Der japanische Technologiekonzern SoftBank erlebt derzeit eine turbulente Phase. Während der lang ersehnte Börsengang der Tochter PayPay an der Nasdaq eigentlich ein Grund zum Feiern wäre, trüben massive Kreditsorgen und ein geplatztes KI-Infrastrukturprojekt die Stimmung. Die milliardenschwere Wette auf künstliche Intelligenz gerät zunehmend zum finanziellen Drahtseilakt.
Börsengang mit bitterem Beigeschmack
Am Donnerstag feierte der digitale Zahlungsdienstleister PayPay sein Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq. Die Freude währte jedoch kurz. Da der Ausgabepreis unterhalb der anvisierten Spanne lag, reagierten Anleger enttäuscht und schickten die SoftBank-Papiere am Freitag in Tokio um knapp vier Prozent ins Minus. Geopolitische Spannungen und eine allgemeine Marktvolatilität dämpften die Nachfrage nach der Neuemission, die insgesamt rund 880 Millionen US-Dollar einbrachte.
Dieser Rücksetzer folgte auf einen noch deutlicheren Kursrutsch zu Beginn der Woche. Bereits am Montag war die Aktie um 12,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit August 2025 eingebrochen. Verantwortlich dafür war das unerwartete Aus für ein gigantisches KI-Rechenzentrum in Texas, das Oracle und OpenAI ursprünglich im Rahmen des „Stargate“-Projekts planten. Ein plötzlicher Anstieg der Ölpreise, ausgelöst durch den eskalierenden Konflikt im Iran, ließ die Energiekosten für das rechenintensive Projekt in unwirtschaftliche Höhen schnellen.
Analysten warnen vor Klumpenrisiko
Die aggressive Expansionsstrategie im Bereich der künstlichen Intelligenz hinterlässt mittlerweile tiefe Spuren in der Bilanz. Die Ratingagentur S&P Global stufte den Ausblick für SoftBank auf „negativ“ ab, nachdem der Konzern weitere 30 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert hatte. Die Kosten für die Absicherung von SoftBank-Anleihen gegen einen Zahlungsausfall stiegen daraufhin auf den höchsten Stand seit elf Monaten.
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Die Investmentbank Jefferies reagierte mit einer deutlichen Abstufung auf „Underperform“ und passte die Erwartungen drastisch an:
- Altes Kursziel: 5.118 Yen
- Neues Kursziel: 3.140 Yen
- Abwärtspotenzial: Rund 19 Prozent vom aktuellen Niveau
Marktbeobachter kritisieren vor allem die internen Finanzierungsstrukturen. SoftBank hat rund 85 Prozent des frischen Kapitals in den jüngsten OpenAI-Finanzierungsrunden selbst bereitgestellt. Diese Praxis treibt die Bewertung des KI-Entwicklers auf bis zu 840 Milliarden US-Dollar und bläht damit gleichzeitig den ausgewiesenen Nettoinventarwert von SoftBank auf.
Eine Neubewertung der Lage durch Analysten hängt nun an konkreten Bedingungen. Jefferies signalisierte, dass sich die negative Einschätzung ändern könnte, sobald OpenAI entweder zu einer höheren Bewertung an die Börse geht oder signifikantes Kapital von externen Investoren einsammelt. Bis dahin zwingt die Kombination aus steigenden Energiekosten und hoher Schuldenlast das Management dazu, die Risiken seiner expansiven KI-Strategie genau abzuwägen.
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