SpaceX Aktie: Quartalszahlen und Lock-up am 4. und 6. August
Nach dem Kurssturz bringen Wall-Street-Banken Schutzprodukte für SpaceX-Aktien auf den Markt. Analysten sind uneins über die künftige Entwicklung.

Kurz zusammengefasst
- Banken bieten Verlustschutz-Produkte an
- Kurs seit Börsengang stark gefallen
- Quartalszahlen und Lock-up entscheidend
- Milliardenschwere Pentagon-Aufträge gesichert
SpaceX-Aktien versuchen sich nach einem harten Ausverkauf seit dem Börsengang im Juni zu stabilisieren. Wall-Street-Banken wittern in der Volatilität ein Geschäft. Mindestens fünf Finanzhäuser bringen strukturierte Produkte auf den Markt, die Käufer vor weiteren Verlusten schützen sollen.
Der Kurs steht bei 99,72 Euro, ein Plus von 1,55 Prozent zum Vortag. Das wirkt wie eine kleine Erholung. Auf Monatssicht bleibt aber ein Minus von rund 33 Prozent stehen — und zum Rekordhoch von 194,46 Euro aus dem Juni fehlen fast 49 Prozent.
Banken bringen Absicherungsprodukte an den Markt
Laut Bloomberg planen mindestens fünf Institute, darunter Morgan Stanley und Marex Group, strukturierte Notes auf SpaceX-Aktien. Die Papiere begrenzen laut Regulierungsunterlagen das Verlustrisiko, in einigen Fällen bis zu einem Rückgang von 50 Prozent. Im Gegenzug kappen sie die möglichen Gewinne über die kommenden Monate oder Jahre.
Das Timing zeigt, wie schnell sich die Stimmung gedreht hat. Aus der Euphorie rund um den Börsengang ist in wenigen Wochen eine Nachfrage nach Absicherung geworden.
Sechs turbulente Wochen
Der Handelsstart verlief spektakulär. SpaceX ging mit einem Ausgabepreis von 135 Dollar pro Aktie an die Börse, die Marktbewertung lag bei 1,77 Billionen Dollar. Der Kurs schoss zeitweise über 225 Dollar.
Sechs Wochen später notiert die Aktie unter 117 Dollar. Selbst ein erfolgreicher Starship-Testflug am vergangenen Freitag von Starbase in Texas konnte den Abwärtstrend nicht stoppen. Die Rakete brachte alle 20 Starlink-V3-Satelliten der nächsten Generation ins All und zündete ein Triebwerk im Weltraum neu — SpaceX sprach von der bislang sanftesten Wasserung der Raumfahrtgeschichte des Unternehmens.
Zwei Termine entscheiden die nächste Kursrichtung
Zwei Daten dürften den weiteren Verlauf bestimmen. Am 4. August legt SpaceX als börsennotiertes Unternehmen erstmals Quartalszahlen vor. Zwei Tage später, am 6. August, läuft eine Lock-up-Frist aus — dann werden bis zu 911,5 Millionen Insider-Aktien verkaufsfähig.
Die Verlustzahlen im Hintergrund sind erheblich. SpaceX verbuchte 2025 einen Verlust von 4,9 Milliarden Dollar, im ersten Quartal 2026 kamen weitere 4,28 Milliarden Dollar hinzu. Das nähert sich bereits dem Verlust des gesamten Vorjahres an. Diese Zahlen befeuern die Debatte, ob die aktuelle Bewertung von rund 1,313 Billionen Euro noch gerechtfertigt ist.
Neue Aufträge kommen trotzdem weiter herein. Am Mittwoch fiel die Aktie zwar um 3,32 Prozent auf 112,55 Dollar, gleichzeitig sicherte sich SpaceX aber einen Auftrag der US Space Force über 1,6 Milliarden Dollar für 18 Falcon-9-Starts bis 2027. Das baut auf einem noch größeren Deal aus dem Mai auf, als das Unternehmen 6,5 Milliarden Dollar für militärische Satellitenarbeiten erhielt. Reuters zufolge hat SpaceX damit in diesem Jahr bereits mindestens 7 Milliarden Dollar an Pentagon-Aufträgen eingesammelt.
Analysten uneins über die Richtung
Bernstein-SocGen-Analyst Douglas Harned bekräftigte an diesem Morgen sein „Outperform“-Rating. Sein Kursziel von 239 Dollar liegt sogar über dem bisherigen Höchststand der Aktie seit dem Börsengang.
Deutsche Bank-Analyst Edison Yu bleibt ebenfalls konstruktiv. Er verweist auf ein Zeitfenster Ende August oder im September für den nächsten Starship-Testflug, Flug 14. Yu vergibt ein Kaufrating mit einem Kursziel von 255 Dollar — das entspräche einem Kursgewinn von fast 130 Prozent.
Skeptiker verweisen dagegen auf die anstehende Lock-up-Freigabe. Nach den Quartalszahlen könnten zusätzlich bis zu 20 Prozent der ausstehenden Aktien für den öffentlichen Verkauf freigegeben werden. Ein technisches Warnsignal liefert bereits der RSI von 35 — ein Wert, der auf überverkauftes Terrain hindeutet, ohne dass sich die Lage bislang gedreht hat.
Quartalszahlen und Aktienfreigabe fallen innerhalb weniger Tage zusammen. Anfang August entscheidet sich damit, ob anhaltende Verluste und der zusätzliche Aktienangebotsdruck schwerer wiegen als die wachsenden Rüstungsaufträge und der Fortschritt beim Starship-Programm.
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