Smi: Ölpreis und Jobdaten drehen Wochenbilanz
Sinkende Ölpreise und schwache US-Jobzahlen stützten den Schweizer Leitindex, während hohe Anleiherenditen belasteten.

Kurz zusammengefasst
- Smi steigt am Freitag um 0,28 Prozent
- Ölpreis fällt zeitweise auf 98,40 Dollar
- US-Arbeitsmarkt meldet 29.000 neue Stellen
- ABB, VAT Group und Sika legen zu
Der Schweizer Leitindex beendet eine schwache Woche mit einem Plus. Nach vier Verlusttagen in Folge schloss der SMI am Freitag 0,28 Prozent höher bei 13.660,92 Punkten. Der Zuwachs blieb allerdings deutlich unter den Tageshöchstständen.
Anfangsgewinne schmelzen ab
Schon früh am Tag ging es kräftig nach oben. Der Index sprang um mehr als 150 Punkte auf über 13.750 Zähler. Diese Gewinne hielten nicht. Am Mittag stand noch ein Plus von 0,54 Prozent zu Buche, am Ende blieb gut die Hälfte davon übrig. Dabei hatte der Handel zunächst sogar leicht schwächer begonnen.
Gestützt wurde der Markt von zwei Faktoren. Die Ölpreise gaben nach, nachdem Berichte über Gespräche in der EU die Runde machten: Mehrere Länder erörtern einen französischen Vorschlag, Treibstoff- und Rohölreserven freizugeben. Brent fiel zeitweise auf 98,40 Dollar, bewegte sich zum Schluss aber wieder knapp über der Marke von 100 Dollar.
Hinzu kamen enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten. Im September entstanden nur 29.000 neue Stellen, erwartet worden waren 85.000. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 Prozent. Das senkt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung. Belastend blieben dagegen die hohen Renditen europäischer Staatsanleihen.
Industrie und Finanzwerte vorn
An der Spitze lagen zyklische Titel. ABB, VAT Group und Sika legten zwischen 2,6 und 2,9 Prozent zu. Auch Finanzwerte zeigten sich fest: Julius Bär gewann rund 2 Prozent, die Privatbank will eigene Aktien für bis zu 600 Millionen Franken zurückkaufen. Versicherer wie Swiss Re und Zurich sowie Kuehne + Nagel und Schindler stiegen um 1,5 bis 1,8 Prozent.
Auf der Verliererseite standen vor allem Defensive und Konsumtitel:
- Straumann: minus 1,9 Prozent
- Novartis: minus 1,46 Prozent
- Lindt & Sprüngli: minus 1,1 Prozent
- Roche: minus 0,95 Prozent
- Sonova: minus 0,7 Prozent
Das Muster ist typisch für eine Erholung mit nachlassender Risikoscheu: Konjunkturnahe Werte holen auf, Pharma und Basiskonsum bleiben zurück.
Europa legt stärker zu
Der SMI blieb hinter den europäischen Nachbarn zurück. Der EuroStoxx 50 gewann 1,02 Prozent auf 6.238,50 Punkte, getrieben von Technologiewerten und Halbleiteraktien. Auf Wochensicht liegt er mit 1,02 Prozent im Minus, nachdem er am Vortag auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni gefallen war.
Für den SMI lag der Fokus damit auf der Verteidigung der Marke von 13.600 Punkten. Der Wochenstart bringt zunächst die Frage, ob die Ölpreise unter 100 Dollar je Barrel bleiben. Die Zinssitzung der US-Notenbank später im Oktober dürfte die nächste Richtungsmarke setzen.
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