SoftBank steht unter erheblichem Druck. Zweifel an der Umsetzbarkeit des KI-Infrastrukturprojekts Stargate haben Aktie und Kreditmarkt gleichzeitig erfasst – ein Zeichen, wie tief die Bedenken der Investoren sitzen.
Am Montag brach die Aktie um bis zu 12,5 % ein und fiel auf den niedrigsten Stand seit August 2025. Gleichzeitig weiteten sich die 5-Jahres-Credit-Default-Swaps auf rund 380 Basispunkte aus – gegenüber etwa 347 Basispunkten Ende der Vorwoche. Damit sind SoftBanks CDS die weitesten unter allen japanischen Großkonzernen, rund 100 Basispunkte über dem Niveau von Nissan.
Belastetes Kreditprofil, milliardenschwere Finanzierung
Die Kreditprobleme hatten sich bereits zuvor abgezeichnet. S&P Global hatte den Ausblick für SoftBank von „stabil“ auf „negativ“ revidiert – ausgelöst durch die zusätzliche Investition von 30 Milliarden Dollar in OpenAI. Die Ratingagentur warnte, es könnte länger als erwartet dauern, die Liquidität der Vermögenswerte und die Portfolioqualität wiederherzustellen.
Nun kommt hinzu, dass SoftBank einen Überbrückungskredit von bis zu 40 Milliarden Dollar aufnehmen will – die größte rein in Dollar denominierte Kreditaufnahme in der Unternehmensgeschichte. Der Kredit mit einer Laufzeit von rund zwölf Monaten soll überwiegend die OpenAI-Beteiligung finanzieren. JPMorgan Chase gehört zu den vier Banken, die das Darlehen zeichnen.
Das Ausmaß der Finanzierungsrunde hat Kreditanalysten und Aktionäre gleichermaßen aufgeschreckt – zumal Fragen zur kommerziellen Umsetzung von Stargate weiter offen sind.
Stargate: Verzögert, nicht gescheitert
Das 500-Milliarden-Dollar-Projekt, das US-Präsident Donald Trump im Januar 2025 angekündigt hatte, kommt langsamer voran als erwartet. Laut einem Bericht von The Information hat das Joint Venture zwischen OpenAI, Oracle und SoftBank mehr als ein Jahr nach der Ankündigung noch keine Mitarbeiter eingestellt und baut keine Rechenzentren aktiv aus. Streitigkeiten über Verantwortlichkeiten und die Struktur der Zusammenarbeit hatten das Projekt frühzeitig ausgebremst. OpenAI scheiterte zudem mit dem Versuch, eigene Rechenzentren zu finanzieren – Kreditgeber zeigten sich angesichts des unerprobten Geschäftsmodells und hoher Verluste zurückhaltend.
Dennoch: Aufgegeben ist Stargate nicht. Im Oktober wurde in Milam County, Texas, der Grundstein für einen Campus mit einer Kapazität von einem Gigawatt gelegt. OpenAI und SoftBank einigten sich auf eine Arbeitsteilung: OpenAI übernimmt den Langzeitmietvertrag und die Kontrolle über das Design, während SoftBanks Tochter SoftBank Energy das Projekt entwickelt und besitzt.
Starke Zahlen, aber fragile Basis
Die jüngsten Quartalszahlen zeichnen ein anderes Bild. In den neun Monaten bis Ende Dezember 2025 erzielte SoftBank Group einen Gewinn von 3,17 Billionen Yen – etwa fünfmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um knapp 8 % auf 5,7 Billionen Yen. Die Telekommunikationstochter SoftBank Corp. erhöhte ihre Jahresumsatzprognose auf 6,95 Billionen Yen und das operative Einkommensziel auf 1,02 Billionen Yen.
Allerdings stützen sich wesentliche Teile der Gewinne auf Marktbewertungen – und S&P Global warnte explizit, dass der aggressive KI-Kurs kombiniert mit dem deutlichen Kursrückgang der Arm-Aktie das Kreditprofil zusätzlich belaste.
Parallel dazu dürfte der geplante Börsengang von SoftBanks Bezahldienst PayPay am unteren Ende der angestrebten Preisspanne landen – geopolitische Spannungen im Nahen Osten belasten derzeit die Marktstimmung. Eine erfolgreiche Platzierung würde dem Konzern in der aktuellen Lage Kapital verschaffen, das er gut gebrauchen könnte.
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