St George Mining Aktie: 199,5 Meter Niob-Mineralisierung
St George Mining treibt sein Araxá-Projekt voran, doch die jüngste Kapitalerhöhung drückt den Aktienkurs deutlich ins Minus.

Kurz zusammengefasst
- Araxá-Projekt in Industrialisierungsphase
- Technische Allianz mit Técnicas Reunidas
- Kapitalerhöhung über 60 Mio. AUD
- Aktie verliert 24% im Monat
St George Mining will im brasilianischen Araxá eine westliche Alternative zu chinesisch dominierten Lieferketten aufbauen. Niob und Seltene Erden aus einer der größten Lagerstätten außerhalb Chinas sollen dabei helfen. Die Aktie zahlt gerade den Preis für frisches Kapital.
Ingenieure aus Spanien, Erz aus Minas Gerais
Das Araxá-Projekt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais tritt in die Industrialisierungsphase ein. St George Mining hat dafür eine technische Allianz mit dem spanischen Ingenieurkonzern Técnicas Reunidas geschlossen. Im Zentrum steht die firmeneigene RARETECH®-Technologie zur Aufbereitung der Seltene-Erden-Mineralisierung.
Das Ziel: Mischcarbonate und Seltene-Erden-Oxide speziell für europäische und westliche Abnehmer produzieren. Damit könnte die Abhängigkeit von asiatischen Verarbeitungsanlagen sinken.
Die Lage des Projekts verleiht ihm zusätzliches Gewicht. Direkt daneben betreibt CBMM, der weltgrößte Niob-Produzent, seine Mine. Eine JORC-konforme Ressourcenschätzung bestätigte kürzlich 70,91 Millionen Tonnen Material mit einem Gehalt von 4,06 Prozent Seltene-Erden-Oxiden. Hinzu kommt ein separates Niob-Inventar von 24,56 Millionen Tonnen.
Bohrergebnisse stützen die Wirtschaftlichkeit
Aktuelle Bohrergebnisse liefern weitere technische Bestätigung. Das Unternehmen meldete einen durchgehenden mineralisierten Abschnitt von 199,5 Metern mit hohem Niob- und Seltene-Erden-Gehalt – beginnend direkt an der Oberfläche. Dieser Fund gilt als wichtiger Unterschied zu anderen Projekten, weil er kostengünstigeren Tagebau ermöglichen könnte.
Für den Sprung von der Exploration zur Produktion hat St George Mining den globalen Dienstleister Worley als technischen Manager für die Machbarkeitsstudie engagiert. Worley soll die anstehenden Scoping- und Feasibility-Studien beschleunigen. Das Management rechnet mit einer finalen Investitionsentscheidung innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate.
Verwässerung drückt den Kurs
Die Kapitalerhöhung über 60 Millionen australische Dollar hat spürbare Spuren hinterlassen. Am Freitag schloss die Aktie bei 0,0508 Euro, ein Tagesverlust von 5,93 Prozent. Auf Monatssicht summiert sich der Rückgang auf 24,40 Prozent – deutlich mehr als der Verlust seit Jahresbeginn von 10,09 Prozent.
Der Relative-Stärke-Index liegt bei 33,1 und signalisiert damit eine Nähe zum überverkauften Bereich. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 0,1010 Euro im Februar 2026 hat sich der Kurs praktisch halbiert.
Lithium-Diversifikation mit ATL als neuem Partner
Parallel zum Brasilien-Geschäft hat St George Mining sein Lithium-Star-Joint-Venture neu geordnet. Das Unternehmen übernimmt volle Eigentumsanteile und holt gleichzeitig den Batteriehersteller ATL (Amperex Technology Limited) als strategischen Investor an Bord. Die Investition von 2 Millionen US-Dollar ergänzt die Kernstrategie in Brasilien um westaustralische Lithium-Projekte.
Die kommenden Wochen und Monate dürften weitere Nachrichten liefern. Im Fokus stehen die Ergebnisse laufender metallurgischer Testarbeiten sowie die Scoping-Studie für Araxá. Beide Berichte werden zeigen, ob sich der geplante Verarbeitungsstandort in Brasilien wirtschaftlich rechnet.
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