SpaceX Aktie: Indexrebalancing löst 12,4-Milliarden-Käufe aus
SpaceX profitiert vom geplanten Nasdaq-100-Rebalancing, während starkes Wachstum auf deutlich steigende Investitionen und hohe Bewertung trifft.

Kurz zusammengefasst
- 319 Millionen Aktien werden freigegeben
- Nasdaq-100-Anpassung soll Käufe auslösen
- Pivotal Research startet mit Kaufvotum
- KI-Umsatz wächst trotz hoher Ausgaben
SpaceX steht vor einem entscheidenden Testtag: Am heutigen Mittwoch werden rund 319 Millionen Aktien aus der Sperrfrist entlassen — bereits die dritte Freigabe seit dem Börsengang im Juni. Bisher hat der Markt jede dieser Aktien-Freigaben erstaunlich gelassen weggesteckt, teilweise sogar mit Kursgewinnen quittiert.
Im deutschen Handel notiert die Aktie aktuell bei 131,72 Euro, nahezu unverändert gegenüber dem Vortag mit 131,94 Euro. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 8,4 Prozent zu Buche, über 30 Tage sind es 9,9 Prozent.
Der Kurs liegt damit rund 12 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, was auf einen intakten kurzfristigen Aufwärtstrend hindeutet, auch wenn zum 52-Wochen-Hoch weiterhin ein Abstand von 32 Prozent bleibt.
Rebalancing löst Milliarden-Käufe aus
Der eigentliche Kurstreiber der vergangenen Tage war weniger die Unlock-Serie als vielmehr die bevorstehende Anpassung im Nasdaq-100 zum 21. September. Weil sich der frei handelbare Aktienanteil von SpaceX durch die Freigaben von unter 10 auf rund 30 Prozent erhöht hat, steigt das Indexgewicht von 1,25 auf etwa 1,51 Prozent.
JPMorgan-Analyst Min Moon beziffert die daraus resultierenden passiven Käufe von Indexfonds auf rund 12,4 Milliarden Dollar. An der Nasdaq schloss die SpaceX-Aktie am Dienstag bei 153,47 Dollar, ein Plus von 3,73 Prozent, womit die Marktkapitalisierung kurzzeitig wieder die Marke von 2 Billionen Dollar erreichte.
Parallel zur Indexgeschichte sorgte eine neue Analystenstimme für Aufmerksamkeit. Pivotal Research nahm die Coverage von SpaceX mit einem Kaufvotum und einem Kursziel von 220 Dollar auf.
Analyst Jeffrey Wlodarczak begründet die hohe Bewertung mit der Wiederverwendbarkeit des Starship-Systems: Gelingt es SpaceX, jedes Fahrzeug 20 bis 50 Mal mit geringem Wartungsaufwand einzusetzen, könnten die Startkosten auf das Niveau von Bodenfracht fallen. Das würde Sparten wie xAI, das Colossus-Rechenzentrumsprojekt und Starlink zu Nutznießern einer völlig neuen Kostenstruktur machen.
Andere Häuser wie Oppenheimer und JPMorgan liegen mit Kurszielen von 280 beziehungsweise 240 Dollar in ähnlicher Größenordnung, wobei die Zielspanne der Analysten insgesamt von 100 bis 800 Dollar reicht.
Wachstum trifft auf hohe Investitionslast
Hinter der Kursstory steht ein Unternehmen im Umbruch: Aus dem Raketenbauer ist längst ein diversifizierter Technologiekonzern geworden. Starlink zählt mittlerweile 12 Millionen Abonnenten, der Umsatz der Sparte stieg im zweiten Quartal um 66 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar.
Noch dynamischer wächst das KI-Geschäft, dessen Erlöse um 247 Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar zulegten — allerdings bei Infrastrukturausgaben von 15,8 Milliarden Dollar, also dem Sechsfachen des Segmentumsatzes.
Diese Investitionslast dürfte sich fortsetzen: Laut S&P Global plant SpaceX seine Kapitalausgaben von 21 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf rund 70 Milliarden 2026 und bis zu 200 Milliarden Dollar im Jahr 2027 auszuweiten, unter anderem für eine neue Startanlage in Louisiana im Umfang von 100 Milliarden Dollar.
Intern rechnet das Unternehmen bis Dezember mit einem Jahresumsatz von 100 Milliarden Dollar, bis 2030 sollen es sogar eine Billion Dollar werden. Für Anleger bleibt damit die Kernfrage bestehen, ob das operative Wachstum die enormen Investitionssummen künftig auch tatsächlich rechtfertigt.
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