SpaceX: 911,5 Millionen Aktien freigegeben am 6. August
SpaceX-Aktie fällt auf Jahrestief, während Leerverkäufer massiv auf fallende Kurse setzen und eine milliardenschwere Aktiensperre droht.

Kurz zusammengefasst
- Neues 52-Wochen-Tief bei SpaceX
- Shortquote vervierfacht sich auf 32 Prozent
- Starship-Testflug mit neuen Satelliten
- Milliardenschwere Lock-up-Freigabe im August
Die SpaceX-Aktie markiert am Donnerstag ein neues 52-Wochen-Tief bei 101,02 Dollar. Der Kurs notiert nur noch knapp darüber, bei 102 Dollar. Seit dem Rekordhoch von 194,46 Dollar im Juni hat das Papier fast die Hälfte seines Wertes verloren. Zwei Ereignisse überlagern sich jetzt: ein kritischer Raketentest und eine drohende Verkaufswelle im August.
Leerverkäufer wetten mit 25 Milliarden Dollar gegen SpaceX
Die Shortquote bei SpaceX hat sich innerhalb eines Monats vervierfacht. Nach Daten von S3 Partners liegt sie inzwischen bei rund 32 Prozent des frei handelbaren Aktienbestands. Umgerechnet setzen Leerverkäufer damit etwa 25 Milliarden Dollar auf fallende Kurse.
Elon Musk reagierte auf X. Er warnte Shortseller, die Überlebenswahrscheinlichkeit für Wetten gegen sein Unternehmen sei sehr gering. Ähnliche Töne hatte er schon in früheren, turbulenten Phasen bei Tesla angeschlagen.
Starship Flug 13 startet mit neuer Satellitengeneration
Parallel zum Kursdruck steht der dreizehnte integrierte Testflug des Starship-Systems an. Das Startfenster in Texas öffnet um 22:45 Uhr UTC und dauert 90 Minuten. Booster 20 und Ship 40 testen dabei erstmals die neue „Block 3″-Architektur.
Der Flug soll erstmals 20 Satelliten der neuen Starlink-V3-Generation im Orbit aussetzen. Diese Satelliten bringen mehr Datendurchsatz und direkte Mobilfunkanbindung. Nach einem Abbruch am 16. Juli, bei dem vier Triebwerke die Zündparameter verfehlten, hat SpaceX die Raptor-Triebwerke des Super-Heavy-Boosters technisch überarbeitet.
Die Aktiensperre im August wiegt schwerer als der Raketenstart
Der eigentliche Auslöser der aktuellen Talfahrt liegt aber woanders. Am 6. August 2026 laufen Verkaufssperren für rund 911,5 Millionen Aktien aus — nur zwei Handelstage nach dem ersten öffentlichen Quartalsbericht des Unternehmens.
Diese erste große Lock-up-Freigabe dürfte Aktien im Wert von etwa 116 Milliarden Dollar auf den Markt bringen. SpaceX ging mit einem extrem niedrigen Streubesitz von unter 5 Prozent an die Börse. Die plötzliche Freigabe könnte das handelbare Angebot damit vervierfachen. Händler verkaufen deshalb offenbar bereits jetzt, um der erwarteten Volatilität durch verkaufende Frühinvestoren und Mitarbeiter zuvorzukommen.
Erster Quartalsbericht als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor
SpaceX hat den 4. August 2026 als Termin für die Zahlen zum zweiten Quartal bestätigt. Es wäre die erste Offenlegung von Bilanz und Segmentumsätzen als börsennotiertes Unternehmen.
Starlink hatte 2025 einen operativen Gewinn von 4,42 Milliarden Dollar erwirtschaftet — eine der wenigen profitablen Sparten im Konzern. Investoren sorgen sich jedoch um die Investitionskosten für die xAI-Sparte und die kürzlich verkündete Übernahme des KI-Coding-Startups Cursor für 60 Milliarden Dollar in Aktien. Analysten erwarten für das zweite Quartal einen Umsatzsprung auf rund 6,98 Milliarden Dollar. Einen positiven freien Cashflow soll das Unternehmen aber erst im kommenden Jahrzehnt erreichen.
Mit einem RSI von 33,5 gilt die Aktie charttechnisch als überverkauft, bei einer annualisierten Volatilität von fast 90 Prozent bleibt der Kurs jedoch anfällig für weitere heftige Ausschläge. Die kommenden zwei Wochen bündeln damit gleich drei Risikofaktoren: den Raketentest am heutigen Donnerstag, den Quartalsbericht am 4. August und die Aktiensperre, die zwei Tage später ausläuft.
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