SpaceX Aktie: 36 Prozent Absturz seit Allzeithoch
SpaceX-Aktie erreicht neues Tief trotz vier Milliarden Dollar schwerer Index-Käufe. Analysten sehen Kurspotenzial, doch Lockup-Fristen drohen.

Kurz zusammengefasst
- Neues Rekordtief bei 145 Dollar
- Milliarden-Kaufwelle verpufft wirkungslos
- Lockup-Fristen erhöhen Verkaufsdruck
- Analysten sehen trotzdem Kurspotenzial
Eine Rekordkaufwelle von vier Milliarden Dollar. Ein Analystenchor voller Kursziele mit Kurspotenzial von bis zu 87 Prozent. Und trotzdem fällt die SpaceX-Aktie auf ein neues Rekordtief.
Was diese Woche an der Nasdaq passiert ist, wirft ein grundsätzliches Problem auf: Wenn selbst erzwungene Milliardenkäufe den Kurs nicht stützen können, was dann?
Der Absturz seit dem IPO-Hoch
SpaceX-Aktien erreichten am 16. Juni 2026 mit 225,64 Dollar ihr Allzeithoch. Nur vier Handelstage nach dem Börsengang. Seitdem ging es steil bergab.
Am 10. Juli markierte das Papier mit 145,07 Dollar ein neues Rekordtief. Zur Wochenmitte war die Aktie an einem Tag um 2,7 Prozent gefallen, auf 148,06 Dollar. Zuvor hatte es eine kurze Erholung gegeben: Von 145,20 Dollar am 8. Juli aus sprang der Kurs um 2,6 Prozent auf 152,16 Dollar.
Diese Erholung war schnell wieder aufgebraucht. Seit dem Höhepunkt Mitte Juni hat die Aktie mehr als 36 Prozent verloren. Das entspricht einer Marktkapitalisierung von rund 1,05 Billionen Dollar, die in etwa 22 Tagen verschwunden ist.
Der Nasdaq-100-Test scheitert
Besonders bemerkenswert: Der Kursverfall setzte sich fort, obwohl eine massive Kaufwelle ins Haus stand. SpaceX rückte am 7. Juli in den Nasdaq-100 auf, nur 15 Handelstage nach dem Börsengang — möglich durch eine Schnelleinstiegsregel der Börse.
Zum Handelsstart flossen rund vier Milliarden Dollar an erzwungenen Käufen von Indexfonds in die Aktie. Der Effekt: Der Kurs fiel trotzdem um 6,8 Prozent. Am Tag darauf folgte das damalige Rekordtief von 145,20 Dollar.
Marktbeobachter bezeichnen das Ereignis als gescheiterten Test der Angebots- und Nachfragedynamik. Eine Kaufwelle dieser Größenordnung sollte den Kurs eigentlich stützen. Stattdessen bestätigte sie den Verdacht: Es gibt zu viele verkaufswillige Aktionäre.
Die Lockup-Frist als nächste Hürde
Genau hier setzt die nächste Sorge an. Nach Einschätzung von 22V-Research-Stratege Jeff Jacobson könnten Insider bis Anfang September bis zu 44 Prozent der SpaceX-Aktien verkaufen. Das würde den handelbaren Streubesitz um etwa 900 Prozent erhöhen.
Der Zeitplan ist gestaffelt. Nach dem ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen — erwartet Ende Juli oder Anfang August — werden 20 Prozent der vorzeitig freigegebenen Aktien handelbar. Notiert die Aktie 30 Prozent über dem Ausgabepreis, kommen weitere 10 Prozent hinzu. Am 21. August und am 10. September folgen jeweils Tranchen von 7 Prozent.
Der Hintergrund: Beim Börsengang wurden nur rund 4 Prozent der insgesamt 13,17 Milliarden ausstehenden Aktien verkauft. Diese künstliche Verknappung trieb den Kurs auf sein Rekordhoch von 225 Dollar. Löst sich diese Verknappung auf, könnte der Verkaufsdruck deutlich steigen.
Analysten bleiben optimistisch, Kritiker werden lauter
An der Wall Street hält der Optimismus trotz der Kursschwäche an. Morgan Stanley-Analyst Adam Jonas startete die Coverage mit einem Kursziel von 300 Dollar und der Einstufung „Overweight“ — die bullishste Einschätzung unter den großen Investmentbanken. Gemessen am Montagsschlusskurs von rund 160 Dollar entspricht das einem Kurspotenzial von 87 Prozent.
Wells Fargo zog nach: Analyst Ken Gawrelski vergab ebenfalls „Overweight“ mit einem Kursziel von 230 Dollar. Er sieht in der Aktie „mehrere Call-Optionen“ über das Jahr 2029 hinaus, sollte sich die Starship-Technologie weiterentwickeln.
Nicht jeder teilt diesen Optimismus. GMO-Mitgründer Jeremy Grantham nannte die Bewertung im Podcast „The Long View“ von Morningstar bemerkenswert. Sein Punkt: 1,7 Billionen Dollar für ein Unternehmen, das rote Zahlen schreibt, während 90 Prozent der Wachstumsprognosen auf einem KI-Angebot beruhen, das gegen Anthropic und OpenAI ins Hintertreffen gerät.
Grantham geht noch weiter. Er wirft der Nasdaq vor, ihre eigenen Regeln geändert zu haben, um SpaceX trotz fehlender Gewinne in den Index zu pressen.
Was die Kennzahlen zeigen
Die Bewertungskennzahlen unterstreichen die Kritik. Ein Analysedienst vergab SpaceX nur einen GF-Score von 12 von 100 Punkten — ein Hinweis auf erhebliche Schwächen bei mehreren Leistungskennzahlen. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei 76,83, ein Wert, für den Anleger ungewöhnlich viel pro Dollar Umsatz zahlen.
Der erste Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen, erwartet für Ende Juli oder Anfang August, wird gleich zwei Funktionen erfüllen. Er liefert den ersten echten Einblick in die Zahlen nach dem Börsengang. Und er löst die erste große Lockup-Freigabe aus, mit der 20 Prozent zusätzlicher Aktien handelbar werden.
Bis dahin bleibt offen, ob die Aktie ihr aktuelles Tief verteidigen kann oder weiter abrutscht.
SpaceX-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SpaceX-Analyse vom 12. Juli liefert die Antwort:
Die neusten SpaceX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SpaceX-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SpaceX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...