SpaceX Aktie: Q2-Zahlen am 4. August
SpaceX veröffentlicht erste Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen, während die größte Aktiensperrfrist der Finanzgeschichte ausläuft. Analysten bleiben trotz Kursrutsch konstruktiv.

Kurz zusammengefasst
- Erste Bilanz seit Börsengang
- Größte Aktiensperre endet
- Starship-Testflug erfolgreich
- Analysten sehen Kurspotenzial
SpaceX steht vor der ersten Bilanz als börsennotiertes Unternehmen. Am Dienstag, den 4. August, veröffentlicht der Raketen- und Satellitenbetreiber nach US-Börsenschluss seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026. Das Management folgt um 16:30 Uhr Ostküstenzeit mit einer Audio-Konferenz. Für die Aktie ist das mehr als ein normaler Berichtstermin — mit den Zahlen läuft parallel die größte Aktiensperrfrist-Freigabe der Finanzgeschichte aus.
Der Kurs zeigt bereits jetzt Nervosität. Die Aktie schloss am Freitag bei 93,96 Euro, ein Minus von 3,48 Prozent an einem Tag. Damit liegt SpaceX nur noch 0,59 Prozent über dem frischen 52-Wochen-Tief von 93,41 Euro, markiert erst am 31. Juli. Der RSI von 31,0 signalisiert eine überverkaufte Aktie kurz vor einem Ereignis mit enormer Tragweite.
Die Zahlen aus dem ersten Quartal als Maßstab
Einen Anhaltspunkt liefert das erste Quartal 2026. Der Umsatz wuchs dort um mehr als 15 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. Der Nettoverlust weitete sich gleichzeitig deutlich aus: von 528 Millionen auf 4,3 Milliarden Dollar.
Der operative Cashflow stieg im selben Zeitraum auf 1,05 Milliarden Dollar, nach 727 Millionen im Vorjahr. Zum Quartalsende hielt SpaceX Barreserven von 15,9 Milliarden Dollar. Innerhalb des Umsatzes bleibt das Connectivity-Geschäft mit Starlink der Haupttreiber und steuerte 3,3 Milliarden Dollar bei. Die KI-Sparte kam auf 818 Millionen Dollar, das Raumfahrtsegment auf 619 Millionen Dollar.
Starship liefert einen operativen Lichtblick
Kurz vor dem Zahlentermin schaffte SpaceX operativ zumindest ein positives Signal. Am 24. Juli hob die Starship-Rakete zum 13. Testflug von der Starbase in Texas ab — der erste Start seit dem Rekord-Börsengang im Juni. Der Super-Heavy-Booster trennte sich rund zwei Minuten nach dem Start und setzte kontrolliert im Golf auf.
Rund 18 Minuten nach dem Start brachte SpaceX 20 neue Starlink-V3-Satelliten in die Umlaufbahn. Es war der erste Test dieser Satellitengeneration im Flug. SpaceX-Ingenieurin Kate Tice zeigte sich zufrieden: „Wir konnten nicht nur mit allen 20 Kontakt aufnehmen, sondern auch per Laser mit ihnen kommunizieren. Das ist großartig.“
Nicht alles lief reibungslos. Beim Landemanöver zündeten nicht alle benötigten Raptor-Triebwerke, wodurch der Booster mit höherer Geschwindigkeit als geplant aufsetzte. Sprecher Dan Huot bewertete den Ausgang trotzdem positiv: Es sei das erste Mal gewesen, dass ein intaktes Starship im Wasser landete — wertvolle Daten für den Hitzeschild seien der Lohn.
Analysten bleiben trotz Kursverfalls konstruktiv
Die Wall Street hat ihre Einschätzung zu SpaceX bisher nicht grundlegend revidiert. Nach Daten von 30 Analysten, zusammengetragen von TipRanks, steht die Aktie bei „Moderate Buy“ — 23 Kaufempfehlungen, sechs Halte-Voten, eine Verkaufsempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 239,04 Dollar und impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 110 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas sieht im bevorstehenden Bericht die Chance auf mehr Klarheit über die langfristige Wachstumsstrategie. Sein größter Kurstreiber: die geplante Erweiterung der KI-Rechenkapazität um mehr als 2 Gigawatt im kommenden Jahr.
Die Sperrfrist als eigentliches Risiko
Der Zahlentermin lässt sich nicht getrennt von der auslaufenden Lock-up-Periode betrachten. Nach den Q2-Zahlen dürfen bestimmte Altaktionäre erstmals frei verkaufen — potenziell weitere 20 Prozent der ausstehenden Aktien. Das könnte den frei handelbaren Streubesitz mehr als vervierfachen.
Morningstar-Analyst Nicolas Owens rechnet damit, dass ein Großteil dieser Aktien tatsächlich auf den Markt kommt. Die Altaktionäre hätten niedrige Einstandskurse und lange Haltefristen, so seine Begründung. Owens hält es zudem für plausibel, dass der jüngste Kursrutsch bereits diese drohende Verwässerung vorwegnimmt.
Die Ausgangslage vor Dienstag ist damit ungewöhnlich zweigeteilt. Überzeugende operative Aussagen und belastbare Angaben zu den Starlink-Margen könnten die Stimmung stabilisieren, selbst wenn der Streubesitz wächst. Enttäuscht das Management dagegen, trifft das auf eine Aktie, die bereits am 52-Wochen-Tief steht und zusätzlich mit frisch freigegebenen Aktien rechnen muss.
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