SoftBank steht gleich von mehreren Seiten unter Druck. Der Kurs brach gestern um bis zu 12,5 Prozent ein und markierte damit den tiefsten Stand seit August 2025 – ausgelöst durch neue Zweifel am Stargate-Projekt, dem Kern der KI-Strategie des japanischen Konzerns.
Der unmittelbare Auslöser: Oracle und OpenAI haben ihre Pläne aufgegeben, ein zentrales KI-Rechenzentrum in Texas zu erweitern. Das Vorhaben war Teil der Stargate-Initiative, an der neben SoftBank auch Oracle, OpenAI und der abu-dhabische Staatsfonds MGX beteiligt sind.
Wachsende Kreditrisiken
Der gestrige Ausverkauf trifft SoftBank in einem ohnehin angespannten Umfeld. Die 5-Jahres-Credit-Default-Swaps des Unternehmens weiteten sich auf rund 380 Basispunkte aus – gegenüber etwa 347 Basispunkten Ende vergangener Woche.
Bereits vergangene Woche hatte S&P Global den Ausblick für SoftBank von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Begründung: Die geplante zusätzliche Investition von 30 Milliarden US-Dollar in OpenAI könnte die Liquidität des Konzerns und die Kreditqualität seines Portfolios belasten. Das langfristige Rating bleibt vorerst bei „BB+“ – mit dem Hinweis, dass eine Rückstufung in den nächsten sechs bis zwölf Monaten möglich ist, wenn bestimmte Risikoszenarien eintreten.
Laut Bloomberg-Intelligence-Analystin Sharon Chen könnte die Loan-to-Value-Quote auf 27 bis 28 Prozent steigen – und damit die selbst auferlegte Obergrenze von 25 Prozent überschreiten.
Hinzu kommt ein milliardenschweres Finanzierungsvorhaben: SoftBank strebt einen 12-monatigen Überbrückungskredit von bis zu 40 Milliarden Dollar an, der unter der Führung von JPMorgan Chase arrangiert werden soll. Es wäre die größte US-Dollar-Anleihe in der Unternehmensgeschichte.
Glanzvolle Gewinne, aber mit Vorbehalt
Das operative Bild der jüngsten Quartale ist gemischt. Im zweiten Geschäftsquartal erzielte der Vision Fund einen Gewinn von rund 19 Milliarden Dollar, was den Konzerngewinn auf 2,5 Billionen Yen trieb – deutlich über den Analystenschätzungen. Im dritten Quartal hingegen sank der Nettovermögenswert um 6 Prozent, belastet durch einen Kursverlust von 23 Prozent bei Arm Holdings.
Ein struktureller Vorbehalt gilt dabei durchgehend: Ein Großteil der ausgewiesenen Gewinne sind nicht realisierte Bewertungsgewinne, keine operativen Cashflows. Das macht die Ergebnisse stark abhängig von Kursbewegungen bei Schlüsselbeteiligungen wie Arm und OpenAI.
Neben den KI-Ambitionen treibt SoftBank auch seine Infrastrukturstrategie voran: Zuletzt vereinbarte das Unternehmen den Kauf der ABB-Robotiksparte für rund 5,4 Milliarden Dollar sowie die Übernahme des US-Infrastruktur-Investmentunternehmens DigitalBridge für etwa 4 Milliarden Dollar.
Als kurzfristiger Faktor gilt der geplante Börsengang von PayPay: SoftBank will damit bis zu 1,1 Milliarden Dollar einsammeln und bewertet den Zahlungsdienstleister mit bis zu 13,4 Milliarden Dollar. Ein erfolgreicher IPO soll helfen, Schulden zu reduzieren und Beteiligungen zu monetarisieren – und ist damit ein wichtiger Baustein, um die finanziellen Spielräume des Konzerns zu sichern.
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