Stadler Rail Aktie: 3,5-Milliarden-Auftrag endgültig gesichert
Alstom zieht letzte Klagen zurück. Stadler und Siemens erhalten den 3,5-Milliarden-Euro-Auftrag für 350 S-Bahn-Züge in Berlin.

Kurz zusammengefasst
- Alstom gibt Rechtsstreit um Berliner S-Bahn auf
- 3,5 Milliarden Euro für 350 neue Züge
- Stadler übernimmt Betrieb für zehn Jahre
- Aktie fällt leicht trotz positiver Perspektive
Sechs Jahre juristischer Kleinkrieg. Gerichte, Einsprüche, Blockaden. Nun ist Schluss. Alstom hat seine letzten Rechtsmittel im Vergabeverfahren um die Berliner S-Bahn zurückgezogen.
Das Bieterkonsortium um Stadler Rail und Siemens Mobility kann liefern. Die Berliner Senatsverwaltung bestätigte am Freitag, dass Alstom die Frist verstreichen ließ. Der Weg für den milliardenschweren Auftrag ist endgültig frei.
350 Züge für die Hauptstadt
Das Los ist gewaltig. 3,5 Milliarden Euro schwer, 350 vierteilige S-Bahn-Züge, Instandhaltung über 30 Jahre. Stadler übernimmt zudem für zehn Jahre den Betrieb in den Teilnetzen Nord-Süd und Stadtbahn. Es ist einer der größten Beschaffungsprozesse im europäischen Nahverkehr.
Die volle finanzielle Wirkung wird erst ab 2029 sichtbar. Dennoch beseitigt der Zuschlag eine große Unsicherheit für den Schweizer Zughersteller. Die Visibilität der künftigen Umsätze steigt massiv.
Die Aktie reagierte verhalten. Der Schlusskurs lag am Freitag bei 25,02 Euro, ein Minus von 3,25 Prozent. Der Rücksetzer ist eine Verschnaufpause nach einer starken Woche: Über sieben Tage legte der Wert um 1,21 Prozent zu.
Parallel-Projekte laufen
Stadler-Großaktionär Peter Spuhler treibt indes den Ausbau in Österreich voran. Seine PCS Holding erwarb ein 50 Hektar großes Areal in Leopoldsdorf bei Wien. Stadler betreibt dort bereits seit März eine Werkhalle für Inbetriebsetzung und Service. Weitere Entwicklungsmöglichkeiten werden geprüft.
Auch in Finnland gibt es Neuigkeiten. Am 25. Juni stellte Stadler die neuen Sm7-Flirt-Züge offiziell vor. Sie sind Teil eines 250-Millionen-Euro-Auftrags aus November 2022. Der kommerzielle Einsatz im Großraum Helsinki startet im Spätsommer.
Der Ausblick bleibt positiv. Das 52-Wochen-Hoch von 26,36 Euro wurde erst am Donnerstag erreicht. Der aktuelle Kurs liegt fünf Prozent darunter. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 13,11 Prozent zu Buche. Die Aussichten untermauert der Berliner Auftrag nachhaltig.
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