SpaceX kauft Mobilfunkfrequenzen und setzt Branche unter Druck

Die Frequenzübernahme stärkt Starlinks geplantes Mobilfunkangebot; etablierte Anbieter verzeichneten Kursverluste, die Zustimmung der FCC steht noch aus.

Felix Baarz ·

Kurz zusammengefasst

  • Frequenzpaket im 800-Megahertz-Bereich übernommen
  • Kaufpreis soll rund acht Milliarden Dollar betragen
  • Deutsche Telekom verlor acht Prozent
  • FCC-Zustimmung zur Übernahme steht noch aus

Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX greift direkt in das Kerngeschäft klassischer Mobilfunkanbieter ein. Durch eine Übernahmevereinbarung mit der Beteiligungsgesellschaft Grain Management sichert sich SpaceX ein landesweites Frequenzpaket im 800-Megahertz-Bereich. Starlink Mobile erhält damit die nötigen Frequenzen, um herkömmliche Smartphones direkt aus dem All und am Boden zu vernetzen.

An den Aktienmärkten löste der Schritt am Freitag deutliche Kursverluste bei den etablierten Netzbetreibern aus. Die Papiere von AT&T und Verizon verloren im US-Handel jeweils rund zehn Prozent. Für T-Mobile ging es um 13 Prozent abwärts. Der Branchendruck erfasste auch europäische Konzerne: Die Aktie der Deutschen Telekom sank um acht Prozent.

Das fehlende Puzzleteil für Starlink

Finanzielle Details nannten die beteiligten Unternehmen nicht. Der Kaufpreis für das Frequenzportfolio soll jedoch bei rund acht Milliarden Dollar in bar liegen. Niedrigfrequente Bänder unter einem Gigahertz gelten in der Telekommunikation als besonders wertvoll, da ihre Signale weite Strecken überbrücken und Gebäudewände besser durchdringen als hochfrequente Funkwellen.

Bislang scheiterten Satellitendienste oft daran, Standardtelefone in geschlossenen Räumen zuverlässig zu erreichen. Mit den neuen Lizenzen gewinnt Starlinks geplante Mobilfunksparte genau die Reichweite, die für eine flächendeckende Netzabdeckung erforderlich ist. Die US-Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission genehmigte SpaceX bereits den Einsatz von 15.000 mobilen Satellitengeräten, muss der Frequenzübernahme selbst allerdings noch zustimmen.

Hohe Hürden vor einem echten Netzbetrieb

Marktbeobachter werten die Transaktion als Signal für eine aggressivere Expansionsstrategie von SpaceX. Kurzfristig bleibt das operative Risiko für die Platzhirsche jedoch begrenzt. Der Aufbau eines voll konkurrenzfähigen Mobilfunknetzes erfordert erhebliche Mengen an Kapital, Sendetechnik und Genehmigungen. Analysten gehen davon aus, dass ein möglicher Verdrängungswettbewerb zunächst langsam und vor allem in ländlichen Regionen beginnen dürfte.

Parallel dazu profitierten Betreiber von Funktürmen von der Nachricht. Die Aktien von American Tower und Crown Castle legten um fünf bis sechs Prozent zu. Denn selbst ein satellitengestützter Dienst wird für eine stabile städtische Versorgung auf terrestrische Funkmasten und Dachantennen angewiesen sein.

Klarheit über die Gegenwehr der etablierten Anbieter erwarten Marktteilnehmer bei der anstehenden Bilanzvorlage von AT&T am 21. Oktober 2026. Dann wird sich das Management erstmals öffentlich zu den Auswirkungen des neuen Rivalen auf die eigene Teilnehmerentwicklung äußern.

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