SpaceX Aktie: Colossus-Klage bedroht Anthropic-Deal
SpaceX-Aktie fällt trotz Index-Aufnahme. Fusionsgerüchte mit Tesla und eine Klage belasten den Kurs zusätzlich.

Kurz zusammengefasst
- Kursverlust von über fünf Prozent
- JPMorgan analysiert Tesla-Fusion
- Klage gegen SpaceX-Rechenzentrum
- Insider-Verkäufe stehen bevor
SpaceX steigt in den Nasdaq-100 auf. Anleger rechneten zum Handelsstart mit starkem Rückenwind durch passive Indexfonds. Die Realität sah am Dienstag anders aus. Die Papiere sackten um mehr als fünf Prozent ab.
Ein Grund für die Schwäche sind aktuelle Analystenkommentare. Die Investmentbank JPMorgan äußerte sich zu einer möglichen Fusion mit Tesla. Auf dem Papier ergebe ein solcher Zusammenschluss Sinn. Beide Konzerne arbeiten bereits eng zusammen. Sie teilen sich technisches Personal und KI-Infrastruktur.
Die operative Nähe ist unbestritten. Die Umsetzung einer Fusion gilt allerdings als extrem schwierig. JPMorgan-Analyst Rajat Gupta verweist auf massive regulatorische Hürden. Besonders eine Genehmigung in China dürfte kompliziert werden.
Hinzu kommen strukturelle Probleme. Elon Musk kontrolliert rund 85 Prozent der SpaceX-Stimmrechte. Bei Tesla sind es nur knapp 20 Prozent. Ein Deal könnte Tesla-Aktionäre massiv verwässern. Kein Wunder. Die Papiere des Autobauers gaben als Reaktion ebenfalls rund vier Prozent nach.
Klage bedroht Milliarden-Deal
Abseits der Fusionsgerüchte belastet ein handfester Rechtsstreit die Stimmung. Eine Klage richtet sich gegen das SpaceX-Rechenzentrum namens Colossus. Die Kläger werfen dem Unternehmen den Betrieb von Gasturbinen ohne nötige Genehmigungen vor.
Sie fordern die sofortige Abschaltung der Anlagen. Das birgt enorme finanzielle Risiken. Ein Ausfall gefährdet einen wichtigen Vertrag mit dem KI-Unternehmen Anthropic. Dieser Deal hat ein beachtliches Volumen von 45 Milliarden US-Dollar.
Sperrfrist kurz vor dem Ende
Die Aktienstruktur von SpaceX verstärkt den aktuellen Kursrutsch. Bisher sind weniger als fünf Prozent der Anteile frei handelbar. Das Unternehmen sammelte beim Börsengang gigantische 86 Milliarden US-Dollar ein.
Diese Verknappung endet bald. Das Management plant Insider-Verkäufe nach einem gestaffelten Zeitplan. Die erste Tranche wird direkt nach Vorlage der Quartalszahlen frei. Diese Meldung steht Ende Juli oder im August an. Die Angst vor vielen neuen Aktien auf dem Markt drückt den Preis.
Der Vermögensverlust von Elon Musk fällt drastisch aus. Sein Reichtum schrumpfte seit dem Höchststand um mehr als 500 Milliarden US-Dollar.
Trotz der Turbulenzen bleiben Wall-Street-Analysten optimistisch. Im Schnitt taxieren sie den fairen Wert der SpaceX-Aktie auf 236 US-Dollar. Das Papier notiert aktuell deutlich tiefer bei knapp 160 US-Dollar.
Das höchste Kursziel ruft Raymond James mit 800 US-Dollar aus. Auch Morgan Stanley und Goldman Sachs erwarten mittelfristig spürbar höhere Notierungen.
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