SK Hynix Aktie: Solidigm prüft US-Werk
SK Hynix prüft US-Fertigungspläne und verhandelt mit Intel. Die Aktie steigt 5,4 Prozent, obwohl zentrale Details weiterhin offen sind.

Kurz zusammengefasst
- Aktie gewinnt 5,4 Prozent
- Solidigm erwägt NAND-Werk in New York
- Gespräche über Intel-Fertigung in Ohio
- SK-Hynix-Venture startet im Silicon Valley
SK Hynix legt am Freitag einen der stärksten Tagesgewinne seit Monaten hin. Die Aktie springt um 5,4 Prozent auf 1.839.000 Won, nachdem gleich mehrere strategische Weichenstellungen in Richtung USA bekannt wurden. Grundlage der Rally ist ein ganzes Bündel an Nachrichten, das die Halbleiterbranche in Seoul und an der Wall Street elektrisiert.
Solidigm prüft erstes NAND-Werk in den USA
Im Zentrum steht die NAND-Tochter Solidigm, die laut mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen ein Werk für NAND-Flash-Speicher in den USA erwägt. Als Favorit gilt der Bundesstaat New York, konkret die Region Upstate New York. Details zu Größe, Investitionssumme und Zeitplan sind nach Reuters-Informationen noch offen, eine Einigung steht nicht fest.
Solidigm war 2021 aus dem Kauf des Intel-NAND- und SSD-Geschäfts für 9 Milliarden US-Dollar entstanden und betreibt bislang nur eine einzige NAND-Fertigungsstätte im chinesischen Dalian. Ein US-Standort würde diese Abhängigkeit verringern und zugleich Schutz vor möglichen US-Zöllen bieten.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Der globale NAND-Umsatz von SK Hynix und Solidigm zusammen kletterte im zweiten Quartal laut TrendForce um 89,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal, während die Nachfrage nach Hochkapazitätsspeichern für Rechenzentren weiter zunimmt.
Intel-Gespräche über Ohio-Fab als zweite Baustelle
Parallel dazu verhandelt SK Hynix laut Berichten vom Mittwoch mit Intel über eine mögliche Nutzung der Speicherfertigung am Standort Ohio One – entweder über ein Leasing-Modell oder eine Gemeinschaftsfirma mit Cloud-Hyperscalern.
Eine Struktur, Investitionssumme oder Partner steht nach Angaben von SK Hynix noch nicht fest; Intel bezeichnete entsprechende Berichte als Spekulation. Intel selbst hat mehr als 28 Milliarden US-Dollar in zwei Fabs am Standort New Albany zugesagt, deren erste frühestens 2030 die Produktion aufnehmen soll.
Als klare Variable gilt dabei die Genehmigung Südkoreas für einen Technologietransfer von DRAM- und HBM-Fertigung ins Ausland – daneben wird auch Japans Region Miyagi als möglicher Alternativstandort gehandelt.
Unabhängig davon läuft bereits das SK-Hynix-Projekt in Indiana: Dort soll ab Oktober 2028 ein Reinraum für HBM-Packaging stehen, die Massenproduktion ist für die zweite Jahreshälfte 2029 geplant, das Investitionsvolumen liegt bei über 4 Milliarden US-Dollar.
Die Reaktion an den Börsen fiel deutlich aus: Der Bericht zu den Intel-Gesprächen ließ die Intel-Aktie am Donnerstag um bis zu 8 Prozent steigen, SK Hynix legte an diesem Tag rund 3 Prozent zu. Barclays stufte Intel daraufhin auf Overweight hoch, Melius Research nannte ein Kursziel von 165 US-Dollar mit Potenzial auf 200 Dollar binnen zwei Jahren.
Ventures-Sparte und Marktumfeld verstärken den Rückenwind
Zusätzlich befeuert wurde die Kursbewegung durch den Start der neuen Venture-Capital-Marke „SK hynix Ventures“ im Silicon Valley, vorgestellt von Konzernchef Kwak Noh-Jung beim ersten „SK hynix Ventures Day“.
Die Einheit soll künftig verstärkt in KI-Computing, Rechenzentren, Systemsoftware und optische Verbindungstechnik investieren – ein Geschäft, das SK Hynix über sein Corporate-Venture-Capital-Programm seit 2015 betreibt und nach eigenen Angaben bereits mehr als das Doppelte des eingesetzten Kapitals eingespielt hat.
Der Kurssprung fällt zudem in ein günstiges Marktumfeld: Der koreanische Leitindex Kospi legte am Freitagmorgen um über 2 Prozent zu, angetrieben von einer breiten Rally bei US-Technologiewerten – der Philadelphia Semiconductor Index stieg um 3,14 Prozent, Micron um 5,5 Prozent. Ausländische Investoren kauften nach zuvor acht Sitzungen in Folge mit Nettoverkäufen erstmals wieder koreanische Aktien netto zu.
Mit dem heutigen Sprung nähert sich SK Hynix wieder dem 50-Tage-Durchschnitt von etwa 1,71 Millionen Won, liegt aber weiterhin rund 38 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von knapp 3 Millionen Won aus dem Juni. Die Aktie bleibt damit trotz der jüngsten Erholung deutlich unter ihrem bisherigen Rekordniveau, während die fundamentale Story – Kapazitätsausbau in den USA, boomende KI-Nachfrage nach Speicherchips – für Anleger weiter an Gewicht gewinnt.
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