SoftBank Group Aktie: Starlink-Dienst startet international
SoftBank weitet Satellitenkommunikation international aus und erprobt generative KI in Fujieda, während die Aktie überkauft wirkt.

Kurz zusammengefasst
- Satellitendienst startet am 28. September
- Ausweitung auf USA, Kanada, Neuseeland
- KI-System unterstützt Fujiedas Behördenmitarbeiter
- Aktie binnen 30 Tagen 29 Prozent höher
SoftBank Group treibt parallel zur laufenden Finanzierungsdebatte um seine OpenAI-Beteiligung zwei operative Projekte voran, die den Konzern über das reine Investmentgeschäft hinaus positionieren. Der Satelliten-Direktdienst „SoftBank Starlink Direct“ startet am 28. September im Ausland, während der Konzern in der japanischen Stadt Fujieda ein generatives KI-System für Behördenschalter testet.
Starlink-Dienst geht international
Ab dem 28. September können Nutzer den Dienst in den USA über T-Mobile USA, in Kanada über Rogers sowie in Neuseeland über One NZ nutzen. Auf den Philippinen soll der Start über den Partner Globe Telecom im Herbst folgen.
Kunden mit SoftBank-, Y!mobile-Simple- oder LINEMO-Best-Plan-Tarifen erhalten den Zugang ohne Zusatzkosten, andere Tarife können eine Option für 1.650 Yen monatlich hinzubuchen. Der Dienst deckt vorerst nur SMS, MMS, RCS und Daten innerhalb von Apps ab, Sprachanrufe sind ausgeschlossen. Voraussetzung ist ein iPhone ab Modell 13 mit iOS-Version 27.0 oder höher.
Die internationale Ausweitung zeigt, dass SoftBank sein Satelliten-Konnektivitätsgeschäft über den japanischen Heimatmarkt hinaus skaliert. Für Anleger ist das ein Signal, dass der Konzern neben den milliardenschweren KI-Wetten auch im klassischen Telekommunikationsgeschäft an Reichweite gewinnt.
KI-Pilotprojekt bei Behörden
Parallel dazu testet SoftBank seit Juni in Fujieda in der Präfektur Shizuoka ein Nachschlagesystem für Behördenmitarbeiter. Basis ist die hauseigene generative KI „Sarashina“ von SB Intuitions in Kombination mit dem System „dailyAI“.
Der Pilot läuft unter Begleitung des japanischen Innenministeriums, die Gesamtleitung liegt bei NRI, als Partner fungiert Gravis Architects. Getestet wird das System in drei Abteilungen: dem Bürgerbüro, der regionalen Pflege und der Sozialpolitik. Die Datenverarbeitung erfolgt über die Cloud-Plattform Type A, wobei die Daten in Japan verbleiben.
Solche Projekte unterstreichen die Strategie des Konzerns, eigene KI-Technologie nicht nur zu finanzieren, sondern auch im öffentlichen Sektor zur Anwendung zu bringen – ein Feld, das langfristig neue Erlösquellen abseits der Beteiligungsgewinne eröffnen könnte.
Kursbild bleibt angespannt
Die Aktie notiert aktuell bei 37,52 Euro und damit nahezu unverändert zum Vortagesschluss von 37,58 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Kursplus von 29 Prozent zu Buche, die Marktkapitalisierung beläuft sich auf umgerechnet 198,28 Milliarden Euro.
Der Relative-Stärke-Index von 72,6 signalisiert eine überkaufte Marktlage, was angesichts der parallel laufenden Milliardenfinanzierungen für die OpenAI-Beteiligung und der hohen Volatilität von 63 Prozent auf annualisierter Basis für Anleger ein Warnsignal sein könnte.
Die operativen Fortschritte bei Starlink und im KI-Behördenprojekt liefern zwar positive Nachrichten abseits der Schuldendebatte, dürften die grundsätzliche Risikoeinschätzung der Anleger angesichts der angespannten Bewertung aber kaum verändern. Entscheidend bleibt, ob der Konzern seine Finanzierungsvorhaben rund um die OpenAI-Investition ohne Reibungsverluste abschließen kann.
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