SoftBank: KI-Batterien aus Osaka ab 2028

SoftBank investiert über seine Telekommunikationssparte in die Fertigung von Großbatterien für KI-Datenzentren und reagiert damit auf den steigenden Energiebedarf.

Redaktion Stock-World ·
Hochmoderne Batterietechnologie in einem futuristischen Industrielabor mit stimmungsvoller Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Batteriefertigung für KI-Rechenzentren geplant
  • Partnerschaft mit Cosmos Lab und DeltaX
  • Produktionsstart im Geschäftsjahr 2028
  • Umsatzziel von 100 Milliarden Yen bis 2030

Die SoftBank Group treibt ihre Transformation zu einem führenden Akteur in der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) weiter voran. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, plant der Konzern über seine Telekommunikationssparte den Aufbau einer eigenen Fertigung für großformatige Batteriezellen und Energiespeichersysteme. Damit reagiert das Unternehmen auf den massiv steigenden Energiebedarf moderner KI-Rechenzentren und versucht, eine kritische Lücke in der Versorgungskette zu schließen.

Strategische Allianz für die Energieversorgung

Für das neue Vorhaben ist SoftBank eine Partnerschaft mit dem südkoreanischen Batterieunternehmen Cosmos Lab und dem KI-Entwickler DeltaX eingegangen. Die Produktion soll in einem Werk im japanischen Osaka angesiedelt werden.

Ziel der Kooperation ist es, Batterien zu entwickeln, die speziell auf die Anforderungen von KI-Datenzentren zugeschnitten sind. Der Zeitplan sieht vor, dass die Produktion im Geschäftsjahr, das im März 2028 endet, anläuft. Bereits im darauffolgenden Jahr streben die Partner eine großflächige Massenproduktion an.

Das finanzielle Ziel dieser neuen Sparte ist ambitioniert: Bis zum Geschäftsjahr 2030 plant SoftBank, mit dem Batteriegeschäft einen jährlichen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Yen (umgerechnet rund 638 Millionen US-Dollar) zu erzielen.

Diese Investition ist Teil einer breiteren Strategie, die darauf abzielt, nicht nur die Rechenleistung für KI bereitzustellen, sondern auch die notwendige physische Infrastruktur inklusive der Stromversorgung zu kontrollieren.

Arm-Bewertung und Marktumfeld belasten

Trotz der strategischen Expansionspläne sah sich die SoftBank-Aktie zuletzt mit Gegenwind an den Börsen konfrontiert. Das Papier schloss am Freitag bei 28,42 € und verzeichnete damit einen Rückgang von 1,7 % zum Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich das Minus damit auf 9,2 %. Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung ist die Schwäche der Tochtergesellschaft Arm Holdings.

Die Aktien des Chipdesigners Arm verloren am Freitag rund 3,1 % an Wert. Marktteilnehmer äußerten vermehrt Bedenken hinsichtlich der hohen Bewertung des Unternehmens, das trotz eines Umsatzwachstums von 22 % auf 1,29 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 unter Druck geriet.

Die Skepsis im Halbleitersektor und Insiderverkäufe bei Arm belasteten die Stimmung der Anleger. Da Arm eines der wertvollsten Assets im Portfolio der SoftBank Group darstellt, wirken sich Kursbewegungen der Tochter unmittelbar auf die Bewertung des Mutterkonzerns aus.

Fokus auf langfristige KI-Infrastruktur

Das Marktumfeld für KI-Investitionen zeigt sich derzeit zwiegespalten. Einerseits meldet die Branche Rekordzahlen bei der Entstehung neuer „Unicorns“ – Start-ups mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar. Weltweit wurden im laufenden Jahr bis Mitte August bereits 250 solcher Unternehmen gezählt, wobei der Sektor für KI und Robotik die Liste anführt. Andererseits wächst der Druck auf die Finanzierung dieser Entwicklungen.

Laut Daten von BNP Paribas ist das Volumen für KI-bezogene Unternehmensanleihen im Jahr 2026 sprunghaft auf 220 Milliarden US-Dollar angestiegen. Investoren fordern jedoch zunehmend höhere Renditeaufschläge für diese Schuldtitel, da die Investitionssummen für Infrastruktur gigantische Ausmaße annehmen.

Für SoftBank bedeutet dies einen Spagat zwischen kostspieligen langfristigen Investitionen wie dem Batterieprojekt in Osaka und der Notwendigkeit, die Profitabilität der bestehenden Beteiligungen zu sichern. Das Unternehmen kann dabei auf eine solide Basis blicken: Im zurückliegenden Geschäftsjahr, das im März endete, wies der Konzern einen Nettogewinn von 31,6 Milliarden US-Dollar aus.

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