SoftBank Aktie: Sam Altman pocht auf Billion
SoftBank verzeichnet Kursverluste von über zwölf Prozent nach Meldungen über verschobenen OpenAI-Börsengang. Der Konzern setzt nun verstärkt auf physische KI-Infrastruktur.

Kurz zusammengefasst
- Kurssturz um mehr als zwölf Prozent
- OpenAI-IPO auf 2027 verschoben
- Fokuswechsel zu Physical AI
- Neue Gesundheitsplattform in Japan
SoftBank hat eine brutale Woche hinter sich. Der Kurs brach um mehr als zwölf Prozent ein — ausgelöst von Berichten, dass OpenAI seinen Börsengang auf 2027 verschieben könnte. Für SoftBank ist das keine Randnotiz. OpenAI ist das Herzstück der KI-Strategie des Konzerns.
Eine Billion Dollar — oder gar nicht
Der Kern des Problems: OpenAI-Chef Sam Altman soll auf einer Bewertung von einer Billion Dollar bestehen. Dieses Ziel lässt sich kurzfristig kaum rechtfertigen. OpenAI verbuchte 2025 trotz 13,07 Milliarden Dollar Umsatz einen Verlust von 38,5 Milliarden Dollar. Für 2026 plant das Unternehmen weitere 14 Milliarden Dollar Verlust — und bis 2030 Rechenzentrums-Investitionen von 600 Milliarden Dollar.
SoftBank hält elf Prozent an OpenAI, erkauft für 41 Milliarden Dollar. Eine IPO-Verschiebung bedeutet: Diese Position bleibt illiquide. Anleger bewerten das als direktes Risiko für SoftBanks Bilanz.
Boardumbau auf „Physical AI“
Parallel dazu hat Masayoshi Son den Aufsichtsrat umgebaut. Zwei externe Direktoren wurden ersetzt. Neu an Bord: Tetsuji Ohashi, früherer Komatsu-Vorsitzender, und Miwa Omori von Mizuho Securities. Analysten werten die Berufung von Ohashi als Signal, dass SoftBank künftig stärker auf Industriemaschinerie und Rechenzentrum-Infrastruktur setzt — weg vom reinen Software-KI-Wetten, hin zu physischer Infrastruktur.
Das Ziel: „Physical AI“, also KI-Integration in Robotik und Schwerindustrie.
Schockwellen durch Asiens Märkte
Der OpenAI-Effekt blieb nicht auf SoftBank beschränkt. Der Nikkei 225 verlor zeitweise 4,15 Prozent. SoftBank-Beteiligung Kioxia fiel um 11,2 Prozent, Advantest um 9,6 Prozent. In Südkorea löste der KOSPI-Einbruch von 5,81 Prozent einen Circuit Breaker aus. Der Philadelphia Semiconductor Index verzeichnete mit minus 7,9 Prozent seinen stärksten Wochenverlust seit Anfang April.
Kein Wunder — der Halbleitersektor hängt direkt an der Erwartung, dass KI-Investitionen weiter steigen.
Gesundheitsplattform als Gegengewicht
SoftBank versucht, das Bild nicht allein von OpenAI bestimmen zu lassen. Der Konzern hat mit SMBC Group und Fujitsu eine Grundsatzvereinbarung geschlossen. Gemeinsam wollen sie eine nationale Gesundheitsplattform in Japan aufbauen — mit KI-Agenten, heimischen Rechenzentren und einer Zielgruppe von 60 Millionen Nutzern.
Mit einem 30-Tage-Verlust von 16,26 Prozent und einer annualisierten Volatilität von knapp 115 Prozent zeigt der RSI von 44,5 zwar erste Anzeichen einer Stabilisierung — von einer Trendwende ist der Kurs aber weit entfernt. Entscheidend wird sein, ob der neue Boardfokus auf Infrastruktur das Vertrauen zurückgewinnt, bevor der nächste IPO-Termin für OpenAI konkret wird.
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