SpaceX Aktie: Musk zieht Billionen-Ziel auf 2030 vor
SpaceX peilt dank Starlink und KI eine Billion Dollar Umsatz bis 2030 an. Die Aktie erholt sich trotz hoher Investitionen und Insider-Verkäufen.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzziel auf 2030 vorgezogen
- Starlink treibt Quartalsumsatz auf 7,8 Mrd.
- Aktie erholt sich nach Lock-up-Ablauf
- Nvidia-Partnerschaft für KI-Datacenter-Chips
Elon Musk hat mitten in der turbulentesten Handelsphase seit dem Börsengang ein neues Ausrufezeichen gesetzt: Der SpaceX-Chef nannte einen Jahresumsatz von einer Billion Dollar bereits für 2030 als Ziel – ein Jahr früher als bislang in Aussicht gestellt. Laut CNBC sollten die Kommentare vor allem eines erreichen: die Sorgen der Investoren über die hohen Ausgaben des Unternehmens zu zerstreuen.
Der Zeitpunkt der Ankündigung war kein Zufall. Vor gut einer Woche hatte SpaceX seine erste Quartalsbilanz als börsennotiertes Unternehmen vorgelegt, seither hat die Aktie um 10,1 Prozent zugelegt. Der Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar übertraf die Konsensschätzung von 6,9 Milliarden Dollar deutlich.
Überschattet wurde der Bericht jedoch von Investitionsausgaben in Höhe von 18,37 Milliarden Dollar und einem Nettoverlust von 541 Millionen Dollar. Nach den Zahlen brach die Aktie im nachbörslichen Handel laut Reuters zunächst deutlich ein, CNBC bezifferte den Rückgang im außerbörslichen Handel auf rund 8 Prozent.
Starlink und KI-Geschäft treiben das Wachstum
Für den überraschend starken Umsatzsprung sorgten laut Berichten des Wall Street Journal vor allem Starlink und das aufkeimende KI-Geschäft. Allein Starlink erwirtschaftete im zweiten Quartal nahezu 4,3 Milliarden Dollar.
Parallel zu den Quartalszahlen verkündete SpaceX eine Partnerschaft mit Nvidia im Bereich Datacenter-Chips – ein weiterer Baustein der KI-Strategie, mit der das Unternehmen offenbar auch die hohen Kapitalausgaben rechtfertigen will.
Musks vorgezogenes Billionen-Dollar-Ziel fügt sich in dieses Bild: Es soll signalisieren, dass die massiven Investitionen kein Selbstzweck sind, sondern gezielt auf ein deutlich größeres Geschäftsvolumen einzahlen.
Dass Anleger genau diese Erzählung zunächst mit Skepsis quittierten, zeigte sich am Ablauf der ersten Sperrfrist für Insider-Aktienverkäufe am vergangenen Donnerstag.
Der Pool handelbarer Aktien mehr als verdoppelte sich, Reuters berichtete, dass Mitarbeiter und frühe Investoren nun in großem Stil Kasse machen könnten – zusätzlich zu den 12,9 Milliarden Aktien, die bis Mitte kommenden Jahres freigegeben werden sollen. Ein solcher Angebotsschub gilt gemeinhin als Belastungsprobe für den Kurs.
Markt verdaut den Angebotsschub besser als erwartet
Diese Belastungsprobe hat SpaceX offenbar besser bestanden als befürchtet. Laut Reuters zog die Aktie nach der Freigabe der Sperrfrist bei hohem Handelsvolumen an, ein Zeichen dafür, dass der Markt den ersten Schwung frei gewordener Aktien absorbierte, statt darunter einzubrechen.
Am Freitag beschleunigte sich die Erholung: Medienberichten zufolge legte der Kurs an diesem Tag um 15,8 Prozent zu und schloss die Woche mit einem Plus von nahezu 23 Prozent ab. Seit dem Ablauf der Sperrfrist steht damit ein Zugewinn von 20,4 Prozent zu Buche.
Am gestrigen Montag schloss die Aktie bei 119,84 Euro, nach einem Tagesplus von 4,08 Prozent. Auf Wochensicht bedeutet das einen Anstieg von 10,13 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro vom 16. Juni bleibt SpaceX mit einem Abstand von 38,37 Prozent aber weiterhin deutlich entfernt.
Die Erholung der vergangenen Tage zeigt: Anleger honorieren vorerst Musks Wachstumsversprechen stärker als sie die hohen Investitionsausgaben und den drohenden Verkaufsdruck aus dem Lock-up-Ablauf fürchten. Ob das milliardenschwere Umsatzziel für 2030 realistisch ist, wird sich frühestens an künftigen Quartalszahlen ablesen lassen.
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