SpaceX Aktie: 8,1-Milliarden-Dollar-Auftrag des Pentagon
Raketenbauer erhält Milliardenauftrag zur Satellitenabwehr. Analysten sehen KI als künftigen Wachstumstreiber, während die Aktie nach Lock-up-Ablauf volatil bleibt.

Kurz zusammengefasst
- Pentagon vergibt 8,1-Milliarden-Dollar-Vertrag
- KI-Geschäft könnte Raumfahrt übertreffen
- Lock-up-Ablauf erhöht Handelsvolatilität
- Umsatz wächst um 92 Prozent
SpaceX-Aktien legen am heutigen Mittwoch um 8,8 Prozent auf 125,66 Euro zu. Auslöser ist ein neuer Großauftrag des US-Verteidigungsministeriums: Das Pentagon vergab Raketenabwehr-Kontrakte im Volumen von 8,1 Milliarden Dollar für das Space Data Network und die AMTI-Satellitenkonstellation zur Erkennung beweglicher Luftziele. Über sieben Tage summiert sich der Kursgewinn damit auf 34 Prozent.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie staatlicher Vergaben ein. Erst Ende Juli hatte die US Space Force SpaceX mit 18 Starts für Kommunikations- und Zielerfassungssatelliten bis 2027 beauftragt, ein Kontrakt über 1,6 Milliarden Dollar im Rahmen des Programms NSSL Phase 3 Lane 1. Das Verteidigungsgeschäft entwickelt sich damit zu einem tragenden Standbein neben dem eigentlichen Raumfahrtkerngeschäft.
KI-Wende rückt in den Fokus
Parallel zu den Militäraufträgen verschiebt sich die Wachstumsstory des Unternehmens zunehmend Richtung künstliche Intelligenz. Morgan-Stanley-Analyst Adam Jones bekräftigte am heutigen Mittwoch sein Overweight-Rating mit Kursziel 300 Dollar und geht davon aus, dass KI-bezogene Umsätze bis September 2026 alle anderen Geschäftssegmente übertreffen könnten.
Die Einschätzung stützt sich auch auf das Anfang August angekündigte Gemeinschaftsprojekt „Terafab“ mit Tesla – eine 100 Millionen Quadratfuß große Halbleiterfertigung in Grimes County, Texas.
Andere Häuser sind deutlich zurückhaltender: Kursziele reichen aktuell von 200 Dollar bei Citi bis 800 Dollar bei Raymond James, dazwischen liegen J.P. Morgan mit 240 Dollar, Deutsche Bank mit 235 Dollar, Goldman Sachs mit 220 Dollar, Wells Fargo mit 215 Dollar und UBS mit 210 Dollar. Die Spannbreite zeigt, wie unterschiedlich der Markt die neue KI-Ausrichtung gegenüber dem etablierten Raumfahrt- und Starlink-Geschäft gewichtet.
Lock-up-Ablauf sorgt für zusätzliche Schwankungen
Zusätzlichen Rückenwind – aber auch Nervosität – bringt der heute ausgelaufene Lock-up für 911,5 Millionen Insider-Aktien, die seit dem Börsengang im Juni 2026 gesperrt waren. Die IPO hatte SpaceX rund 86 Milliarden Dollar eingebracht.
Der Ablauf der Haltefrist gilt als Grund für die erhöhte Handelsvolatilität, die sich auch in der annualisierten 30-Tage-Volatilität von 92 Prozent widerspiegelt. Trotz der jüngsten Rally notiert die Aktie noch 35 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, das im Juni erreicht wurde, liegt aber 38 Prozent über dem Tief von Anfang August.
Operativ bleibt das Unternehmen auf Wachstumskurs, wenn auch mit Verlusten: Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar, während der Nettoverlust bei 541 Millionen Dollar lag – nach einem Milliarden-Dollar-Verlust im Vorjahreszeitraum.
Das Connectivity-Geschäft um Starlink wuchs um 66 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar. CEO Elon Musk bezifferte die Starlink-Nutzerbasis kürzlich auf über 13 Millionen Privatkunden und 22 Millionen monatliche Nutzer von Starlink Mobile.
Auf der operativen Seite meldete das Unternehmen zudem den 50. Start des Jahres von der Vandenberg Space Force Base, womit die aktive Satellitenkonstellation auf 10.923 Einheiten anwuchs.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA schloss zudem die Untersuchung zum Starship-Flug 12 ab und akzeptierte die von SpaceX vorgeschlagenen Korrekturmaßnahmen an Triebwerk und Alarmsystemen – ein Etappensieg für das Artemis-Programm der NASA, für das derzeit kryogene Belastungstests an der Landefähre laufen.
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