Skanska Aktie: US-Aufträge retten den Tag?
SEB sieht starken Auftragseingang im dritten Quartal, während Risiken bei Gewerbeimmobilien und ein schwächerer Aktienkurs bestehen.

Kurz zusammengefasst
- SEB hebt Empfehlung und Kursziel an
- Starker Auftragseingang im dritten Quartal erwartet
- US-Projekte im Bildungssektor: 351 Millionen Dollar
- Weitere Abschreibungen bei Immobilien möglich
Die schwedische Bank SEB hat die Aktie des Baukonzerns Skanska gestern von „Halten“ auf „Kaufen“ hochgestuft und das Kursziel von 270 auf 300 schwedische Kronen angehoben. Nach Einschätzung der Analysten steht dem Baugeschäft für das dritte Quartal 2026 ein außerordentlich starker Auftragseingang bevor. Am Markt geriet das Papier dennoch unter Druck: Im heutigen Handel notiert der Titel bei 22,79 Euro, was einem Minus von 3,4 Prozent entspricht.
Gespaltene Lage zwischen Bau und Projektentwicklung
Mit ihrer Hochstufung stellt sich die SEB gegen die jüngste Skepsis am Markt. Am Montag hatte das Analysehaus Jefferies seine Kaufempfehlung für den Titel gestrichen und das Kursziel von 305 auf 297 Kronen gesenkt, was zu spürbaren Kursabgaben führte. Die SEB begründet ihre optimistischere Haltung vor allem mit dem Wachstumstempo im klassischen Baugeschäft, das die Analysten als außergewöhnlich bezeichnen.
Allerdings verweist die Bank zugleich auf anhaltende Risiken im Bereich der gewerblichen Immobilienentwicklung. In diesem Segment rechnet das Institut mit fortdauernder Schwäche und schließt weitere Wertberichtigungen, insbesondere auf dem US-Markt, nicht aus.
In einer konservativen Sum-of-the-Parts-Bewertung ermittelt die SEB dennoch einen Wert von rund 340 Kronen je Aktie. Dieses Szenario unterstellt eine Nullverzinsung auf Entwicklungsprojekte sowie Abschreibungen von 15 Prozent auf den Buchwert fertiggestellter Immobilien. In einem optimistischen Szenario sieht die Bank den fairen Wert sogar bei etwa 390 Kronen.
Milliardenschwere Neuaufträge in den USA
Die Zuversicht hinsichtlich des operativen Bausektors wird durch eine Reihe neuer Großaufträge in den Vereinigten Staaten untermauert, die im Auftragseingang für das dritte Quartal verbucht werden. Zu den gewichtigsten Projekten zählt ein Festpreisvertrag mit der Marinebehörde NAVFAC Mid-Atlantic über 271 Millionen US-Dollar.
Skanska ersetzt dabei an der Naval Station Newport im Bundesstaat Rhode Island einen baufälligen Pier durch eine rund 305 Meter lange Neuanlage für Einheiten der US-Küstenwache. Die Fertigstellung der Kaianlage ist für März 2030 anvisiert.
Parallel dazu sicherte sich der Konzern mehrere Großprojekte im US-Bildungssektor mit einem kombinierten Volumen von 351 Millionen US-Dollar. Dazu zählen unter anderem ein Neubau- und Renovierungsprojekt für Kunst und Theater an der University of Mary Washington in Virginia für 163 Millionen US-Dollar sowie ein Schulneubau für 1.600 Schüler im Renton School District im Bundesstaat Washington mit einem Auftragswert von 110 Millionen US-Dollar.
Mit einer Marktkapitalisierung von 9,84 Milliarden Euro bleibt Skanska einer der gewichtigsten Akteure der europäischen Baubranche, dessen US-Auftragsbestand dem Gegenwind im Gewerbeimmobiliensektor spürbar entgegenwirkt.
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