S&P 500: Stimmung kippt, Index hält

Schwächere Konsumdaten und höhere Energiepreise stehen einem Jahresplus des S&P 500 von knapp 14 Prozent gegenüber.

Andreas Sommer ·
Ein modernes Bürogebäude in einem Finanzviertel an einem bewölkten Tag. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Verbrauchervertrauen auf tiefstem Stand seit Juni 2023
  • Oktoberausgaben wachsen nur noch um zwei Prozent
  • Ölpreisanstieg könnte Aktien belasten
  • Wells Fargo erwartet 8.600 bis 8.800 Punkte 2027

Die US-Verbraucher werden pessimistischer, die Börse bleibt gelassen. Zwei Wochen vor den Midterm-Wahlen notiert der S&P 500 nahe seines Jahreshochs, während die Stimmung in der Bevölkerung auf den tiefsten Stand seit Juni 2023 fällt.

Schwache Stimmung, solider Index

Der Index schloss zuletzt bei 7.712,57 Punkten, ein Plus von 0,28 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Gewinn von knapp 14 Prozent zu Buche. Der Verbrauchervertrauensindex liegt laut Jefferies bei 86. Besonders deutlich sank die Stimmung bei Millennials, Unabhängigen und hoch gebildeten Konsumenten.

Die aktuelle Lage der privaten Finanzen trübte sich stärker ein als die Erwartungen. Hellster Punkt bleibt der Arbeitsmarkt: Der Anteil derer, die Lohnausfälle melden, tendiert Richtung 10 Prozent oder darunter.

Beim Konsum zeigt sich die Abkühlung bereits. In den ersten beiden Oktoberwochen wuchsen die Ausgaben nur noch um 2 Prozent, zuvor waren es von Juli bis September 4 bis 6 Prozent. Schwach liefen Möbel, Restaurants und Bekleidung. Bei Basisgütern ohne Tankstellen rutschten die Ausgaben leicht ins Minus, getrieben von teureren Spritpreisen.

Öl und Iran als Taktgeber

Die Energiepreise bleiben der zweite große Faktor. Die US-Inflation stieg im September auf 3,7 Prozent, der Benzinpreisindex machte über die Hälfte des Anstiegs aus. Die Kernrate liegt mit 2,6 Prozent deutlich niedriger. Die Fed hat die Zinsen bereits auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben.

Investor Paul Tudor Jones setzt auf einen weiteren Ölpreisanstieg um 20 bis 25 Dollar. Er warnt, ein Sprung über das bisherige Schlusshoch von knapp 113 Dollar je Barrel wäre Gift für Aktien. Zum Vergleich: Nach Kriegsbeginn fiel der S&P 500 bis Ende März nur um gut 7 Prozent.

Wie sehr der Index an Nachrichten aus dem Konflikt hängt, zeigte der Dienstag. Ein unbestätigter Bericht über einen Vermittlungsvorschlag von Katar und Pakistan ließ den Index um 0,6 Prozent steigen, während der Ölpreis nachgab. Ein an den Gesprächen beteiligter Diplomat widersprach allerdings Berichten, ein Abschluss sei nah.

Prognosen bleiben optimistisch

Wells Fargo peilt für 2027 eine Spanne von 8.600 bis 8.800 Punkten an und verweist auf robustes Wachstum und anhaltende KI-Investitionen. Das Haus rechnet aber mit Schwankungen wegen Fed, Inflation und Midterms.

Die nächsten Fed- und EZB-Entscheidungen stehen kommende Woche an. Am Markt wird erwartet, dass die EZB Ende Oktober stillhält und im Dezember nachlegt.

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S&P 500 Index

7.712,57 PKT

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