Masayoshi Son hat Ernst gemacht. Mit dem Abschluss eines historischen 41-Milliarden-Dollar-Investments in OpenAI wandelt sich der japanische Tech-Gigant radikal. Anleger müssen sich fragen: Ist diese aggressive „All-in“-Strategie der Schlüssel zur KI-Dominanz oder ein riskantes Vabanquespiel mit illiquiden Assets?
SoftBank hat sich offiziell als größter externer Geldgeber des ChatGPT-Schöpfers etabliert. Ende Dezember 2025 überwies das Unternehmen die letzte Tranche von rund 22,5 Milliarden Dollar und erfüllte damit seine Zahlungsverpflichtungen. Im Gegenzug hält der Konzern nun einen Anteil von rund 11 Prozent an OpenAI. CEO Masayoshi Son verabschiedet sich mit diesem Schritt von der breiten Streuung der Vision Funds und konzentriert das Kapital auf den Marktführer für generative KI.
Diese Transaktion fügt sich in das breitere „Stargate-Projekt“ ein, eine auf 500 Milliarden Dollar geschätzte Initiative zum Aufbau einer US-basierten KI-Infrastruktur, an der auch Oracle beteiligt ist.
Infrastruktur als Fundament
Um die Software-Wette hardwareseitig abzusichern, greift SoftBank auch bei der Infrastruktur zu („DigitalBridge“). Der Konzern hat eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme der DigitalBridge Group (DBRG) unterzeichnet. Das Geschäft wird mit rund 4 Milliarden Dollar bewertet, was einem Preis von etwa 16,00 Dollar pro Aktie entspricht.
Durch diesen Zukauf sichert sich SoftBank den direkten Zugriff auf Rechenzentren, Glasfasernetzwerke und Edge-Infrastruktur. Ziel ist eine vertikale Integration der KI-Wertschöpfungskette – von der Energie und Rechenleistung bis hin zu den Modellen von OpenAI.
Finanzierung durch Verkäufe
Finanziert wird dieser massive Kurswechsel durch die Liquidierung etablierter Beteiligungen. Bereits im November 2025 stieß SoftBank seine verbliebenen Nvidia-Anteile vollständig ab und erlöste damit rund 5,8 Milliarden Dollar. Zwar sorgte dies für sofortige Liquidität, nahm dem Unternehmen jedoch die Chance, weiter von der Rallye des Chip-Giganten zu profitieren. Zusätzlich verkaufte der Konzern Anteile an T-Mobile US im Wert von 4,8 Milliarden Dollar, um die OpenAI-Tranche zu bedienen.
Marktbeobachter sehen in dieser Umschichtung ein erhöhtes Risiko. Analysten einiger großer Brokerhäuser bewerten die Aktie nur mit „Hold“. Ihre Sorge gilt der hohen Verschuldung und den Opportunitätskosten, die entstehen, wenn liquide Marktführer wie Nvidia gegen illiquide Private-Market-Positionen getauscht werden.
Aktiensplit zum Handelsstart
Wenn die Börse in Tokio am Montag, den 5. Januar, wieder öffnet, sehen sich Anleger mit neuen Vorzeichen konfrontiert. Zum 1. Januar 2026 führte SoftBank einen Aktiensplit im Verhältnis 4:1 durch. Basierend auf dem Schlusskurs vom 30. Dezember wird die Aktie voraussichtlich bei etwa 4.400 Yen notieren. Dieser optische Preisrückgang ist rein technischer Natur und resultiert nicht aus einem Wertverlust. Historische Kursvergleiche müssen nun um den Faktor vier bereinigt werden.
SoftBank startet als grundlegend verändertes Unternehmen in das Jahr 2026. Der Konzern ist kein Telekommunikationsbetreiber mehr, sondern ein gehebeltes Vehikel für die Entwicklung künstlicher Superintelligenz. Für Aktionäre ist das Papier nun eine direkte Wette darauf, dass sich Sons Vision einer KI-dominierten Zukunft durch das Zusammenspiel von OpenAI und DigitalBridge realisiert, bevor die Verbindlichkeiten fällig werden.
SoftBank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SoftBank-Analyse vom 12. Januar liefert die Antwort:
Die neusten SoftBank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SoftBank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SoftBank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
