vergangenen Tage erst der Anfang war.

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SK Hynix Aktie

1.840.000,00 KRW

– 242.000,00 KRW -11,62 %
KGV 0,00
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,16 %
Marktkapitalisierung 1.477,92 Bio. KRW
ISIN: KR7000660001

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