Stadler Rail Aktie: Mailand-Drama überschattet

Nach einem schweren Straßenbahnunfall in Mailand und Nachrüstungen für ein anderes Modell steht Stadler Rail vor der Veröffentlichung der Jahreszahlen. Der Konzern meldet aber auch operative Erfolge.

Kurz zusammengefasst:
  • Ermittlungen nach Straßenbahn-Entgleisung in Mailand
  • Technische Probleme bei TINA-Tram führen zu Nachrüstungen
  • Positive Meldungen zu neuen Hochgeschwindigkeitszügen
  • Jahreszahlen und Führungswechsel stehen bevor

Zwei Tote, rund 50 Verletzte – nur eine Woche nach Inbetriebnahme entgleist in Mailand eine Stadler-Straßenbahn. Während die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ermittelt und der Verdacht auf ein defektes Sicherheitssystem im Raum steht, muss der Schweizer Schienenfahrzeughersteller am 18. März seine Jahreszahlen vorlegen. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Bei dem verunglückten Fahrzeug handelt es sich um ein Tramlink-Modell der neuen Generation, das die Mailänder Verkehrsbetriebe ATM erst am 20. Februar in Betrieb genommen hatten. Auf der Unglückslinie 9 war der neue Tramtyp sogar erst wenige Wochen im Einsatz.

Stadler Rail

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Im Fokus der Ermittler steht der sogenannte Totmannknopf – ein Sicherheitsmechanismus, der das Fahrzeug automatisch stoppt, wenn der Fahrer das Bedienelement loslässt. Genau dieser Schutzmechanismus könnte beim Unfall am 27. Februar versagt haben. Der Fahrer wurde bereits in das Ermittlungsregister eingetragen. Die Staatsanwaltschaft Mailand ermittelt wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Eisenbahnkatastrophe sowie fahrlässiger Tötung und Körperverletzung.

Rund 350 Tramlink-Fahrzeuge sind weltweit in Deutschland, der Schweiz, Ungarn, Spanien, Großbritannien und Österreich im Einsatz. ATM kooperiert nach eigenen Angaben eng mit den Justizbehörden.

TINA-Straßenbahn sorgt für zusätzlichen Ärger

Als wäre der Mailänder Vorfall nicht genug, kämpft Stadler parallel mit technischen Problemen bei einem anderen Trammodell. Die fünfteilige TINA-Straßenbahn musste in Darmstadt und Basel wegen Lärm- und Vibrationsbeschwerden gestoppt werden. Eine unabhängige Untersuchung Anfang 2025 bestätigte: Die Vibrationen liegen 25 Prozent über denen älterer Modelle. Ursache sind neu konstruierte Drehgestelle.

Stadler rüstet nun alle 25 Fahrzeuge bis Ende 2026 auf eigene Kosten mit zusätzlichen Gierdämpfern und neuen Radprofilen nach. Trotz der Anlaufschwierigkeiten haben sechs Städte TINA-Fahrzeuge bestellt.

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Operative Erfolge als Gegengewicht

Ungeachtet der Tram-Problematik kann Stadler auch positive Nachrichten vermelden. Am 1. März nahm der österreichische Betreiber WESTbahn drei SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge in Betrieb – weniger als zwei Jahre nach Vertragsunterzeichnung. Branchenüblich sind vier bis fünf Jahre. Die 202 Meter langen Züge erreichen 250 km/h und gelten als schnellste Züge im regulären österreichischen Personenverkehr.

Im Güterverkehr unterzeichneten Alpha Trains und Lineas einen Leasingvertrag über zwei EURO9000-Hybrid-Mehrsystemlokomotiven für den Rhein-Alpen-Korridor. Die erste Einheit wird noch im März ausgeliefert. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr unterstützt das Projekt mit 15 Millionen Euro.

Strategisch treibt Stadler die Digitalisierung voran: Das neue Joint Venture Stadler Digital Labs mit Critical Software (51:49) beschäftigt bereits 100 Mitarbeitende in Portugal und soll binnen drei Jahren auf 300 Beschäftigte wachsen.

Bewährungsprobe am 18. März

Der Konzern erwartet für 2026 erstmals einen Umsatz von über fünf Milliarden Franken. Doch Anleger werden bei der Zahlenpräsentation am 18. März genau hinsehen: Kann die Margenentwicklung überzeugen? Wie effizient wandelt Stadler den substanziellen Auftragsbestand in Umsatz um? Und wie stark belasten Sonderkosten für TINA-Nachrüstungen und mögliche rechtliche Konsequenzen aus Mailand?

Auf Verwaltungsratsebene steht zudem eine Zäsur bevor: An der Hauptversammlung am 5. Mai treten die langjährigen Mitglieder Christoph Franz und Wojciech Kostrzewa zurück. Als Nachfolger nominiert sind Sabrina Soussan, ehemalige Co-CEO der Siemens Mobility Division, sowie Michael Schöllhorn, CEO von Airbus Defence and Space.

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