SpaceX Aktie: KI-Satelliten als IPO-Trumpfkarte

SpaceX startet mit KI-Satelliten und 1,75 Billionen Dollar Bewertung an die Börse. Trotz fehlender Gewinne sorgt das hohe Umsatzmultiple für Diskussionen.

Redaktion Stock-World ·
Ein futuristischer Satellit mit leuchtenden KI-Schaltkreismustern umkreist die Erde im Weltraum. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • KI-Satelliten nutzen vorhandene Technologien
  • Bewertung von 1,75 Billionen Dollar angestrebt
  • Hohes Umsatzmultiple trotz fehlender Profitabilität
  • IPO als Signal für gesamte Tech-Rally

Elon Musk hat kurz vor dem Börsengang eine klare Botschaft: Die geplanten Orbital-Rechenzentren von SpaceX sind kein technologischer Sprung ins Unbekannte. Die benötigte Infrastruktur existiert bereits — in den Starlink-V3-Satelliten.

In einem firmeneigenen Video erklärte Musk, dass die KI-Satelliten stark auf vorhandene Technologien zurückgreifen: Solaranlagen, Kühlsysteme, Produktionsanlagen. Kein „Magic“, wie er es formulierte. Der erste geplante KI-Satellit soll rund 150 Kilowatt Spitzenleistung erzeugen — vergleichbar mit einem einzelnen Nvidia-GB300-Server-Rack. Die Satellitenproduktion in Bastrop, Texas, soll bis Ende 2027 auf nennenswerte Stückzahlen hochfahren.

Die Bewertungsfrage bleibt heiß

Der Börsengang ist für diesen Freitag geplant, die angestrebte Bewertung liegt bei rund 1,75 Billionen Dollar. Das entspricht in etwa der kombinierten Marktkapitalisierung aller DAX-Unternehmen. Gemessen an einem geschätzten Jahresumsatz von bis zu 50 Milliarden Dollar ergibt sich ein Umsatzmultiple von über 30 — und das bei einem Unternehmen, das noch keine dauerhaften Gewinne schreibt.

Genau dieser Punkt sorgt für Diskussionen. Einige Indexanbieter prüfen bereits, ihre Aufnahmeregeln anzupassen, um SpaceX trotz fehlender Profitabilität in ihre Indizes integrieren zu können. Marktbeobachter sehen darin ein Zeichen, wie groß der institutionelle Appetit auf das Papier ist — aber auch, wie weit die Bewertungsmaßstäbe derzeit gedehnt werden.

Bubble oder nächstes Google?

Der Vergleich mit der Dot-com-Blase liegt nahe, und er wird offen geführt. Die Narrative konzentrieren sich auf KI und Raumfahrt, die Kapitalabsorption durch SpaceX und die für Herbst geplanten IPOs von Anthropic und OpenAI könnte insgesamt deutlich über 100 Milliarden Dollar erreichen. Hinzu kommt, dass Lock-up-Fristen für Altaktionäre vergleichsweise kurz ausfallen sollen — was nach der Erstnotiz für Druck sorgen könnte.

Das Gegenargument: SpaceX verkauft reale Produkte. Starlink ist ein funktionierendes Geschäft, Starship ein funktionierender Rakete. Das unterscheidet das Unternehmen von vielen Börsengängen anno 2000. Als Alternative zur Bubble-Analogie kursiert das Google-IPO von 2004 — auf das damals ebenfalls Skepsis folgte, und dann jahrelange Kursgewinne.

Wie sich der SpaceX-Kurs nach dem Börsenstart am Freitag entwickelt, dürfte auch für die gesamte Tech-Rally ein Signal setzen. Fällt die Nachfrage hinter die künstlich verknappte Zuteilung zurück, könnten die Erstzeichner schnell unter Druck geraten.

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