S&P 500: Deutsche Bank sieht Einstiegschance
Nach deutlicher Underperformance bewertet die Deutsche Bank Technologie höher; Gewinnwachstum stützt die Einschätzung, externe Schocks bleiben ein Risiko.

Kurz zusammengefasst
- Techwerte lagen über 16 Prozentpunkte zurück
- Deutsche Bank setzt Tech auf Overweight
- Für das dritte Quartal erwartet die Bank 31 Prozent Gewinnwachstum
- Externe Schocks könnten weitere Verluste auslösen
Der Ausverkauf bei Technologiewerten hat den US-Leitindex im Oktober belastet. Nun setzt die Deutsche Bank ein Gegensignal und hebt den globalen Techsektor auf „Overweight“. Ihre Begründung: Ein Großteil der Sorgen um die KI-Nachfrage steckt bereits in den Kursen.
Tech hinkt deutlich hinterher
Die Strategen um Parag Thatte und Binky Chadha verweisen auf eine ungewöhnliche Schieflage. Mega-Caps und Techwerte blieben binnen dreier Wochen mehr als 16 Prozentpunkte hinter dem Rest des Index zurück. Der Sektor verlor 11 Prozent, der Rest des Marktes legte fast 6 Prozent zu. Die relative Stärke rutschte damit an den unteren Rand eines zehnjährigen Trendkanals.
Auch die Positionierung hat sich entspannt. Sie fiel von erhöhten Niveaus auf neutral zurück und passt nun besser zum erwarteten Gewinnwachstum von rund 10 Prozent. Frühere Rotationen zurück in Technologie brachten laut Deutscher Bank im Schnitt 32 Prozent Plus. Der breite Index gewann in den drei Monaten danach durchschnittlich 16 Prozent.
Gewinne tragen den Markt
Die Unternehmensgewinne liefern aus Sicht der Bank das Fundament. Für das dritte Quartal erwartet sie beim S&P 500 ein Gewinnwachstum von 31 Prozent. Technologie und Energie steuern davon etwa drei Viertel bei.
Ohne diese beiden Sektoren bleibt ein Plus von 12 Prozent. Das mittlere Unternehmen im Index dürfte um 14,4 Prozent zulegen — nahe einem Zweijahrzehntehoch außerhalb von Erholungen nach Rezessionen.
Rotation im Oktober sichtbar
Die Kursdaten stützen das Bild einer Verschiebung. Auf Monatssicht verlor der S&P 500 0,92 Prozent, der Nasdaq Composite büßte 5,30 Prozent ein. Der Dow Jones legte dagegen 1,70 Prozent zu. Geld floss offenbar aus Wachstums- in zyklische Werte.
Der Freitag verlief schwach: Der S&P 500 schloss 1,81 Prozent tiefer bei 7.580,95 Punkten, der Nasdaq verlor 2,86 Prozent. Europas Börsen hielten sich besser. Seit Jahresbeginn liegt der US-Index mit gut 10 Prozent im Plus.
Risiken bleiben
Die Deutsche Bank räumt Gefahren ein. Dazu zählen mögliche Techregulierung nach den US-Zwischenwahlen und eine weitere geopolitische Eskalation. Aktien- und Ölmärkte hätten aber bereits viel Unsicherheit eingepreist. Der Ölpreis liege rund 65 Prozent über dem von der Bank geschätzten mittelfristigen fairen Wert.
Die jüngste Korrektur biete damit einen attraktiveren Einstiegszeitpunkt. Weitere Verluste hält die Bank bei einem erneuten externen Schock allerdings für möglich.
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