SpaceX Aktie: Ship 41 für Starship-Flug 14 montiert
Der geplante Testflug soll 26 Starlink-V3-Satelliten aussetzen; die FAA-Lizenz steht noch aus, während Falcon-Missionen weiterlaufen.
Kurz zusammengefasst
- Ship 41 auf Booster B21 montiert
- Start frühestens am 28. September
- FAA-Fluglizenz für den Testflug ausstehend
- Oppenheimer erhöhte Kursziel auf 280 Dollar
In der Raumfahrt galt das Aufeinandertreffen von Schwerelosigkeit und industrieller Skalierung lange Zeit als technologische Utopie. Raketenstarts waren seltene, sündhaft teure Staatsakte, akribisch vorbereitet über Jahre hinweg.
Wer die Geschehnisse am Weltraumbahnhof Starbase beobachtet, begreift jedoch schnell, dass diese Ära endgültig vorbei ist. Am gestrigen Mittwoch frühmorgens wurde Ship 41 auf den Super Heavy Booster B21 gehoben. Mit diesem Montageschritt steht das System bereit für Starship Flug 14 – den ersten orbitalen Testflug des Giganten.
Das Startfenster öffnet sich frühestens am 28. September. Zwar hat die US-Luftfahrtbehörde FAA bereits eine temporäre Flugbeschränkung bis zum 7. Oktober verhängt, die formelle Fluglizenz für diesen Versuch steht allerdings noch aus.
Doch die reine Startfreigabe greift als Maßstab längst zu kurz. Was sich an der texanischen Küste abspielt, markiert den Übergang von spektakulärer Pionierarbeit zur harten, kalkulierbaren Logistik einer neuen Weltraumökonomie.
Frachtverkehr im Zehn-Stunden-Takt
Die Dimensionen von Flug 14 verdeutlichen diesen Wandel. Der geplante Flug soll in einer Höhe von rund 275 Kilometern verlaufen, etwa sechs Erdumrundungen umfassen und knapp zehn Stunden dauern.
Vor allem aber transportiert Starship diesmal eine wirtschaftlich nutzbare Nutzlast: 26 Starlink-V3-Satelliten sollen im Erdorbit ausgesetzt werden. Jeder einzelne dieser Flugkörper erweitert die Netzwerkkapazität um 1 Tbps, was einer addierten Gesamtkapazität von 26 Tbps für diese Mission entspricht.
Kann ein Trägersystem dieser Größenordnung tatsächlich zur wirtschaftlichen Routine werden? Genau an dieser Schnittstelle entscheidet sich die Bewertung des gesamten Konzerns.
Während Starship auf seine orbitale Premiere wartet, läuft das Standardgeschäft im Hintergrund mit beispielloser Schlagzahl weiter. Am 13. September absolvierte das Unternehmen den Start seiner 700. Falcon-Rakete und brachte drei O3b mPOWER-Satelliten für SES auf Kurs.
Nur zwei Tage später folgte eine Mission für die U.S. Space Force, am 19. September starteten weitere 27 Starlink-Einheiten von der kalifornischen Küste, und für den 1. Oktober peilen die NASA und das Unternehmen bereits den Start der Crew-13-Mission zur Raumstation ISS an.
Hohe Erwartungen und regulatorische Geduld
An den Märkten wird dieser Übergang zur industriellen Fließbandarbeit mit großem Interesse verfolgt, wenngleich die Bäume kurzfristig nicht in den Himmel wachsen. Das Papier notiert heute bei 129,58 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,6 Prozent entspricht.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch liegt damit bei 33 Prozent. Die Konsolidierung zeigt, dass Anleger die immensen operativen und regulatorischen Hürden keineswegs ausblenden. Jeder Entwicklungsschritt beim Starship bindet enorme Ressourcen, und Verzögerungen bei behördlichen Genehmigungen gehören zum Alltag.
Gleichzeitig sorgt das etablierte Raumtransportgeschäft für eine verlässliche Einnahmebasis. Mit der kürzlich erfolgten Vergabe von drei weiteren Astronautenflügen durch die NASA, die ein Gesamtvolumen von 946 Millionen $ umfasst, summiert sich der Gesamtwert der vertraglich vereinbarten 17 Missionen auf 5,92 Milliarden $.
Dieses Fundament stützt die langfristigen Perspektiven. Das Analysehaus Oppenheimer hob das Zwölf-Monats-Kursziel für das Papier am 2. September von 250 $ auf 280 $ an.
Die Weichen für die nächste Dekade
Für Investoren steht bei Flug 14 weit mehr auf dem Spiel als das bloße Gelingen eines Testflugs. Starship ist das Fundament, auf dem die künftige Kapazitätserweiterung von Satellitennetzwerken und interplanetaren Missionen aufbaut. Misslingt der Flug oder verzögert sich die Genehmigung der Behörden weiter, geraten die ehrgeizigen Ausbaupläne zeitlich unter Druck.
Gelingt die Mission hingegen wie geplant, beweist das Unternehmen, dass die Vision voll wiederverwendbarer Schwerlasttransporte keine ferne Science-Fiction mehr ist. Die Raumfahrt verliert endgültig ihren Ausnahmecharakter – und wird zur industriellen Infrastruktur des 21. Jahrhunderts.
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