SoftBank setzt gleich doppelt auf künstliche Intelligenz: mit der Übernahme des Infrastrukturinvestors DigitalBridge und einer historisch großen Beteiligung an OpenAI. Der Konzern bündelt damit Milliarden in Hardware und Software rund um generative KI – eine klare strategische Schwerpunktverschiebung.
- Übernahme von DigitalBridge für rund 4 Mrd. US-Dollar
- Vollständige Finanzierung einer OpenAI-Beteiligung von 41 Mrd. US-Dollar
- Rund 11 % Anteil an OpenAI
- Aktie versucht, nach starkem Rückgang 2025 Boden gutzumachen
DigitalBridge-Deal als Infrastrukturbaustein
SoftBank hat eine bindende Vereinbarung zur Übernahme der DigitalBridge Group (DBRG) geschlossen. Der Enterprise Value der Transaktion liegt bei rund 4,0 Mrd. US-Dollar. DigitalBridge fokussiert sich auf Rechenzentren, Glasfaser-Netze und Funktürme – also zentrale Bausteine der physischen AI-Infrastruktur.
Wesentliche Eckdaten der Vereinbarung:
- Angebotspreis: 16,00 US-Dollar je DigitalBridge-Aktie
- Aufschlag: rund 15 % auf den Schlusskurs vom 26. Dezember 2025
- Bewertung: etwa 50 % Aufschlag auf den 52-Wochen-Durchschnittskurs
- Zeitplan: Abschluss der Transaktion in der zweiten Hälfte 2026 erwartet, vorbehaltlich Genehmigungen
- Struktur: DigitalBridge soll nach der Übernahme als eigenständig geführte Plattform innerhalb der SoftBank-Gruppe weiterarbeiten
Mit dem Schritt sichert sich SoftBank direkten Zugang zu Kapazitäten, die für das Hochskalieren von KI-Anwendungen notwendig sind – von Rechenzentrumsflächen bis zu Netzinfrastruktur.
41-Milliarden-Beteiligung an OpenAI
Parallel dazu hat SoftBank seine Kapitalzusage an OpenAI vollständig erfüllt. Laut Finanzdaten wurde Ende dieser Woche die zweite Tranche von etwa 22,5 Mrd. US-Dollar überwiesen.
Damit steigt das gesamte direkte Investment in OpenAI auf 41 Mrd. US-Dollar. SoftBank hält nun rund 11 % der Anteile und gehört damit zu den größten Anteilseignern der führenden generativen-KI-Gesellschaft hinter ChatGPT. Ein erheblicher Teil des Portfolios wird damit an die künftige Entwicklung dieses Ökosystems gekoppelt.
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Analysten verweisen darauf, dass OpenAI selbst hohe Investitionen plant: Prognostizierte Ausgaben von rund 1,4 Billionen US-Dollar stehen im Raum, während bis 2030 noch keine Profitabilität erwartet wird. Diese Kombination aus enormen Wachstumsambitionen und später Gewinnschwelle erhöht die Anforderungen an SoftBanks Finanz- und Bilanzsteuerung.
Kursreaktion an den Märkten
In den verfügbaren Handelssitzungen spiegelten die Papiere die Nachrichten mit moderaten Aufschlägen wider. Während die Hauptnotiz in Tokio feiertagsbedingt eingeschränkt gehandelt wurde, lieferten die American Depositary Receipts (ADRs) gestern ein erstes Stimmungsbild:
- Ticker SFTBY: Schlusskurs 57,42 US-Dollar, +1,27 %
- Ticker SFTBF: Schlusskurs 28,80 US-Dollar, +2,13 %
- Marktkapitalisierung: rund 160,44 Mrd. US-Dollar
Nach einem Kursrückgang von über 40 % im Oktober 2025 versucht der Titel damit, auf Basis der neuen Strategie wieder Tritt zu fassen.
Risiken und Einordnung
Die parallele Allokation von Kapital in einen 4-Mrd.-US-Dollar-Infrastrukturdeal und eine 41-Mrd.-US-Dollar-Beteiligung an einem noch nicht profitablen KI-Schwergewicht ist eine ausgesprochen ambitionierte Ausrichtung. Der DigitalBridge-Kauf liefert zwar greifbare Vermögenswerte wie Rechenzentren und Netzinfrastruktur, die hohen Zahlungen an OpenAI erhöhen jedoch die Abhängigkeit von einer langfristig erfolgreichen Kommerzialisierung generativer KI.
In den kommenden Quartalen wird entscheidend sein, wie effizient SoftBank die Integration von DigitalBridge umsetzt und ob die finanziellen Belastungen aus der OpenAI-Beteiligung im Rahmen der Bilanz- und Liquiditätsplanung bleiben.
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