SpaceX Aktie: 145,07 Dollar und Rekordtief
SpaceX verliert trotz Index-Aufnahme und Kaufempfehlungen massiv an Wert. Analysten sehen strukturelle Probleme.

Kurz zusammengefasst
- Kurs auf neuem Rekordtief
- Index-Aufnahme verpufft wirkungslos
- Analysten uneins über Bewertung
- Verkaufsdruck durch Insider droht
Ein Drittel seines Wertes hat SpaceX seit dem Rekordhoch verloren. Und das, obwohl der Konzern gerade erst triumphal in den Nasdaq-100 aufgestiegen ist. Die Aktie fällt trotzdem weiter — ein Widerspruch, der Anleger ratlos zurücklässt.
Aktie fällt auf 145 Dollar
SpaceX-Aktien schlossen diese Woche auf einem neuen Rekordtief. Der Kurs fiel bis auf 145,07 Dollar, das 52-Wochen-Hoch lag bei 225,64 Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt trotz des Rückgangs noch bei 1,93 Billionen Dollar.
Der Börsengang am 12. Juni hatte SpaceX zu einem Fixpreis von 135 Dollar je Aktie bewertet, das Unternehmen kam damit auf rund 1,77 Billionen Dollar. Der erste Handelstag brachte einen Kurs von 150 Dollar. Am Dienstag brach die Aktie um 7 Prozent ein — trotz der Aufnahme in den Nasdaq-100. Auf Wochensicht steht ein Minus von mehr als 13 Prozent, seit dem Hoch von Mitte Juni sind es 35 Prozent.
Index-Aufnahme verpufft wirkungslos
Eigentlich hätte der Dienstag ein guter Tag werden sollen. SpaceX schaffte es nur 15 Handelstage nach dem Börsengang in den Nasdaq-100 — dank einer Regel für besonders schnelle Neuaufnahmen. Indexfonds mussten daraufhin zwangsweise kaufen, geschätzte 4 Milliarden Dollar flossen in die Aktie.
Der Effekt verpuffte trotzdem. Analysten vermuten, der Markt habe die Index-Aufnahme längst eingepreist. Eine allgemeine Nasdaq-Schwäche kam hinzu, ebenso eine Welle positiver Analystenkommentare am selben Tag — die die Verkäufe ebenfalls nicht bremsen konnte.
Wall Street uneins wie selten
Bemerkenswert ist die Kluft zwischen Analystenmeinung und Kursverlauf. Von 17 Konsortialbanken des Börsengangs haben zwölf eigene Bewertungen veröffentlicht — alle zwölf mit Kaufempfehlung. Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas nennt ein Kursziel von 300 Dollar. Barclays hob die Aktie von „Untergewichten“ auf „Übergewichten“ hoch. Needham & Company und Citigroup starten beide mit Kaufempfehlung und einem Kursziel von 200 Dollar.
Nicht alle sind überzeugt. MoffettNathanson-Analystin Zhu bezeichnet SpaceX als schwer zu bewerten, gerade weil der Kurs unter den IPO-Preis gefallen ist. Insgesamt bewerten vier Analysten die Aktie mit „Strong Buy“, 23 mit „Buy“, sieben mit „Hold“ und einer mit „Sell“. Die Kursziele reichen von deutlichen Abschlägen bis über 500 Dollar — eine Streuung, die selbst für die Wall Street ungewöhnlich groß ist.
Profitabilität bleibt fern
Hinter der Bewertungsdebatte steht ein handfestes Problem: SpaceX verbrennt Geld. Bei einem Umsatz von mehr als 18,5 Milliarden Dollar verlor das Unternehmen im vergangenen Jahr fast 5 Milliarden Dollar. Die Lücke zwischen einer Bewertung von fast 2 Billionen Dollar und roten Zahlen wirft weiter Fragen auf.
Der Wettbewerb schläft nicht. Blue Origin, das von Amazon-Gründer Jeff Bezos unterstützte Raketenunternehmen, sammelt gerade erstmals öffentlich frisches Kapital ein. Bei einer Bewertung von 130 Milliarden Dollar kommen 10 Milliarden Dollar zusammen — 4 Milliarden von Coatue Management, weitere 4 Milliarden von anderen Großinvestoren und 2 Milliarden direkt von Bezos.
Das eigentliche Problem: zu wenig frei handelbare Aktien
Der Kursverfall hat einen strukturellen Kern. Nur rund 4 Prozent des Unternehmens wurden beim Börsengang verkauft. Diese Knappheit trieb den Kurs zunächst auf 225 Dollar.
Jetzt kippt das Bild. Wenige Tage nach dem Börsengang kündigte SpaceX eine Übernahme von Cursor für 60 Milliarden Dollar in eigenen Aktien an, dazu kam eine Anleihe-Emission über etwa 20 Milliarden Dollar. Hinzu kommen auslaufende Haltefristen: Bis Anfang September könnten Insider bis zu 44 Prozent der Aktien verkaufen. Was als Verknappung begann, entwickelt sich zum Verkaufsdruck.
Die Streuung der Kursziele bleibt riesig, die auslaufenden Haltefristen stehen noch bevor. Der nächste Quartalsbericht dürfte zeigen, ob sich die Verkaufswelle durch Insider fortsetzt oder ob die operative Stärke des Raketen- und Satellitengeschäfts die Bewertungssorgen wieder in den Hintergrund drängt.
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