SoftBank Aktie: 40-Milliarden-Kredit fällig März 2027
SoftBank verliert über elf Prozent an einem Tag. S&P senkt den Ausblick auf negativ, während hohe Schulden und riskante KI-Wetten den Konzern belasten.

Kurz zusammengefasst
- Tagesverlust von über elf Prozent
- S&P senkt Kreditausblick auf negativ
- OpenAI-Anteile als Kreditsicherheit genutzt
- Hohe Verschuldung von rund 104 Milliarden Dollar
SoftBank hat am Donnerstag mehr als elf Prozent verloren — ein Tagesverlust, der den Konzern wieder in den Fokus einer alten Debatte rückt: Wie viel Hebel verträgt eine Wette auf KI?
Der Ausverkauf traf nicht nur SoftBank. Nvidia, TSMC und Foxconn gerieten ebenfalls unter Druck, als sich die Stimmung im globalen Technologiesektor eintrübte. Beim japanischen Konglomerat kommen jedoch spezifische Risiken hinzu, die den Kursrückgang über einen normalen Sektorrücksetzer hinaus bedeutsam machen.
OpenAI als Pfand
SoftBank soll seine OpenAI-Anteile als Sicherheit einsetzen, um frisches Kapital für das KI-Infrastrukturprojekt „Stargate“ zu beschaffen. Das beunruhigt Kreditgeber — denn OpenAI ist nicht börsennotiert, und eine Bewertung von mehr als dem 35-Fachen des Umsatzes lässt sich im Krisenfall kaum verteidigen. Das Gesamtengagement in den KI-Entwickler beläuft sich auf geschätzte 64,6 Milliarden Dollar.
Um diese Positionen zu finanzieren, sicherte sich SoftBank einen Überbrückungskredit über 40 Milliarden Dollar, der im März 2027 fällig wird. Die Konstruktion ist riskant: Sollte OpenAI seinen Börsenwert nicht halten oder der IPO sich verzögern, steht SoftBank unter erheblichem Refinanzierungsdruck.
S&P senkt Ausblick auf „Negativ“
S&P Global hat den Kreditausblick für SoftBank auf „Negativ“ gesetzt. Begründung: steigende Verschuldung und eine Portfoliokonzentration in volatilen KI-Assets. Ende 2025 türmten sich die Gesamtschulden auf rund 16,3 Billionen Yen — umgerechnet etwa 104 Milliarden Dollar.
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Als Puffer dient die Mehrheitsbeteiligung an Arm Holdings, die mit rund 165 Milliarden Dollar bewertet wird. Allerdings emittiert SoftBank weiter Schulden: Eine nachrangige Anleihe über 260 Milliarden Yen trägt einen Kupon von 5,12 Prozent — der höchste Zinssatz auf eine Yen-Anleihe des Konzerns seit Jahren. Das signalisiert, dass der Markt für das gestiegene Risiko eine spürbare Prämie verlangt.
Volatilität bleibt hoch
Der Kurs notiert aktuell bei 40,60 Euro. Trotz des scharfen Tagesverlusts liegt die 30-Tage-Performance noch bei knapp 21 Prozent — der Einbruch folgte auf eine ausgeprägte Rallye. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage beträgt 109,67 Prozent, ein Wert, der die extreme Abhängigkeit des Kurses von Masayoshi Sons Investitionszyklus widerspiegelt. Der RSI von 57,3 zeigt, dass die Aktie nach der Korrektur nicht mehr überkauft ist.
Parallel zu den Finanzierungssorgen treibt Son seine Expansionspläne voran. In Frankreich plant SoftBank KI-Rechenzentren mit einer Gesamtkapazität von 5 Gigawatt und einem Investitionsvolumen von 75 Milliarden Euro. Die erste Phase mit 3,1 Gigawatt in der Region Hauts-de-France soll bis 2031 abgeschlossen sein. TD Cowen bewertet die Aktie mit „Hold“ — eine Haltung, die den Widerspruch zwischen langfristiger Wachstumsstory und kurzfristigen Schuldenrisiken treffend zusammenfasst. Entscheidend wird sein, ob SoftBank den Überbrückungskredit bis März 2027 geräuschlos refinanzieren kann — oder ob der Markt vorher die Geduld verliert.
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