SK Hynix Aktie: Samsung holt bei HBM4 auf
Samsung vergrößert seinen HBM4-Anteil, während SK Hynix ein niedrigeres Kursziel erhält. Hohe Chippreise stützen jedoch den Sektor.
Kurz zusammengefasst
- Samsung steigert HBM4-Marktanteil deutlich
- LS Securities kürzt SK-Hynix-Kursziel
- HBM-Exportpreis überschreitet 70 US-Dollar
- Koreas Halbleiterexporte erreichen Rekordwert
Der Wettlauf um den nächsten Speicherchip-Standard verschiebt sich zu Ungunsten von SK Hynix. Nach Einschätzungen der Seoul Economic Daily hat Samsung Electronics seinen Marktanteil bei HBM4-Chips von rund 5 Prozent im ersten Quartal auf etwa 35 Prozent im zweiten Quartal ausgebaut – ein Sprung, der den bisherigen Technologievorsprung von SK Hynix in Frage stellt. Das koreanische Analysehaus LS Securities reagierte mit einer deutlichen Herabstufung: Das Kursziel für SK Hynix wurde um 27,3 Prozent auf 2,4 Millionen Won gesenkt, während Samsung im Gegenzug ein um 12,5 Prozent höheres Ziel von 450.000 Won erhielt.
Die Aktie von SK Hynix notiert aktuell bei 1.697.000 Won und legt am heutigen Dienstag um 1,4 Prozent zu, nachdem sie am Montag bei 1.674.000 Won geschlossen hatte. Über den zurückliegenden Monat verbuchte das Papier dennoch ein Minus, während der breite KOSPI zulegte – ein Kontrast, der die veränderte Wahrnehmung am Markt widerspiegelt. Ausländische Investoren zogen sich mit einem Nettoverkauf von rund 5,98 Billionen Won aus der Aktie zurück.
Verlorene Lieferantenprämie als Belastung
Der Kern der Sorge liegt laut den Berichten der Seoul Economic Daily darin, dass SK Hynix seine bisherige Sonderstellung als bevorzugter HBM4-Lieferant verliert. Samsung habe bei der Massenproduktion aufgeholt und die Ausbeute verbessert, was den Wettbewerbsvorteil von SK Hynix schmälere.
LS Securities senkte in diesem Zuge auch die Prognose für die operative Marge im HBM-Geschäft von rund 80 Prozent auf etwa 60 Prozent. UBS sieht SK Hynix bei den HBM-Bit-Anteilen 2026 dennoch bei rund 48 Prozent, Samsung erst 2027 bei etwa 41 Prozent – die Verschiebung ist also noch nicht vollzogen, aber sie zeichnet sich ab.
Gegenläufig wirkt die grundsätzliche Marktdynamik: Der Exportpreis für HBM-Chips kletterte im Juli erstmals über 70 US-Dollar je Einheit auf 76,13 US-Dollar, ein Anstieg von 9,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Auch DRAM-Exportpreise zogen um 24,3 Prozent an.
Koreas gesamte Halbleiterexporte erreichten im August mit 46,65 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert, ein Plus von 209 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese branchenweite Knappheit stützt grundsätzlich beide koreanischen Speicherhersteller, verteilt die Gewinne aber möglicherweise ungleicher als bisher angenommen.
Charttechnisch unter Druck, fundamental gestützt
Mit einem Abstand von 43 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won und einem Kurs, der elf Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt liegt, zeigt sich die jüngste Verunsicherung auch technisch.
Zugleich bleibt die Aktie mit einem Plus von 161 Prozent seit Jahresbeginn und 432 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief in einer übergeordneten Aufwärtsbewegung.
Zusätzlichen Gegenwind liefert das makroökonomische Umfeld: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte über 4,75 Prozent, den höchsten Stand seit 19 Monaten, nachdem Fed-Chef Warsh sich auf dem Notenbank-Symposium in Jackson Hole falkenhaft geäußert hatte. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September wird an den Terminmärkten zeitweise bei rund 60 bis 66 Prozent gehandelt.
Für risikoreiche Technologiewerte wie SK Hynix erhöht ein solches Zinsumfeld tendenziell den Abzinsungsdruck auf künftige Gewinne – ein Faktor, der die Kursziel-Kürzung von LS Securities zusätzlich untermauert, auch wenn die operative Nachfrage nach Speicherchips ungebrochen hoch bleibt.
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