SoftBank Aktie: 7,72 Prozent Minus nach OpenAI-Zweifeln
Berichte über eine mögliche Verschiebung des OpenAI-Börsengangs lassen den SoftBank-Kurs einbrechen und belasten den japanischen Markt.

Kurz zusammengefasst
- Tagesverlust von über 7,7 Prozent
- OpenAI-IPO-Verschiebung als Auslöser
- SoftBank investierte rund 65 Milliarden Dollar
- Nikkei 225 fällt um über 4 Prozent
Die Aktie der japanischen SoftBank Group erlebte am Freitag einen herben Rückschlag. Sie schloss bei 33,69 Euro — ein Minus von 7,72 Prozent an einem Tag. Der Grund: Berichte, dass ChatGPT-Entwickler OpenAI seinen Börsengang verschieben könnte.
Das wäre ein harter Schlag für SoftBank. Der japanische Konzern hat massiv in das KI-Unternehmen investiert — kumuliert rund 65 Milliarden Dollar bis Oktober 2026 für einen Anteil von etwa 13 Prozent. Viele Anleger hofften auf einen milliardenschweren IPO, der SoftBanks Bilanz aufpolieren würde. Diese Hoffnung scheint nun zu platzen.
Internes Ringen um Bewertung
OpenAI-CEO Sam Altman pocht offenbar auf eine Bewertung von einer Billion Dollar für sein Unternehmen. Finanzberater legten zwei Optionen vor: einen früheren IPO zu einem niedrigeren Wert oder den Gang an die Börse erst 2027 — dann aber zum Wunschpreis. Laut Medienberichten neigt das Management zur Verschiebung.
Mehrere Faktoren spielen eine Rolle. Der Technologiesektor zeigt sich zu volatil für große Listings. Die SpaceX-Enttäuschung wirkt als Warnsignal: Nach dem Börsendebüt im Juni fiel die Aktie von 225 auf 153 Dollar. Zudem forderte die US-Regierung eine gestaffelte Freigabe des neuen KI-Modells GPT-5.6 aus Sicherheitsgründen. OpenAI verzögert deshalb auch die Veröffentlichung.
Japanischer Markt unter Druck
Der SoftBank-Ausverkauf zog den gesamten japanischen Aktienmarkt mit. Der Nikkei 225 fiel um 4,15 Prozent auf 69.360,88 Punkte. Auch Technologiewerte wie Advantest und Tokyo Electron gaben deutlich nach.
Für SoftBank selbst verschärft sich die Lage. Die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei 115,40 Prozent. Bereits im März 2026 hatten Ratingagenturen einen negativen Ausblick veröffentlicht. Der verspätete IPO entzieht dem Konzern einen wichtigen Liquiditätsbaustein.
Die langfristige KI-Strategie „Activate AI for Society“ bleibt zwar intakt. OpenAI erzielte 2025 einen Umsatz von 13,07 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verzeichnete das Unternehmen Nettoverluste von rund 21 Milliarden Dollar — vor allem durch Investitionen in Rechenzentren. Ein Börsengang 2027 hieße für SoftBank: Geduld. Und eine ziemlich lange Durststrecke.
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