S&P 500: Goldman Sachs hebt Ziel auf 8.000 Punkte
Trotz leichter Verluste bleibt der S&P 500 nahe seinem Rekordhoch. Starke Unternehmensgewinne und optimistische Analystenziele stützen den Markt, während Geopolitik und Zinsängste belasten.
Kurz zusammengefasst
- Index nur knapp unter Rekordhoch
- 85 Prozent übertreffen Gewinnprognosen
- Ölpreis steigt wegen Hormus-Sorgen
- Goldman Sachs erhöht S&P-Ziel
Der US-Leitindex S&P 500 schloss am gestrigen Donnerstag mit einem moderaten Rückgang, während Anleger das Spannungsfeld zwischen exzellenten Unternehmensgewinnen und einer drohenden Eskalation im Nahen Osten ausloteten. Trotz der leichten Kursverluste im gestrigen Handel bleibt die langfristige Stimmung an der Wall Street konstruktiv, was sich in einer Serie von Kurszielerhöhungen führender Investmentbanken widerspiegelt. Mit einem Schlusskurs von 7.708,96 Punkten notiert der Index weiterhin lediglich 1,09 Prozent unter seinem erst am Mittwoch erreichten 52-Wochen-Hoch.
Quartalszahlen überzeugen die Breite des Marktes
Die laufende Berichtssaison liefert dem Markt weiterhin eine solide fundamentale Basis. Medienberichten zufolge übertrafen bisher rund 85 Prozent der Unternehmen im S&P 500 die Gewinnerwartungen der Analysten. Besonders im Versicherungssektor und in der Reisebranche zeigten sich starke Dynamiken. So meldete der Versicherungsriese AIG für das zweite Quartal einen Anstieg der Nettoprämien um 9 Prozent auf 7,5 Milliarden US-Dollar, während Delta Air Lines mit einem bereinigten Vorsteuergewinn von 1,4 Milliarden US-Dollar die Erwartungen stützte.
Ein kontrastreiches Bild lieferte hingegen der Technologiesektor. Während Cloudflare nach einer Anhebung der Jahresprognose und einem Umsatzplus von 36 Prozent zweistellige Kursgewinne verbuchte, belasteten schwache Ausblicke im Hardware-Segment die Stimmung. Western Digital und Sandisk verzeichneten deutliche Verluste, nachdem enttäuschende Prognosen die Sorge vor einer kurzfristigen Abkühlung im Halbleitermarkt schürten. Diese sektorale Schwäche verhinderte gestern einen weiteren Anstieg des Gesamtmarktes, der seit Jahresbeginn bereits ein Plus von 12,61 Prozent verbuchen konnte.
Geopolitik und Zinspfade im Fokus
Druck kam gestern vor allem von der Rohstoffseite. Die Nachricht, dass der Iran ein Gesetz zum Verbot feindlicher Schiffe in der Straße von Hormus erwägt, ließ den Ölpreis der Sorte Brent zeitweise über die Marke von 82 US-Dollar springen. Diese Entwicklung schürte unmittelbar Inflationssorgen und trieb die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,668 Prozent. In der Folge diskutierten Mitglieder der US-Notenbank Federal Reserve öffentlich die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen, falls der Preisdruck nicht nachhaltig nachlässt.
Die Analysten blicken dennoch optimistisch auf das Jahresende. Goldman Sachs hob das Ziel für den S&P 500 für Ende 2026 auf 8.000 Punkte an und begründete dies mit den starken Gewinnerwartungen, die laut Reuters für das Gesamtjahr bei einem Plus von 15 Prozent liegen. Das Analysehaus CFRA zeigt sich mit einem Ziel von 8.050 Punkten sogar noch bullisher. Als Treiber gelten hier vor allem die massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur und eine robuste Gewinnmarge der Schwergewichte. Am heutigen Freitag richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf den US-Arbeitsmarktbericht für Juli, für den Experten einen Zuwachs von 80.000 Stellen erwarten.
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