SpaceX Aktie: 39 Prozent unter Rekordhoch
Die SpaceX-Aktie fällt unter den Ausgabepreis von 135 Dollar. Analysten bleiben trotz des massiven Kursrückgangs mehrheitlich optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Erstmals unter Ausgabepreis gefallen
- Milliardenschwerer Wertverlust seit Rekordhoch
- Lockup-Ablauf als nächste Hürde
- Starship-Testflug als Hoffnungsträger
Die SpaceX-Aktie (SPCX) fiel am 15. Juli 2026 zum ersten Mal seit ihrem Börsengang unter die 135-Dollar-Marke, zu der Elon Musks Raumfahrtunternehmen Mitte Juni an die Nasdaq gegangen war. Nach Angaben von CNBC schloss der Titel bei 133,34 Dollar, andere Häuser wie Bloomberg und BBC News meldeten Intraday- beziehungsweise Schlusskurse zwischen 132 und knapp 134 Dollar. Es war bereits der vierte Verlusttag in Folge.
Auf dem heimischen Kurszettel notiert die Aktie aktuell bei 118,56 Euro, ein Minus von 0,59 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 8,60 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es 28,60 Prozent. Vom Rekordhoch bei 194,46 Euro, erreicht am 16. Juni 2026, trennen den Titel inzwischen 39,03 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 115,70 Euro, aufgestellt erst am gestrigen Tag, beträgt der Abstand lediglich 2,47 Prozent. Der RSI von 39,6 signalisiert eine überverkaufte Tendenz, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 95,60 Prozent die Nervosität rund um den Titel unterstreicht.
Milliardenschwerer Wertverlust seit dem Rekordhoch
Der Börsengang Mitte Juni hatte laut CNBC und Bloomberg rund 86 Milliarden Dollar eingebracht und galt als größter IPO der Geschichte. Die Aktie eröffnete bei 150 Dollar und kletterte laut mehreren Berichten bis auf ein Allzeithoch von 225,64 Dollar am 16. Juni, ehe der Höhenflug abrupt endete. Businessday NG bezifferte den seither eingetretenen Marktwertverlust auf rund 831 Milliarden Dollar, BigGo Finance sprach von einem Rückgang von fast drei Billionen auf etwa 1,8 Billionen Dollar Marktkapitalisierung. Am 7. Juli war SpaceX zudem in den Nasdaq-100 aufgenommen worden – ein Umstand, der die Erwartungen zusätzlich befeuert hatte. Historisch betrachtet ordnete Rolling Out den Rücksetzer ein: Technologie-Börsengänge verlieren im ersten Handelsjahr im Schnitt 55 Prozent gegenüber ihrem Höchststand.
Lockup-Ablauf und Quartalszahlen als nächste Prüfsteine
Reuters berichtete, dass Privatanleger beim Börsengang eine Zuteilung von 20 Prozent erhalten hatten und ein Fall unter den Ausgabepreis als psychologischer Rückschlag gewertet würde. Nun ist genau das eingetreten. Als nächster Belastungstest gilt der bevorstehende Ablauf der Lockup-Frist: Laut Benzinga werden 20 Prozent der Vor-IPO-Aktien nach den Zahlen zum zweiten Quartal freigegeben, bis Anfang September könnten es rund 44 Prozent sein – eine Ausweitung des frei handelbaren Anteils um 900 Prozent. TS2 Tech ergänzt, dass weitere 10 Prozent freigegeben werden, sollte die Aktie an fünf von zehn Handelstagen über 175,50 Dollar schließen. Die nächsten Geschäftszahlen sind laut ibtimes.com.au für den 6. August terminiert. Für 2025 wies SpaceX einen Umsatz von 18,6 Milliarden Dollar und einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar aus, Analyst Gary Black vom Future Fund geht davon aus, dass das Unternehmen erst 2027 profitabel wird. Der Titel handle beim 47-Fachen des erwarteten Umsatzes und dem 110-Fachen des EBITDA.
Analysten bleiben trotz Kursrutsch mehrheitlich optimistisch
Die Wall Street hält an ihrer positiven Einschätzung fest. Laut ibtimes.com.au empfehlen 26 Analysten den Kauf, das durchschnittliche Zwölf-Monats-Ziel liegt bei 242,22 Dollar. Deutsche Bank bestätigte ihr Kaufvotum mit einem Kursziel von 255 Dollar und begründete den Rückgang mit nachlassendem Hype statt fundamentaler Probleme. Evercore ISI startete die Coverage mit „Outperform“ und einem Ziel von 230 Dollar und rechnet laut TS2 Tech mit einem Umsatz- und Ebitda-Wachstum von jährlich 106 beziehungsweise 157 Prozent bis 2028. Cantor Fitzgerald sieht 246 Dollar, Goldman Sachs 205 Dollar, UBS-Analyst Gavin Parsons 210 Dollar. Skeptischer sind MoffettNathanson mit einem neutralen Votum bei 131 Dollar und CFRA, das mit „Sell“ und einem Ziel von 115 Dollar votierte. Raymond James traut dem Titel laut ibtimes ein Aufwärtspotenzial von über 470 Prozent zu.
Starship-Testflug als möglicher Kurstreiber
Kurzfristige Hoffnung ruht auf dem 13. Starship-Testflug, der für den 16. Juli angesetzt ist. Die US-Luftfahrtbehörde FAA schloss die Untersuchung zum gescheiterten zwölften Flug vom 22. Mai erst am 13. Juli ab und identifizierte Hitzeeinwirkungen sowie fehlerhafte Triebwerksalarme als Ursachen dafür, dass fünf von 33 Raptor-Triebwerken nicht neu zündeten. Flug 13 soll erstmals 20 funktionsfähige Starlink-V3-Satelliten aussetzen und eine Neuzündung eines Raptor-Vakuumtriebwerks im All testen – ein Schlüsselelement für künftige Orbitalmissionen. Booster 20 absolvierte am 10. Juli einen Static-Fire-Test mit allen 33 Triebwerken, Ship 40 bereits am 2. Juli. Ob der Test gelingt, dürfte mit darüber entscheiden, ob sich das Vertrauen der Anleger nach dem Fall unter den Ausgabepreis stabilisiert.
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