SpaceX Aktie: 13. Testflug mit Starship
SpaceX gelingt weiche Wasserlandung des Starship, während die Aktie auf ein neues Mehrmonatstief fällt und Anleger vor wichtigen Terminen nervös sind.

Kurz zusammengefasst
- Weiche Wasserlandung des Starship gelungen
- Erstmals Starlink-V3-Satelliten ausgesetzt
- Aktie fällt auf neues Mehrmonatstief
- Quartalszahlen und Lock-up-Frist im Fokus
Ein Raumschiff schwebt aufrecht über dem Indischen Ozean, bevor es sanft aufsetzt und intakt auf dem Wasser treibt. Diesen Anblick lieferte SpaceX am Freitag mit dem 13. Testflug seines Starship-Systems – ausgerechnet an dem Tag, an dem die Aktie des Unternehmens auf ein neues Mehrmonatstief rutschte.
Starship meistert Wiedereintritt, Booster scheitert erneut
Der Start erfolgte von Starbase in Texas, alle 33 Raptor-Triebwerke zündeten beim Abheben sauber. Die Oberstufe setzte erstmals 20 Satelliten der neuen Starlink-V3-Generation aus, die über Laserverbindungen kommunizierten, bevor sie nach rund 20 Minuten beim Wiedereintritt planmäßig verglühten. Im All zündete SpaceX erstmals ein Raptor-Triebwerk der Oberstufe für rund 14 Sekunden neu – ein wichtiger Test für künftige Treibstoffübergaben im Orbit. Anschließend gelang der bislang weichste Wassereinschlag des Schiffs überhaupt: Es blieb intakt und sendete nach dem Aufsetzen weiter Telemetriedaten. Für die Hitzeschild-Entwicklung experimentierte SpaceX zusätzlich mit weißen Kacheln, die fehlende Hitzeschutzplatten simulieren sollten.
Der Booster dagegen scheiterte erneut an seiner Landung: Von 13 Triebwerken zündeten beim Bremsmanöver nur fünf, die erste Stufe schlug hart im Golf von Mexiko auf. Es ist bereits der zweite Fehlschlag dieser Art bei der V3-Version des Boosters. Dem Start waren zwei Verschiebungen vorausgegangen – ein Abbruch wegen eines Problems an der Oxidator-Turbopumpe sowie eine wetterbedingte Verzögerung durch den Tropensturm Bertha. NASA-Administrator Jared Isaacman kommentierte den Flug als Bestätigung des eingeschlagenen Kurses und erklärte laut France 24, SpaceX wisse, wohin die Reise gehe. Die Weltraumbehörde hat Starship als Mondlandesystem für die Artemis-Missionen vorgesehen; Andockmanöver für Artemis III sind für kommendes Jahr geplant, die eigentliche Mondlandung im Rahmen von Artemis IV für 2028.
Kurs rutscht weiter ab, Anleger nervös vor Schlüsselterminen
Die Erfolge im All konnten die Stimmung an der Börse nicht drehen. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die SpaceX-Aktie bei 101,18 Euro und verlor damit 2,60 Prozent an einem einzigen Tag. Auf Monatssicht steht ein Minus von 25,71 Prozent zu Buche, der Titel liegt damit knapp 48 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom 16. Juni. Zum 52-Wochen-Tief von 97,54 Euro, erst am 23. Juli markiert, fehlen nur noch 3,73 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 33,9 signalisiert eine überverkaufte Aktie, während die annualisierte Volatilität von gut 67 Prozent das Ausmaß der jüngsten Schwankungen unterstreicht.
Belastend wirkt vor allem die Erinnerung daran, dass die Papiere im US-Handel mittlerweile unter ihrem Ausgabepreis notieren – ein Novum seit dem Börsengang im Juni. Verschärft wird der Druck durch massive Short-Positionen: Nach Daten des Analysehauses Ortex haben Leerverkäufer rund 56 Prozent des frei handelbaren Aktienbestands geliehen, ihre unrealisierten Gewinne belaufen sich auf etwa 15,5 Milliarden Dollar. Elon Musk warnte die Shortseller öffentlich. Zwei Termine dürften die Volatilität in den kommenden Wochen zusätzlich anheizen: Am 4. August legt SpaceX seine ersten Quartalszahlen seit dem Börsengang vor, zwei Tage später läuft die Haltefrist für 911,5 Millionen Aktien aus – ein potenziell erhebliches zusätzliches Angebot am Markt.
Analysten bleiben trotz Kursrutsch mehrheitlich optimistisch
Die Wall Street lässt sich von der Kursschwäche bislang kaum beeindrucken. Nach Daten des Finanzdatenanbieters LSEG stufen 27 von 32 Analysten die Aktie mit Kaufempfehlung ein, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 232 US-Dollar. Morgan Stanley argumentiert, der Markt unterschätze derzeit das KI-Geschäft von SpaceX und sehe in der aktuellen Schwäche eine Kaufgelegenheit. Kritiker verweisen dagegen auf die hohe Bewertung: Bei einem Umsatz von unter 19 Milliarden Dollar und einem für 2026 erwarteten Investitionsvolumen von rund 40 Milliarden Dollar bleibt das Unternehmen weiterhin nicht profitabel. Ob die kommenden Quartalszahlen und der bevorstehende Ablauf der Lock-up-Frist die Stimmung drehen können, dürfte sich in den nächsten zwei Wochen entscheiden.
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