SpaceX Aktie: Unter 150 US-Dollar gefallen
SpaceX-Aktie fällt unter IPO-Preis, während Analysten extreme Kursziele von 115 bis 800 Dollar nennen. Starlink zeigt Gewinne, KI-Sparte hohe Verluste.

Kurz zusammengefasst
- Aktie unter Ausgabepreis von 150 Dollar
- Analystenziele zwischen 115 und 800 Dollar
- Starlink erwirtschaftet operative Gewinne
- KI-Sparte mit Milliardenverlusten belastet
Während Elon Musk am 10. Juli auf X verkündete, der Konzern könne bei Erreichen seiner Ziele „mehr wert sein als der Rest der Welt zusammen“, rutschte die Aktie parallel unter ihren Ausgabepreis von 150 US-Dollar aus dem Börsengang vom 12. Juni. Die Kursreaktion fällt seither deutlich negativ aus – Analysten und Anleger streiten inzwischen offen darüber, ob der Rückschlag eine Kaufgelegenheit oder der Anfang einer größeren Korrektur ist.
Analysten so uneinig wie selten: von 115 bis 800 Dollar
Die Bandbreite der Kursziele könnte kaum größer sein. CFRA sieht die Aktie mit einem Verkaufsrating bei 115 US-Dollar, während Raymond-James-Analyst Brian Gesuale mit 800 US-Dollar das mit Abstand höchste Ziel der Straße ausgerufen hat – eine Wette auf ein Umsatzwachstum von aktuell rund 38,5 Milliarden auf über 837 Milliarden US-Dollar bis 2031, verbunden mit einem EBITDA von 696 Milliarden US-Dollar. Gesuale begründet seine Prognose mit Starship, das die Kosten für Orbitaltransporte um mehr als 99 Prozent senken soll, sowie mit milliardenschweren KI-Rechenzentrums-Deals mit Google Cloud, Anthropic und Reflection AI. Dazwischen liegen Deutsche Bank mit 255, Macquarie mit 250, Clear Street mit 217 und Morgan Stanley mit einer Spanne von pessimistisch 75 bis optimistisch 600 US-Dollar. Citigroup nennt in einem optimistischen Szenario sogar 900 US-Dollar. Der Analystenkonsens liegt je nach Erhebung zwischen 237 und 240 US-Dollar. Seeking Alpha hält dagegen und ermittelt über ein DCF-Modell einen fairen Wert von lediglich 90,41 US-Dollar, während der Motley Fool auf die erst zwölf Testflüge von Starship bis Mai sowie ein kalkuliertes adressierbares Marktvolumen von rund 30 Billionen US-Dollar – nahe am US-Bruttoinlandsprodukt – als Warnsignal verweist.
Starlink verdient, Starship und KI kosten Milliarden
Die Zahlen hinter der Debatte zeigen ein zweigeteiltes Unternehmen. Starlink erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 11,4 Milliarden US-Dollar, gut 61 Prozent des Konzernumsatzes von 18,7 Milliarden US-Dollar, bei einem operativen Gewinn von 4,4 Milliarden und einem um 86 Prozent gesteigerten adjustierten Gewinn von 7,2 Milliarden US-Dollar. Die Kundenzahl übersteigt mittlerweile sieben Millionen Abonnenten. Das Launch-Geschäft trug 4,1 Milliarden US-Dollar bei, während der KI-Bereich rund um xAI zwar 3,2 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielte, laut Advisorpedia aber einen operativen Verlust von 6,4 Milliarden US-Dollar auswies und 2026 auf einen Jahresverlust von rund 10 Milliarden US-Dollar zusteuert. Unter dem Strich stand 2025 ein Nettoverlust von 4,9 Milliarden US-Dollar bei einem Investitionsvolumen von 20,7 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 kamen 4,7 Milliarden US-Dollar Umsatz und ein adjustiertes EBITDA von 1,1 Milliarden US-Dollar hinzu, bei einem Verlust je Aktie von 1,27 US-Dollar. Staatsaufträge steuern rund ein Fünftel des Umsatzes bei, darunter ein im Mai 2026 vergebener Space-Force-Vertrag über 2,29 Milliarden US-Dollar. Der nächste Quartalsbericht ist für den 6. August terminiert.
Lockup-Ablauf und operative Meilensteine als nächste Prüfsteine
Zusätzlichen Druck könnte der bevorstehende Ablauf von Haltefristen erzeugen. Während Musk und weitere Insider laut Lockup-Struktur 366 Tage gebunden bleiben, dürfen Mitarbeiter ab August 20 Prozent ihrer Anteile verkaufen, danach folgen gestaffelte Freigaben an mehreren weiteren Tagen. Bis zum dritten Quartal 2026 könnten so bis zu 83 Prozent der nicht langfristig gesperrten Aktien handelbar sein. Investor George Noble warnte bereits, der Börsengang – nach seiner Einschätzung zu mehr als dem 90-Fachen des Umsatzes platziert – könne sich zum größten Exit-Liquiditätsereignis der Geschichte entwickeln. Operativ bleibt SpaceX derweil in Bewegung: Der Konzern schloss einen Deal mit ispace zum kommerziellen Transport von Mondnutzlasten per Starship, SpaceXAI stellte mit Grok 4.5 sein bislang fortschrittlichstes KI-Modell vor, und für den 15. Juli ist der 13. Starship-Testflug angesetzt, nachdem Booster 20 mit 33 Raptor-3-Triebwerken seinen statischen Zündtest bestanden hat. Ob die kommenden Wochen die Bullen um Raymond James oder die Skeptiker um CFRA und Seeking Alpha bestätigen, dürfte sich an genau diesen Terminen entscheiden – dem Quartalsbericht, dem Starship-Flug und der schrittweisen Freigabe der Insider-Anteile.
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