Smi: Neue Höhen, wenig Schwung
Der Schweizer Leitindex schließt erstmals über 14.400 Punkten, getrieben von Zinssenkungserwartungen und trotz fehlender Impulse.

Kurz zusammengefasst
- Smi schließt bei 14.424 Punkten
- Handelsvolumen bleibt unter Vortagesniveau
- Zinsfantasie stützt den Gesamtmarkt
- Julius Bär mit neuem Finanzvorstand
Ausgerechnet an einem Tag ohne nennenswerte Impulse markiert der Schweizer Leitindex sein nächstes Rekordhoch. Der SMI schloss am Freitag erstmals über der Marke von 14.400 Punkten – bei 14.424 Zählern, ein Plus von 0,5 Prozent. Zwischenzeitlich stieg er sogar bis auf 14.427 Punkte, ehe er knapp unter dem Tageshoch aus dem Handel ging.
Die US-Börsen blieben wegen des Feiertagswochenendes um den 4. Juli geschlossen, echte Impulse fehlten dem Markt entsprechend. Der Handel verlief nach einem freundlichen Start und einer zwischenzeitlichen Schwächephase am Nachmittag wieder in Kauflaune. Von den 20 SMI-Werten legten 14 zu, nur sechs gaben nach – ein breit abgestütztes Bild, wenngleich das Handelsvolumen mit 17,76 Millionen Aktien deutlich unter dem Vortageswert von 27,16 Millionen lag.
Zinsfantasie treibt weiter
Der schwächere US-Arbeitsmarktbericht vom Vortag wirkt nach. Daten von LSEG zeigten am Freitag eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent für eine Zinserhöhung im Juli und von 60 Prozent für September – die Erwartung nachlassenden Zinsdrucks stützt weiterhin zinssensible Sektoren und hält die Kauflaune am Leben, auch ohne frische Nachrichten aus Übersee.
Bei den Einzelwerten sorgte die Erholung des europäischen Technologiesektors für Auftrieb. Logitech gewannen 1,4 Prozent, nachdem sich die südkoreanischen Chiphersteller Samsung Electronics und SK Hynix von ihren Verlusten des Vortages erholt hatten. Die Schwergewichte im Index zeigten sich uneinheitlich: Nestlé legte leicht um 0,1 Prozent zu, während Roche und Novartis mit minus 0,3 beziehungsweise minus 0,1 Prozent nachgaben.
Für den größten Einzelausschlag sorgte Julius Bär mit einem Kursplus von 1,6 Prozent. Die Privatbank kündigte an, dass Peter Burrill am 17. August das Amt des Chief Financial Officer übernimmt und zugleich in die Geschäftsleitung einzieht. Burrill wechselt von Standard Chartered, wo er zuletzt als Interim Group CFO tätig war. Er folgt auf Evie Kostakis, deren Abgang die Bank bereits im April überraschend bekanntgegeben hatte.
Nach dem Rekordschluss richtet sich der Blick auf die kommende Woche, in der nur wenige wichtige Konjunkturdaten anstehen und die US-Berichtssaison noch nicht begonnen hat. Ohne neue Impulse dürfte sich das ruhige Handelsmuster der vergangenen Tage zunächst fortsetzen.
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