Solana: Rekorde ohne Kursreaktion
Trotz Rekordwerten bei Nutzerzahlen und institutionellem Interesse bleibt der SOL-Kurs unter 80 Dollar gefangen.

Kurz zusammengefasst
- Morgan Stanley reicht dritten Solana-ETF-Antrag ein
- Aktive Adressen nähern sich 7 Millionen
- Tokenisiertes Handelsvolumen steigt auf 5,77 Milliarden
- Alpenglow-Upgrade soll Transaktionszeit verkürzen
Selten klaffen Netzwerk-Erfolg und Kursverlauf so weit auseinander wie bei Solana in diesem Sommer. Während Morgan Stanley einen eigenen Spot-ETF anstrebt und die Nutzerzahlen neue Bestmarken setzen, bewegt sich der Kurs seit Wochen kaum von der Stelle. SOL notierte zuletzt bei rund 75 Dollar — 74 Prozent unter dem Allzeithoch von 295 Dollar.
Der dritte ETF-Antrag in Folge
Morgan Stanley reichte am 14. Juli einen aktualisierten S-1-Antrag für einen Spot-Solana-ETF ein. Der Fonds soll unter dem Ticker MSOL an der NYSE Arca handeln, mit einer Verwaltungsgebühr von 0,14 Prozent. Damit zieht die Bank mit Bitwise und Fidelity gleich, deren Produkte zusammen bereits über eine Milliarde Dollar verwalten.
Auch auf institutioneller Verwahrungsseite tut sich etwas. Clearstream, die Verwahrstelle der Deutschen Börse, nahm SOL Anfang Juli in ihr reguliertes Angebot auf. Europäischem Kapital steht damit erstmals ein regulierter Zugang über klassische Depotkonten offen.
Netzwerk-Aktivität auf Allzeithoch
Die Nutzung der Blockchain wächst parallel zu den institutionellen Fortschritten. Die aktiven Adressen nähern sich der Marke von 7 Millionen, während das Netzwerk über 1.100 Transaktionen pro Sekunde verarbeitet. Tokenisierte Vermögenswerte auf Solana durchbrachen mit 3,4 Milliarden Dollar einen historischen Rekordwert.
Im zweiten Quartal summierte sich das tokenisierte Aktienhandelsvolumen auf 5,77 Milliarden Dollar — siebenmal mehr als im Vorjahreszeitraum. Das für das dritte Quartal geplante Alpenglow-Upgrade soll die Transaktionsbestätigung auf rund 150 Millisekunden drücken und die technische Basis weiter stärken.
Der Wettbewerbsdruck im Segment der tokenisierten Vermögenswerte nimmt allerdings zu. Konkurrent BNB Chain meldete zuletzt ein Handelsvolumen von 5,2 Milliarden Dollar in diesem Bereich und zog damit an Solanas Q2-Wert vorbei. Der Vorsprung bei Nutzerzahlen und Netzwerkaktivität bleibt zwar bestehen, im RWA-Geschäft wird das Rennen enger.
Prognosen bleiben verhalten
Die kurzfristigen Kursziele spiegeln die Zurückhaltung wider. Changelly rechnet für Juli mit einem Durchschnitt von 93 Dollar und einer Spitze bei 106 Dollar. CoinCodex sieht im besten Fall bis Jahresende 2026 einen Kurs von 121 Dollar — bei einer Bewertung von 44 Milliarden Dollar entspräche das einem Plus von rund 60 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Ob die anstehende SEC-Entscheidung zum Morgan-Stanley-Antrag und das für das dritte Quartal geplante Alpenglow-Upgrade den Kurs aus seiner engen Spanne unter 80 Dollar lösen können, bleibt offen. Die fundamentalen Daten sprechen für das Netzwerk — der Markt preist sie bislang nicht ein.
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