SMI: KI-Euphorie trifft auf Ernüchterung
Schweizer Leitindex SMI fällt nach Rekordhoch zurück. Tech-Sorgen aus den USA und steigende Risikoaversion belasten die Stimmung.

Kurz zusammengefasst
- Smi schließt mit 0,42 Prozent im Minus
- Apple-Preiserhöhungen belasten Tech-Sektor
- Risikoaversion der Anleger nimmt zu
- EuroStoxx 50 beendet Gewinnserie
Nach dem Allzeithoch vom Donnerstag folgte am Freitag die Kehrtwende. Der Schweizer Leitindex SMI schloss mit einem Minus von 0,42 Prozent bei 14.172,71 Punkten — ein moderater Rücksetzer, der sich nahtlos in die europaweite Korrektur zum Wochenschluss einfügt.
Tech-Sorgen aus den USA drücken die Stimmung
Der Auslöser kam aus Übersee. Apple hatte Preiserhöhungen für verschiedene Geräte angekündigt, um gestiegene Kosten für Speicherchips an die Kunden weiterzugeben. Das nährte Zweifel, ob die Nachfrage nach Technologieprodukten im Privatkundengeschäft standhalten kann. In Asien reagierten die Märkte zuerst, Europa folgte prompt.
Für Halbleiter- und Technologietitel war die Vortagserholung damit nur ein kurzes Aufflackern. Auch ABB verlor rund 2,5 Prozent, nachdem der Titel tags zuvor noch zugelegt hatte. Tech-nahe Werte wie Schneider Electric gaben ebenfalls nach.
Marktbeobachter sehen dahinter ein breiteres Muster. Timo Emden von Emden Research verweist auf zunehmende geldpolitische Unsicherheiten als Richtungsgeber. „Die KI-Euphorie kann nicht jeden Bewertungsmaßstab außer Kraft setzen“, so seine Einschätzung — eine Aussage, die den Stimmungswandel der vergangenen Tage gut beschreibt.
Risikoaversion nimmt spürbar zu
Thomas Altmann von QC Partners fasst die Lage knapp zusammen: Die Risikoaversion steige, Anleger würden generell vorsichtiger. Das spiegelt sich in den Wochenzahlen wider. Der EuroStoxx 50 verlor über die gesamte Woche 1,14 Prozent — nach fünf Anstiegen in Folge ein merklicher Stimmungsbruch.
Hinzu kamen Verluste im Ölsektor, wo die Aussicht auf ein normalisiertes Angebot aus der Golfregion die Notierungen belastete. Damit trafen gleich zwei Belastungsfaktoren — Technologie und Energie — am selben Handelstag aufeinander.
Gemessen an der Ausgangslage ist das Wochenergebnis für den SMI noch vergleichsweise ordentlich: Das Allzeithoch vom Donnerstag bleibt im Rücken. Ob der Index in der kommenden Woche an dieses Niveau anknüpfen kann, hängt maßgeblich davon ab, wie die US-Märkte nach dem Wochenende die KI-Bewertungsdiskussion weiterführen.
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