SpaceX Aktie: 1,11 Milliarden monatlich ab Dezember
SpaceX erweitert Rechenkapazitäten für KI, bestätigt Milliardenumsätze und gewinnt mit Starshield an Bedeutung für Großbritanniens Sicherheit.

Kurz zusammengefasst
- Bis 2027 bis zu zehn Gigawatt geplant
- Kühlprobleme bremsen Rechenzentrums-Ausbau
- Großbritannien nutzt Starshield militärisch
- Aktie legt auf Wochenbasis zu
SpaceX rückt neben dem Raketengeschäft immer stärker in die Rolle eines Infrastrukturanbieters für künstliche Intelligenz. Auf der Goldman-Sachs-Konferenz Communacopia + Technology stellte das Unternehmen seine Pläne für den Aufbau riesiger Rechenkapazitäten vor und bekräftigte einen Hosting-Vertrag, der ab dem 1. Dezember monatlich rund 1,11 Milliarden Dollar an wiederkehrenden Erlösen bringen soll.
Nach eigenen Angaben peilt SpaceX bis 2027 den Aufbau von 5 bis 10 Gigawatt terrestrischer Rechenkapazität an, Ende 2026 sollen es gut 2 Gigawatt sein.
Orbitale Rechenkapazität über eigene Satelliten gilt als längerfristiges Ziel, erste Starts dafür sind erst für spätere Jahre vorgesehen und größere Ausbaustufen bis 2028 geplant. Damit positioniert sich SpaceX als Anbieter, der klassische Weltraumtechnik zunehmend mit Rechenzentrums-Infrastruktur verzahnt.
Kühlprobleme bremsen Ausbautempo
Der Ausbau verläuft allerdings nicht reibungslos. Berichten zufolge musste SpaceX vergangene Woche Teile seiner Führungsmannschaft im Bereich KI-Rechenzentren umbesetzen, nachdem an Standorten in Tennessee und Mississippi Zuverlässigkeits- und bautechnische Probleme aufgetreten waren.
Für den 30. September ist eine Frist gesetzt, bis zu der zugesagte Grafikprozessoren im Rahmen eines Compute-Vertrags mit Google im Volumen von rund 920 Millionen Dollar monatlich bereitstehen sollen. Der Vorfall zeigt, wie eng inzwischen die operative Verlässlichkeit im Rechenzentrumsgeschäft mit den finanziellen Zusagen des Unternehmens verknüpft ist.
Großbritannien setzt auf Starshield
Parallel zur Rechenzentrums-Strategie baut SpaceX seine sicherheitspolitische Bedeutung aus. Laut Reuters hat Großbritannien inzwischen fast 40 Millionen Dollar für Satellitendienste von SpaceX ausgegeben, davon rund 17,6 Millionen Dollar für den militärischen Dienst Starshield und etwa 22,3 Millionen Dollar für Starlink. Damit ist das Land nach Angaben von Reuters das erste außerhalb der USA, das öffentlich bestätigt, Starshield für militärische und nachrichtendienstliche Zwecke einzusetzen.
Diese Entwicklung unterstreicht, dass SpaceX über die reine Trägerraketentechnik hinaus zu einem festen Bestandteil westlicher Sicherheitsarchitektur wird.
Auch im klassischen Raumfahrtgeschäft blieb die Taktung hoch. Am Donnerstag startete SpaceX die als geheim eingestufte Mission USSF-153 für die US Space Force von der Vandenberg Space Force Base und holte die Falcon-9-Erststufe erfolgreich zurück.
Bereits Anfang des Monats hatte das Unternehmen seine 80. Starlink-Mission des Jahres 2026 absolviert und 27 Satelliten ins All gebracht. Künftig sollen Starlink-Missionen aus Florida auf dem Starship-System fliegen, entsprechende Statiktests für Ship 41 und Booster 21 wurden bereits abgeschlossen.
Kurs bleibt auf Erholungskurs
An der Börse spiegelt sich die operative Dynamik in einer breiten Erholung wider. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 130,32 Euro, ein Plus von 2,1 Prozent auf Tagesbasis.
Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 2,3 Prozent zu Buche, gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt liegt der Kurs rund 11 Prozent höher. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Juni ist das Papier zwar noch etwa ein Drittel entfernt, zum 52-Wochen-Tief von Anfang August hat sich der Abstand aber bereits deutlich vergrößert.
Die Kombination aus militärischen Aufträgen, wachsendem KI-Geschäft und anhaltend hoher Startfrequenz liefert dem Markt derzeit reichlich Anlass für Optimismus – auch wenn operative Stolpersteine wie die Kühlprobleme in den Rechenzentren zeigen, dass der Ausbau nicht ohne Reibung verläuft.
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