SpaceX Aktie: Anleihe unter Druck
Höhere US-Renditen und ein größerer Risikoaufschlag belasten SpaceX-Papiere; Starlinks Mobilfunkpläne könnten den Kapitalbedarf erhöhen.

Kurz zusammengefasst
- SpaceX-Anleihe bei rund 90 Prozent
- Rendite erreicht etwa 7,3 Prozent
- Starlink-Ausbau könnte Milliardeninvestitionen erfordern
- Funkmastbetreiber-Aktien zeitweise fünf bis sieben Prozent höher
Der erste Billionär der Menschheitsgeschichte war es nach wenigen Wochen nicht mehr. Die SpaceX-Aktie ist seit ihrem Börsengang kräftig gefallen, und auch am Anleihemarkt zeigt sich, wie schnell die Stimmung drehen kann.
Aktie fiel zeitweise unter den Ausgabepreis
Der Höchstkurs lag am dritten Handelstag im Juni bei 225,64 Dollar. Bis Ende Juli rutschte das Papier auf weniger als die Hälfte davon und zeitweise deutlich unter den Ausgabepreis von 135 Dollar. Tiefpunkt war ein Kurs von 104,83 Dollar. Ende September schloss die Aktie bei 150,86 Dollar. Mit dem Kursverfall sank auch das Papiervermögen des Gründers wieder unter die Billionen-Schwelle.
Die eigentliche Bewegung spielte sich im dritten Quartal allerdings am Anleihemarkt ab. Die im Juni platzierte zehnjährige SpaceX-Anleihe war damals 3,5-fach überzeichnet. Inzwischen notiert sie bei rund 90 Prozent des Nennwerts, die Rendite liegt bei etwa 7,3 Prozent. Wer im Juni zeichnete, hat binnen eines Quartals knapp ein Zehntel verloren.
Zwei Treiber hinter dem Verlust
Ein Unternehmensproblem steckt dahinter nicht. Zum einen stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 5,29 Prozent, den höchsten Stand seit 2007. Zum anderen weitete sich der Risikoaufschlag der SpaceX-Anleihe aus: von 1,4 Prozentpunkten bei Emission auf rund zwei Prozentpunkte.
Ähnlich erging es anderen Schuldnern im KI-Umfeld. Die Oracle-Anleihe verlor im dritten Quartal ebenfalls etwa sechs Prozent. Die Refinanzierungskosten des KI-Infrastrukturanbieters CoreWeave kletterten auf rund 12,5 Prozent. Marktbeobachter sehen darin ein Zeichen, dass Investoren beginnen, im KI-Finanzierungskomplex zu unterscheiden. Hinzu kommt, dass die Nutzungspreise großer Sprachmodelle im Juni und Juli mehr als halbiert wurden.
Starlink-Mobilfunk beflügelt Funkmastbetreiber
Operativ rückt das Mobilfunkgeschäft in den Blick. Bernstein schätzt, dass ein vollwertiges terrestrisches Starlink-Netz je nach Ausbaustufe 30.000 bis 120.000 Standorte benötigen könnte. Die Investitionen beziffert das Haus auf 50 bis 130 Milliarden Dollar.
In den USA lassen sich jährlich nur etwa 1.200 bis 2.000 neue Türme bauen. SpaceX müsste also in erheblichem Umfang bestehende Standorte anmieten. Die Aktien von Crown Castle, SBA Communications und American Tower legten daraufhin zeitweise um fünf bis sieben Prozent zu. Der deutsche Telekom-Kurs geriet dagegen unter Druck, nachdem SpaceX‘ Einstieg ins Mobilfunkgeschäft bekannt wurde.
Die Zahlen aus dem dritten Quartal stützen somit zwei Lesarten. Die Anleihe leidet an Zinsen und Risikoprämien, nicht an schlechten Nachrichten. Der Mobilfunkplan liefert hingegen Argumente für ein neues Geschäftsfeld, das allerdings Milliardeninvestitionen verlangt und damit den Finanzierungsbedarf weiter erhöhen dürfte.
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