SpaceX Aktie: Demokraten nehmen den Kongress ein
Starlink meldet kräftiges Umsatzwachstum, während Wahlergebnis und unbezifferte Kosten des geplanten Bodennetzes Anleger beschäftigen.

Kurz zusammengefasst
- SpaceX-Aktie zeitweise unter Ausgabepreis
- Qualcomm liefert Technik für Starlink-Basisstationen
- Konnektivitätsumsatz steigt um 69 Prozent
- Netzausbau soll 2027 beginnen
Qualcomm liefert die Technik für das Bodennetz von Starlink Mobile, doch an der Börse zählt zunächst die Politik. Nach dem Wahlsieg der Demokraten im Kongress geriet die Aktie vorbörslich deutlich unter Druck und fiel im Handel zeitweise wieder unter den Ausgabepreis von 135 Dollar.
Wahlschock trifft die Musk-Werte
Die Demokraten haben beide Kammern gewonnen. Besonders auffällig waren die Ergebnisse in Texas, wo sie im Senat und bei der Gouverneurswahl Siege in traditionell republikanischen Hochburgen errangen. Anleger fürchten, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur unter demokratischer Führung ins Stocken geraten könnte.
SpaceX verlor vorbörslich 4,7 Prozent, Tesla 4,5 Prozent. Im späteren Handel schrumpfte das Minus der SpaceX-Aktie auf gut 1 Prozent bei rund 139,87 Dollar. Der breite Markt zeigte sich dagegen fester, die Futures legten etwa 1 Prozent zu.
Qualcomm als Technikpartner
Die Nachricht aus dem operativen Geschäft ging dabei fast unter. Qualcomm stattet die Basisstationen mit seinen Dragonwing-Plattformen aus, der landesweite Ausbau soll 2027 beginnen und Zehntausende Standorte umfassen. Finanzielle Bedingungen der mehrjährigen Partnerschaft nannten beide Seiten nicht.
Für Qualcomm ist es einer der prominentesten Aufträge im 5G-Infrastrukturgeschäft, das der Konzern seit 2020 forciert. Starlink spricht vom ersten vollständig integrierten Netz aus Satelliten und Bodenstationen. Beide Unternehmen sehen den Auftrag zudem als ersten Schritt Richtung KI-nativer 6G-Infrastruktur, der Fokus liegt vorerst aber auf 5G.
Spektrum und Rivalen
Das Netz braucht Frequenzen. Im Oktober vereinbarte SpaceX den Kauf eines landesweiten Pakets im 800-MHz-Bereich, das Gebäude besser erreichen soll. Hinzu kommt Spektrum, das bereits 2025 von EchoStar erworben wurde. Laut Medienberichten verhandelt SpaceX zudem über ein eigenes Angebot unter der Marke Boost Mobile.
Pikant: T-Mobile US hatte diese Lizenzen zuvor an den Investor Grain abgegeben und profitiert über eine Erlösbeteiligung nun indirekt vom Markteintritt des neuen Rivalen. Die Aktien der US-Netzbetreiber hatten auf die Frequenzpläne zuletzt empfindlich reagiert.
Starkes Kerngeschäft, offene Kosten
Die Basis liefert Starlink. Der Umsatz im Segment Konnektivität stieg im dritten Quartal um 69 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Das Segment steuert nach Angaben aus dem Quartalsbericht 85 Prozent des operativen Gewinns bei. Allerdings wachsen die Investitionen, und die Kosten für ein Bodennetz mit Zehntausenden Standorten hat SpaceX bislang nicht beziffert. Auch Partner unter den Funkturmbetreibern sind nicht genannt.
Der nächste greifbare Termin ist die behördliche Genehmigung des Frequenzkaufs von Grain. SpaceX erwartet den Abschluss in der ersten Jahreshälfte 2027. Erst dann kann das Netz die Versorgung in Gebäuden liefern, mit der Starlink Mobile die etablierten Anbieter herausfordern will.
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