SpaceX Aktie: 1,6-Milliarden-Auftrag vom Pentagon
SpaceX erhält 1,6-Milliarden-Dollar-Auftrag der Space Force, während der Kongress Zugang zu Rechenzentren fordert. Die Aktie erholt sich nach historischem Ausverkauf.

Kurz zusammengefasst
- Space Force vergibt 1,6-Milliarden-Auftrag
- Kongress verlangt Rechenzentrum-Zugang
- Aktie erholt sich nach historischem Einbruch
- Quartalszahlen und Lock-up-Ende im Fokus
SpaceX bekommt einen Milliarden-Auftrag vom Pentagon. Zeitgleich fordert der US-Kongress Einblick in die Rechenzentren des Konzerns. Die Aktie erholt sich trotzdem – nach einem der brutalsten Ausverkäufe der jüngeren Börsengeschichte.
Das Papier stieg am Freitag um 2,48 Prozent auf 99,96 Euro. Erst am Dienstag war der Kurs auf 94,15 Euro gefallen, den tiefsten Stand seit dem Nasdaq-Debüt im Juni. Der Rebound bleibt fragil: Der 14-Tage-RSI liegt bei 35,8 und signalisiert eine überverkaufte Aktie.
Space Force vergibt größten Einzelauftrag
Die US Space Force hat SpaceX zwei Startaufträge im Volumen von 1,6 Milliarden Dollar zugesprochen. Es ist das bislang größte öffentlich bekannte Auftragspaket im Rahmen des National Security Space Launch Phase 3 Programms. Der Auftrag umfasst 18 Falcon-9-Starts von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien bis Ende 2027.
Damit hält SpaceX allein in diesem Jahr mindestens 7 Milliarden Dollar an Pentagon-Aufträgen. Der Konzern baut parallel zwei der größten Satellitensysteme des Portfolios im Rahmen separater Milliardenverträge. SpaceX bringt die Satelliten also nicht nur ins All – der Konzern liefert auch Teile der Systeme selbst.
Branchenbeobachter verweisen auf die ungewöhnliche Konzentration bei einem einzigen Anbieter. Nur SpaceX verfügt derzeit über die Kombination aus Startfrequenz, einsatzbereiten Falcon-9-Raketen und Infrastruktur an der Westküste, die eine Kampagne dieser Größenordnung erfordert. Die Konkurrenz kommt nicht hinterher: ULA steckt seit Monaten in einer technischen Untersuchung zu einem fehlerhaften Trennsystem seiner Vulcan-Rakete fest. Blue Origin arbeitet noch daran, die für seine größere New-Glenn-Rakete nötige Startfrequenz zu erreichen.
Kongress fordert Zugang zu Rechenzentren
Der Militärauftrag fällt in eine Phase wachsenden politischen Drucks. Das ranghöchste Mitglied im Energieausschuss des Repräsentantenhauses verlangt von SpaceX Unterlagen und einen Rundgang durch die Rechenzentren und Kraftwerke rund um Memphis, Tennessee. Abgeordneter Frank Pallone hatte CEO Elon Musk zuvor mitgeteilt, SpaceXAI schaffe durch gasbetriebene Turbinen ohne Emissionskontrollen ein „massives Gesundheitsrisiko“ für die Region.
Pallone verlangt die Informationen bis zum 11. August. SpaceX reagierte bislang nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Im Zentrum des Streits stehen die Colossus-Rechenzentren: drei Anlagen mit modernsten Nvidia-Prozessoren, die noch xAI errichtet hatte, bevor SpaceX Musks Start-up übernahm.
Nach Angaben des Ausschusses hat SpaceXAI mindestens 60 gasbetriebene Turbinen für das Colossus-2-Rechenzentrum in Mississippi angekarrt. Alle laufen ohne Luftqualitätsgenehmigung oder Schutzvorkehrungen. Der Ausschuss bezeichnet die Turbinen als größte Verschmutzungsquelle im Raum Memphis.
Ausverkauf mit historischem Ausmaß
Die Erholung folgt auf einen historischen Einbruch. Der Börsenwert von SpaceX war zeitweise um mehr als 1,2 Billionen Dollar unter das Hoch vom 16. Juni gefallen – einer der größten Wertverluste der Börsengeschichte in absoluten Zahlen. Aktuell notiert die Aktie noch 48,60 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, aber nur 6,17 Prozent über dem Tief von Ende Juli.
Die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei 55,01 Prozent. Das zeigt, wie heftig die Kursausschläge seit dem Börsengang ausfallen.
Zwei Termine dürften die nächste Bewegung bestimmen. Anfang August legt SpaceX erstmals als börsennotiertes Unternehmen Quartalszahlen vor. Kurz danach werden große Aktienpakete aus der Lock-up-Frist handelbar. Beide Ereignisse testen, ob sich die Erholung stabilisiert oder ob mit mehr frei handelbaren Aktien und ersten echten Geschäftszahlen neue Turbulenzen folgen.
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