SpaceX Aktie: Volatilität 92 übersteigt QQQ um das Dreifache
Zum Nasdaq-Debüt von SpaceX dominieren bullische Optionen, doch Analysten warnen vor extremen Kursschwankungen und nahenden Insider-Verkäufen.

Kurz zusammengefasst
- Rekordvolumen bei SpaceX-Optionen
- Implizite Volatilität dreimal so hoch wie QQQ
- Warnung vor Kursschwankungen von 20 Dollar
- Insider-Verkäufe belasten kurzfristig
SpaceX ist offiziell im Nasdaq-100 angekommen. Wer nun eine ruhige Rally erwartet, irrt gewaltig. Der Optionsmarkt signalisiert extreme Turbulenzen für den Raumfahrtkonzern. Die implizite Volatilität stellt den breiten Markt weit in den Schatten.
Bullische Anleger dominieren das Geschehen. Bis Montagmittag wechselten rund eine halbe Million SpaceX-Optionen den Besitzer. Dabei übertrafen Call-Optionen die Put-Wetten um mehr als das Doppelte. Die Volatilität der Aktie fällt extrem aus. Sie liegt mit einem Wert von 92 fast dreieinhalbmal so hoch wie beim ohnehin schwankungsanfälligen Technologie-ETF QQQ.
Die Börsenbetreiber schlagen Alarm. JJ Kinahan, Vizepräsident bei Cboe, warnt Investoren vor heftigen Kursschwankungen in beide Richtungen. Er hält Kursbewegungen von 20 US-Dollar innerhalb der nächsten anderthalb Wochen für realistisch. Das Handelsvolumen am Optionsmarkt liege derzeit zweieinhalbmal über dem Normalniveau.
Diese Nervosität zeigte sich bereits in den vergangenen Handelstagen. Nach einem Kursrutsch von acht Prozent am vergangenen Mittwoch fiel die Aktie am Montag zeitweise unter die Marke von 160 US-Dollar.
Skepsis beim Index-Effekt
Analysten dämpfen die Erwartungen an den Index-Aufstieg. Mechanische Käufe durch passive Fonds dürften den Kurs kaum treiben. Paul Meeks von Freedom Capital Markets nennt die Aufnahme weniger bedeutsam als erwartet. Der Mechanismus sei dem Markt längst bekannt. Jeff Jacobson von 22V Research teilt diese Ansicht.
Der Grund liegt im geringen Streubesitz. Lediglich vier Prozent der SpaceX-Aktien sind frei handelbar. Das führt zu einem moderaten Indexgewicht. Laut Schätzungen von JPMorgan landet SpaceX mit etwa 1,3 Prozent Gewichtung auf Platz 21 im Nasdaq-100.
Dieser knappe Bestand birgt ein doppeltes Risiko. Die ETF-Käufe stützen den Kurs zwar kurzfristig. Bei einer Korrektur droht jedoch ein fragiler Handel, warnen die Analysten von Arete Research.
Insider-Verkäufe drohen
Ein weiterer Faktor trübt die Stimmung. Während Indexfonds kaufen müssen, laufen parallel die Haltefristen erster Insider ab. Die sogenannten Lockup-Vereinbarungen enden in mehreren Tranchen. Erste Papiere werden zwischen 70 und 135 Tagen nach dem Börsengang frei. Elon Musk und andere Großinvestoren müssen ein volles Jahr warten.
Analyst Charles Minervino von Susquehanna wertet diese nahenden Insider-Verkäufe als klare kurzfristige Belastung. Die auslaufenden Fristen werden den Druck auf die Aktie in den kommenden Wochen spürbar erhöhen. Das Zusammentreffen von passiven Indexkäufen und frischem Aktienangebot garantiert einen hochvolatilen Herbst.
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