SoftBank: 71,5% TSMC-Position abgebaut

SoftBank reduziert TSMC-Anteile um 71,5 Prozent und investiert parallel in Capital One. Der Nettogewinn sinkt im ersten Quartal 2026 um 18 Prozent.

Redaktion Stock-World ·
Abstraktes Bild eines Halbleiter-Wafers als Symbol für die globale Chipindustrie und Marktbewegungen. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • TSMC-Anteile um 71,5 Prozent reduziert
  • Neue Beteiligung an Capital One
  • Nettogewinn sinkt um 18 Prozent
  • 10-Milliarden-Dollar-Kredit für KI-Expansion

Die japanische Beteiligungsgesellschaft SoftBank Group nutzt das aktuelle Marktumfeld für eine strategische Umgestaltung ihres Portfolios. Wie aus einer gestern veröffentlichten Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, hat der Konzern seine Position beim Chip-Giganten Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) massiv abgebaut und im Gegenzug eine neue Beteiligung im Finanzsektor etabliert.

Umfangreiche Umschichtungen im Technologie-Portfolio

Im zweiten Quartal 2026 veräußerte SoftBank rund 71,5 Prozent seiner Anteile an TSMC. Der Verkauf von insgesamt 1,4 Millionen Aktien spülte laut Reuters etwa 269,8 Millionen US-Dollar in die Kassen des Unternehmens. Parallel dazu baute der Konzern eine neue Position beim US-Finanzdienstleister Capital One auf.

Zum Stichtag am 30. Juni hielt SoftBank 276.811 Aktien des Unternehmens im Wert von 55,5 Millionen US-Dollar. Ergänzt wurde die Neuorientierung durch eine kleinere Beteiligung am Technologieanbieter Life360, von dem 10.718 Anteile erworben wurden.

Die Aktie der SoftBank Group reagierte am Freitag mit einem Kursplus von 0,8 Prozent und schloss bei 31,39 Euro. Trotz dieser kurzfristigen Stabilisierung verzeichnete der Wert über einen Zeitraum von 30 Tagen ein Minus von 5,9 Prozent, was die allgemeine Volatilität im globalen Technologiesektor widerspiegelt.

Quartalsbilanz und Fokus auf Künstliche Intelligenz

Die Portfolio-Anpassungen fallen zeitlich mit der Präsentation der Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 zusammen. In dem am 30. Juni beendeten Dreimonatszeitraum erzielte die Gruppe einen Nettogewinn von 347,3 Milliarden Yen. Dies entspricht einem Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Medienberichten zufolge fiel das Ergebnis dennoch besser aus als von vielen Marktteilnehmern erwartet, was unter anderem auf einen Buchgewinn aus der Beteiligung an Intel zurückzuführen war.

Ein zentraler Pfeiler der Unternehmensstrategie bleibt die Expansion im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Zwar verbuchte SoftBank für seine Beteiligung an OpenAI im abgelaufenen Quartal keine Bewertungsgewinne, doch sicherte sich der Konzern im August einen Kredit in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar. Als Sicherheit für dieses Darlehen dienen die Anteile an OpenAI.

Laut Reuters richten Analysten ihr Augenmerk nun verstärkt darauf, wie SoftBank die Balance zwischen weiteren KI-Investitionen und der Verschuldung in der Bilanz hält. Flankiert wurden die Zahlen der Holding durch die Ergebnisse der Tochtergesellschaft SoftBank Corp., die für das April-Juni-Quartal einen Umsatz von 1.814,7 Milliarden Yen und einen operativen Gewinn von 302,3 Milliarden Yen auswies.

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