Stadler Rail Aktie: Digital-Offensive

Stadler Rail erweitert sein Geschäft mit einem Software-Joint-Venture und profitiert von der Digitalisierung der Bahn. Das Unternehmen meldet zudem Großaufträge und strebt eine höhere Profitabilität an.

Eduard Altmann ·
Stadler Rail Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Neues Joint Venture für skalierbare Bahnsoftware
  • Wachstumspläne mit 300 IT-Spezialisten
  • Starker Auftragsbestand von 29,4 Mrd. Franken
  • Ziel: EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent

Stadler Rail erweitert sein Geschäftsmodell um eine digitale Dimension. Der Schweizer Zugbauer hat mit dem portugiesischen Technologieunternehmen Critical Software das Joint Venture Stadler Digital Labs gegründet. Ziel: skalierbare Softwarelösungen für die Bahnbranche entwickeln und von der Digitalisierung des Schienenverkehrs profitieren.

Struktur und Wachstumspläne

Stadler hält 51 Prozent an der neuen Gesellschaft, Critical Software übernimmt 49 Prozent. Der portugiesische Partner bringt über 25 Jahre Erfahrung in sicherheitskritischer Softwareentwicklung mit und verantwortet den Aufbau in den Bereichen Engineering, Sicherheit und Cybersecurity.

Stadler Digital Labs startet mit rund 100 Mitarbeitenden an den Standorten Coimbra und Lissabon. Innerhalb von drei Jahren soll die Belegschaft auf 300 Spezialistinnen und Spezialisten wachsen. Der Fokus liegt auf End-to-End-Lösungen für Bahnsoftware, Cybersecurity und digitale Produkte.

Digitalisierung als strategisches Standbein

Die Neugründung fügt sich in Stadlers breitere Digitalisierungsstrategie ein. Das Unternehmen betreibt bereits eine eigene Signalling-Sparte, die im ersten Halbjahr 2025 einen Auftragseingang von 52 Millionen Franken verzeichnete – ein Plus von 57 Prozent. Der Auftragsbestand in diesem Segment lag per Ende Juni 2025 bei knapp 595 Millionen Franken.

Die zunehmende Digitalisierung des europäischen Schienenverkehrs – von ETCS-Implementierungen bis zu automatisierten Betriebssystemen – schafft wachsende Nachfrage nach spezialisierten Softwarelösungen. Mit dem Digital-Joint-Venture positioniert sich Stadler an der Schnittstelle von Hardware und Software.

Operative Dynamik

Parallel zur Digital-Offensive vermeldet Stadler mehrere Großaufträge. Anfang Februar erhielten Siemens Mobility und Stadler gemeinsam den Zuschlag für vollautomatisierte Züge für das Kopenhagener S-Bahn-Netz – ein Auftrag im Volumen von rund 3 Milliarden Euro. Aus der Türkei folgte ein Auftrag über 35 dieselelektrische Lokomotiven.

Im Verwaltungsrat stehen Veränderungen an. Die langjährigen Mitglieder Christoph Franz und Wojciech Kostrzewa kandidieren nicht mehr zur Wiederwahl. Als Nachfolger wurden Sabrina Soussan und Michael Schöllhorn nominiert.

Finanzielle Ausgangslage

Stadler hatte im Halbjahresbericht 2025 einen Auftragsbestand von 29,4 Milliarden Franken gemeldet. Die EBIT-Marge lag bei 2,6 Prozent. Für 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Umsatzsprung auf über 5 Milliarden Franken. Mittelfristig strebt Stadler eine EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent an. Die Aktie notiert aktuell bei 22,58 Euro und liegt damit knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt.

Ob sich die ambitionierten Margenziele realisieren lassen, wird von der erfolgreichen Abarbeitung des Auftragsbestands und der Stabilität der Lieferketten abhängen. Mit dem Digital-Joint-Venture setzt Stadler auf eine zusätzliche Wachstumsachse in einem Markt mit steigender Nachfrage nach Bahnsoftware.

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Stadler Rail Aktie

24,68 EUR

+ 0,06 EUR +0,24 %
KGV 25,89
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 2,25 %
Marktkapitalisierung 2,28 Mrd. EUR
ISIN: CH0002178181 WKN: A2ACPS

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